Vorwarnung: Aus reisetechnischen Gründen muss dieser Beitrag verfasst werden, bevor der aktuelle Kicker gelesen werden kann. Es geht also mehr um den Eindruck aus der Berichtserstattung der letzten Wochen... Wo wir das aus dem Weg geräumt haben:
Was mich ja auch irgendwie irritiert...
Ist dieser Gnadenlose Optimismus, der die Eintracht bei ihrer Europacup Tournee begleitet. Also flächendeckend... Bereits frühzeitig durfte ich "Expertenmeinungen" im Kicker lesen, die die Frankfurter zum Favoriten auf den Titel machen wollten... ähm... Warte was?
Und jetzt glauben 2/3 der Teilnehmer an der Kicker-Umfrage an ein Weiterkommen gegen Chelsea... Klar, die Frankfurt-Fans werden diese Umfrage mit ihrer Euphorie begleiten. Und versteht mich nicht falsch: Ich gönne denen das... Ich habe sogar meine persönliche Freude daran, dass die Eintracht all den anderen Bundesligisten verdeutlicht, dass man in der Europa League einiges holen und auch eine Euphoriewelle auslösen kann, an der zum Beispiel die Leipziger einfach kein Interesse hatten.
Aber lasst uns das ganze mal halbwegs sachlich beurteilen: Frankfurt ist in diesem Halbfinale der krasse Außenseiter. Alles andere als ein 0:5 nach Hin- und Rückspiel wäre schon ein Erfolg, ein Weiterkommen wäre die größte Sensation seit... nun ja, Ajax Amsterdams Sieg gegen Real Madrid. Wobei ich dabei sogar noch einen Schritt weiter gehen würde. Also das ein über talentiertes Ajax einen Favoriten, der seinen Umbruch verpasst hat und weit über den Zenit ist, raus wirft, ist nicht annähernd so überraschend wie es ein Weiterkommen der Eintracht wäre.
Aber wir Deutschen haben halt ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis. Also das "wir" gerade das Duell gegen die Premiere League in der Champions League nicht nur verloren haben, sondern regelrecht vorgeführt worden sind, ignorieren wir einfach mal. Und es ist ja nicht so, dass es knapp war, sondern die Bilanz stand bei 0 Siegen, 1 Unentschieden, 5 Niederlagen bei 3:17 Toren... Also wie man nach dem Joel Matip in Hin- und Rückspiel der gefährlichste Angreifer der Bayern und Dortmund gegen Tottenham komplett überfordert war, zu dem Schluss kommen, dass eine Mannschaft die nicht zur absoluten Elite gehört jetzt bessere Chancen hat als die beiden Spitzenteams.
Und wenn man die Eintracht und Chelsea vergleicht. Also natürlich mit Chelsea unter Abramowitsch, also dem ersten Spielzeug eines Milliardärs... Es ist ja heute unvorstellbar, dass der Verkauf eines Fußballvereins an einen Öligarchen Protestwellen auslösen kann, aber 2003 war dies so... und danach hat Chelsea dann eine ganze Weile gebraucht um wirklich zu einer Spitzenmannschaft zu gehen. Nun mögen sie derzeit in einem relativ kleinen Tief sein, aber sie holen in der Regel trotzdem mindestens einen Titel pro Saison.
Oder um das praktisch auszudrücken: Seit dem richtig viel Kohle in den Verein gepumpt wird, hat Chelsea 23 Titel geholt... unter anderem 2 Internationale. Die Eintracht hat dagegen... 1 Pokalsieg, 2 Finalniederlagen und 2 Europacup Teilnahmen auf dem Konto... Allein schon, dass eine Finalteilnahme im Pokal bei dem einen als Erfolg gewertet wird, bei den anderen nicht mal erwähnt wird, sollte alles über die Machtverhältnisse aussagen...
Dazu kommt: Wenn sie, was ja eher die Ausnahme ist, in die Europa League absteigen, dann gewinnen sie das verdammte Teil auch. Weil Chelsea halt eigentlich ein Stammgast in der Champions League und nebenbei ein Spitzenteam der Premiere League ist. Also die sind in der Breite so gut aufgestellt, dass sie auch mit besseren B-Mannschaften das Halbfinale erreichen und können dort dann auf ihre Stars setzen... Und da sie sich in der Liga derzeit in eine Situation manövriert haben, wo nur noch der Sieg in der Europa League die Saison retten kann, werden sie dies auch machen. Ungefähr so, wie Jose Mourinho dies mit Manchester United getan hat...
Im Gegensatz zu Frankfurt sind sie es in London gewohnt in dieser Phase um die Titel mitzuspielen. Und sie haben auch einen Kader, der den Umgang mit dieser Belastung zulässt. Also ganz praktisch fehlen ja beiden Mannschaften Leistungsträger: Also bei Frankfurt Sebastien Haller, bei Chelsea Antonio Rüdiger. Aber eine Mannschaft kann diesen Ausfall problemlos kompensieren, die andere hat keinen gleichwertigen Ersatz.
Dazu kommt das Problem, dass Ante Rebic und Luka Jovic beide ein wenig überspielt wirken... oder halt Haller wirklich sehr vermissen. Beide sind es im Gegensatz zu den Chelsea Spielern aber halt auch einfach nicht gewöhnt so viele und so wichtige Spiele am Stück zu absolvieren.
In der Summe dürfte Frankfurt selbst dann Außenseiter sein, wenn der Abstand zwischen ihnen und dem Gegner nur so groß wäre, wie damals bei Dortmund gegen Tottenham. Praktisch gesehen ist der Abstand aber eher mit dem von Schalke und Manchester City zu vergleichen. Sachlich gesehen sind sie chancenlos.
Bleibt zu hoffen, dass sich der Fußball dieses Mal nicht an die sachlichen Vorgaben hält.
Donnerstag, 2. Mai 2019
Mittwoch, 1. Mai 2019
Mea Culpa, aber ich steh dazu
Ich habe mich gestern beim Tanz in den Mai (und es war schon Mai... aber Details) über die gestern beschriebene Regel mit einem Schiedsrichter unterhalten. Auch wenn ich prinzipiell dabei bleibe, dass die Regelauslegung Blödsinn ist, so konnte mir dieser anonymisierte Schiedsrichter doch die entsprechenden Paragraphen zuschicken, die die Ausnahmen für den Torhüter festlegen und das "Paraden-Beispiel" ausschließen. Immerhin daran wurde gedacht.
Dienstag, 30. April 2019
Die andere total bekloppte Regel
Und dasselbe Problem. Wobei, wartet mal, ein viel schlimmeres Problem.
Also ja, es regen sich derzeit alle über die Handspiel-Regel auf... Inklusive der Schiedsrichter, was ja Felix Zwayer ziemlich direkt ausdrückt.
Oh und natürlich zeigt diese ganze Debatte auch auf, dass die Saison eigentlich vorbei ist. Denn die "sportliche" Schlagzeile des Tages lautet "Robben und Ribery droht ein Abschied auf der Bank." Weil der Meisterschaftskampf eigentlich, aber doch noch nicht so richtig, vorbei ist. Genau so wie der Kampf um den Relegationsplatz, der dem VfB Stuttgart quasi nicht mehr zu nehmen ist... und sonst bleibt die letzte spannende Frage ob Eintracht Frankfurt noch Platz 4 verspielt, der Rest der Liga kann machen, was er will... Da hat man auf ein Mal erstaunlich viel Zeit sich mit "echten Problemen" zu beschäftigen.
Ok, viel zu spät, weil die Handregel und ihre Auslegung ja im Sommer wieder geändert wird, so das man dann aus anderen Gründen nicht mehr durch sieht... Diesen Diskurs hätte man eigentlich vor der Winterpause führen müssen, aber da dachten wird noch, die Meisterschaft wird spannend... Hier soll es jedoch um ein Problem gehen, das nicht groß und breit ausdiskutiert wird: Das Passive Abseits. Schockierend, ich weiß...
Und ja, mittlerweile haben wir da Fortschritte gemacht. Aber es gibt immer noch Details. Zum Beispiel beim 1:0 der Leipziger gegen Freiburg. Guckt euch das Ding noch mal an. Und dann wartet auf die Erklärung des Kommentators, dass Mike Frantz den Ball "mit Absicht spielt" und dadurch eine "neue Spielsituation" erschafft, was das Abseits von Vorlagengeber Yussuf Poulsen aufhebt.
Warte was?
Mir fällt eine derartige Situation nebenbei das Zweite Mal in dieser Saison auf, dieses Mal habe ich aber die Bilder und die explizite Erklärung direkt am Start, also noch mal: Warte was?
Also ernsthaft: Eine ungelenke Abwehraktion eines Verteidigers erschafft eine neue Spielsituation und löst das Abseits auf? Wer hat sich das denn ausgedacht?
Lasst uns diese Auslegung mal auf ein Extrembeispiel anwenden: Der Torwart lenkt den Ball mit den Fingerspitzen an den Pfosten, von dort fällt er dem im Abseits stehenden Stürmer vor die Füße, welcher den Ball nur noch einschieben muss. Die logische Konsequenz? Nach der Erklärung von eben: Tor, weil ja die bewusste Abwehraktion des Spielers eine neue Spielsituation herstellt. Und ja, der Torwart gilt in Sachen Abseits als ganz normaler Feldspieler, da gibt es keinerlei "Aber der eine setzt das alles aus" Regel...
Das würde natürlich kein Schiedsrichter machen. Die logische Regelauslegung ist "Abseits". Aber warum kommen wir nicht zu demselben logischen Schluss, wenn ein Abwehrspieler den Ball bei einer bewussten Abwehraktion weiter stolpert?
Und hier wird einem das eigentliche große Problem deutlich: Die Leute, die die Deutungshoheit über den Fußball haben, haben ihn selber nie gespielt. Oder viel zu selten, weil sie ja immer wenn die anderen gekickt haben, pfeifen mussten... oder am Spielfeldrand stehen und drüber reden mussten.
Denn das Problem sind nicht nur die Schiedsrichter und Regelhüter, auch wenn deren Einfluss größer ist. Das Problem sind genau so die professionellen Experten, die ein Spiel schön beschreiben und taktisch auflösen können, aber anscheinend selber nie gegen den Ball getreten haben. Denn das ist für mich die einzige Erklärung, wie man zu dem Schluss kommen kann, dass Mike Frantz in der Situation das Abseits auflöst.
Auch hierfür sein nochmal auf den Umgang der professionellen Experten mit der Handspielregel verwiesen: Keiner von denen kommt auf die Idee das eigentliche "Ein Elfmeter ist eine viel zu harte Strafe, aber irgendwie sanktionieren muss man das, findet man da eine Lösung" Problem anzusprechen. Obwohl das doch so dermaßen offensichtlich ist, dass ein Elfmeter einfach nur eine zu brutale Strafe ist. Aber sich mit solchen Details zu beschäftigen, wenn man dafür bezahlt wird...
Und hey, vielleicht ist die Regelauslegung wirklich so und die Erklärung "richtig". Dann sind wir aber schon wieder (wie beim Handspiel) an dem Punkt, dass die Regelhüter halt keine Ahnung vom Fußball haben und deswegen Auslegungen festlegen, die pragmatisch betrachtet einfach nur unbrauchbar sind. Nur dass bei diesem Abseitsfall, weil er nur 2 Mal in der Saison auftaucht, keiner darüber redet...
Also ja, es regen sich derzeit alle über die Handspiel-Regel auf... Inklusive der Schiedsrichter, was ja Felix Zwayer ziemlich direkt ausdrückt.
Oh und natürlich zeigt diese ganze Debatte auch auf, dass die Saison eigentlich vorbei ist. Denn die "sportliche" Schlagzeile des Tages lautet "Robben und Ribery droht ein Abschied auf der Bank." Weil der Meisterschaftskampf eigentlich, aber doch noch nicht so richtig, vorbei ist. Genau so wie der Kampf um den Relegationsplatz, der dem VfB Stuttgart quasi nicht mehr zu nehmen ist... und sonst bleibt die letzte spannende Frage ob Eintracht Frankfurt noch Platz 4 verspielt, der Rest der Liga kann machen, was er will... Da hat man auf ein Mal erstaunlich viel Zeit sich mit "echten Problemen" zu beschäftigen.
Ok, viel zu spät, weil die Handregel und ihre Auslegung ja im Sommer wieder geändert wird, so das man dann aus anderen Gründen nicht mehr durch sieht... Diesen Diskurs hätte man eigentlich vor der Winterpause führen müssen, aber da dachten wird noch, die Meisterschaft wird spannend... Hier soll es jedoch um ein Problem gehen, das nicht groß und breit ausdiskutiert wird: Das Passive Abseits. Schockierend, ich weiß...
Und ja, mittlerweile haben wir da Fortschritte gemacht. Aber es gibt immer noch Details. Zum Beispiel beim 1:0 der Leipziger gegen Freiburg. Guckt euch das Ding noch mal an. Und dann wartet auf die Erklärung des Kommentators, dass Mike Frantz den Ball "mit Absicht spielt" und dadurch eine "neue Spielsituation" erschafft, was das Abseits von Vorlagengeber Yussuf Poulsen aufhebt.
Warte was?
Mir fällt eine derartige Situation nebenbei das Zweite Mal in dieser Saison auf, dieses Mal habe ich aber die Bilder und die explizite Erklärung direkt am Start, also noch mal: Warte was?
Also ernsthaft: Eine ungelenke Abwehraktion eines Verteidigers erschafft eine neue Spielsituation und löst das Abseits auf? Wer hat sich das denn ausgedacht?
Lasst uns diese Auslegung mal auf ein Extrembeispiel anwenden: Der Torwart lenkt den Ball mit den Fingerspitzen an den Pfosten, von dort fällt er dem im Abseits stehenden Stürmer vor die Füße, welcher den Ball nur noch einschieben muss. Die logische Konsequenz? Nach der Erklärung von eben: Tor, weil ja die bewusste Abwehraktion des Spielers eine neue Spielsituation herstellt. Und ja, der Torwart gilt in Sachen Abseits als ganz normaler Feldspieler, da gibt es keinerlei "Aber der eine setzt das alles aus" Regel...
Das würde natürlich kein Schiedsrichter machen. Die logische Regelauslegung ist "Abseits". Aber warum kommen wir nicht zu demselben logischen Schluss, wenn ein Abwehrspieler den Ball bei einer bewussten Abwehraktion weiter stolpert?
Und hier wird einem das eigentliche große Problem deutlich: Die Leute, die die Deutungshoheit über den Fußball haben, haben ihn selber nie gespielt. Oder viel zu selten, weil sie ja immer wenn die anderen gekickt haben, pfeifen mussten... oder am Spielfeldrand stehen und drüber reden mussten.
Denn das Problem sind nicht nur die Schiedsrichter und Regelhüter, auch wenn deren Einfluss größer ist. Das Problem sind genau so die professionellen Experten, die ein Spiel schön beschreiben und taktisch auflösen können, aber anscheinend selber nie gegen den Ball getreten haben. Denn das ist für mich die einzige Erklärung, wie man zu dem Schluss kommen kann, dass Mike Frantz in der Situation das Abseits auflöst.
Auch hierfür sein nochmal auf den Umgang der professionellen Experten mit der Handspielregel verwiesen: Keiner von denen kommt auf die Idee das eigentliche "Ein Elfmeter ist eine viel zu harte Strafe, aber irgendwie sanktionieren muss man das, findet man da eine Lösung" Problem anzusprechen. Obwohl das doch so dermaßen offensichtlich ist, dass ein Elfmeter einfach nur eine zu brutale Strafe ist. Aber sich mit solchen Details zu beschäftigen, wenn man dafür bezahlt wird...
Und hey, vielleicht ist die Regelauslegung wirklich so und die Erklärung "richtig". Dann sind wir aber schon wieder (wie beim Handspiel) an dem Punkt, dass die Regelhüter halt keine Ahnung vom Fußball haben und deswegen Auslegungen festlegen, die pragmatisch betrachtet einfach nur unbrauchbar sind. Nur dass bei diesem Abseitsfall, weil er nur 2 Mal in der Saison auftaucht, keiner darüber redet...
Montag, 29. April 2019
Worst of des "War was?" Wochenendes
Also ernsthaft, ist irgendwas ungewöhnliches passiert? Oder ist es nicht nur ungewöhnlich, dass alles, was sonst völlig normal ist, an einem Wochenende passiert...
Versachlichen wir mal das Wochenende. Dann fällt uns als erste auf, dass Bayer Leverkusen und Peter Bosz das perfekte Paar sind: Wenn es funktioniert, sieht es genial aus, wenn nicht, eher grausam. Und welche Version man bekommt, wird per Münzwurf entschieden. Genau so agiert Leverkusen seit Jahren. Und jetzt haben sie einen Plan, der diese Tendenzen auch noch forciert. Oder wie Kevin Volland es ausdrückte: "Wenn wir uns über 90 Minuten an den Plan halten, gewinnen wir." Nur ist dies anscheinend verdammt schwer. (Es ist nebenbei auch eine Aussage, die sich auf jede Bundesligamannschaft anwenden lässt... Die wenigsten Trainer haben einen "Wir verlieren heute mal" Plan... aber Details...)
Fortuna Düsseldorf konterte eine Mannschaft, die in ihrem Stadion Fußball spielen wollte, eiskalt und humorlos aus. Zählt selber mal nach, wie oft ihr das diese Saison schon gesehen habt.
Der VfB Stuttgart erlebt seinen nächsten Dead Coach Bounce. Wenn die Stuttgarter einfach alle 5 Spieltage ihren Trainer wechseln würden, könnten sie um die Meisterschaft mitspielen, aber so tauschen sie lieber im Sommer die Mannschaft auf in der Hoffnung, dass dieses traditionelle Stuttgart-Problem so gelöst wird...
Der SC Freiburg erspielt sich mal wieder so viele Chancen wie der Gegner und verliert trotzdem. Laut Kicker ist das Chancenverhältnis der Freiburger in den letzten 4 Spielen bei 22:24 fast ausgeglichen, das Torverhältnis steht dagegen bei 2:13... Muss man eigentlich dazu erwähnen, dass Freiburg all diese 4 Spiele verloren hat?
Eintracht Frankfurt wirkt von der Doppelbelastung ein wenig überfordert. Dieser "Effekt" setzt später ein als erwartet, aber dass er einsetzen würde ist nur bedingt überraschend.
Mainz verliert beim Tabellenletzten. Zum dritten Mal in dieser Saison. Nur weil es diesen Mal Hannover war und das Tor eine absolute Gurke, ist das Ergebnis nicht so überraschend wie alle tun...
Die Schalker erzielen schon wieder 4 Tore in Dortmund. Zum 2. Mal in Folge, da könnte man das nächste mal echt drauf wetten... Und klar, es wirkt völlig absurd dass diese total unfähige Schalker Mannschaft ständig 4 Tore beim großen Erzrivalen erzielt... trotzdem ist es anscheinend gar nicht so ungewöhnlich. Und dass Dortmund derzeit nicht in der Lage ist 4 oder mehr Tore zu erzielen, war auch abzusehen...
Die Nürnberger verschießen halt ihren 3 von 4 Elfmetern. Alles wie immer bei denen.
Zu guter Letzt: Die Bayern machen unter Niko Kovac halt nicht mehr, als sie unbedingt müssen. Sie haben nur souveräne Siege eingesammelt, als es ihnen ums Torverhältnis ging. Seit dem verwalten sie "souverän" ihren Vorsprung.
Und damit sind die großen Überraschungen des Spieltages mehr in den Details zu finden: Kingsley Coman lässt das erwartbare 2:1 liegen.
Kenan Karaman liefert ein perfektes Lionel Messi Imitations-Solo ab.
Marco Reus sieht Rot.
Mehr war gar nicht erwähnenswert. Außer vielleicht noch die Selbstwahrnehmung von Valentino Lazaro, der 4 Chancen und 0 Tore als "geilen Fußball", den man gespielt haben will, einschätzt... Ja... ähm... bestimmt.
Versachlichen wir mal das Wochenende. Dann fällt uns als erste auf, dass Bayer Leverkusen und Peter Bosz das perfekte Paar sind: Wenn es funktioniert, sieht es genial aus, wenn nicht, eher grausam. Und welche Version man bekommt, wird per Münzwurf entschieden. Genau so agiert Leverkusen seit Jahren. Und jetzt haben sie einen Plan, der diese Tendenzen auch noch forciert. Oder wie Kevin Volland es ausdrückte: "Wenn wir uns über 90 Minuten an den Plan halten, gewinnen wir." Nur ist dies anscheinend verdammt schwer. (Es ist nebenbei auch eine Aussage, die sich auf jede Bundesligamannschaft anwenden lässt... Die wenigsten Trainer haben einen "Wir verlieren heute mal" Plan... aber Details...)
Fortuna Düsseldorf konterte eine Mannschaft, die in ihrem Stadion Fußball spielen wollte, eiskalt und humorlos aus. Zählt selber mal nach, wie oft ihr das diese Saison schon gesehen habt.
Der VfB Stuttgart erlebt seinen nächsten Dead Coach Bounce. Wenn die Stuttgarter einfach alle 5 Spieltage ihren Trainer wechseln würden, könnten sie um die Meisterschaft mitspielen, aber so tauschen sie lieber im Sommer die Mannschaft auf in der Hoffnung, dass dieses traditionelle Stuttgart-Problem so gelöst wird...
Der SC Freiburg erspielt sich mal wieder so viele Chancen wie der Gegner und verliert trotzdem. Laut Kicker ist das Chancenverhältnis der Freiburger in den letzten 4 Spielen bei 22:24 fast ausgeglichen, das Torverhältnis steht dagegen bei 2:13... Muss man eigentlich dazu erwähnen, dass Freiburg all diese 4 Spiele verloren hat?
Eintracht Frankfurt wirkt von der Doppelbelastung ein wenig überfordert. Dieser "Effekt" setzt später ein als erwartet, aber dass er einsetzen würde ist nur bedingt überraschend.
Mainz verliert beim Tabellenletzten. Zum dritten Mal in dieser Saison. Nur weil es diesen Mal Hannover war und das Tor eine absolute Gurke, ist das Ergebnis nicht so überraschend wie alle tun...
Die Schalker erzielen schon wieder 4 Tore in Dortmund. Zum 2. Mal in Folge, da könnte man das nächste mal echt drauf wetten... Und klar, es wirkt völlig absurd dass diese total unfähige Schalker Mannschaft ständig 4 Tore beim großen Erzrivalen erzielt... trotzdem ist es anscheinend gar nicht so ungewöhnlich. Und dass Dortmund derzeit nicht in der Lage ist 4 oder mehr Tore zu erzielen, war auch abzusehen...
Die Nürnberger verschießen halt ihren 3 von 4 Elfmetern. Alles wie immer bei denen.
Zu guter Letzt: Die Bayern machen unter Niko Kovac halt nicht mehr, als sie unbedingt müssen. Sie haben nur souveräne Siege eingesammelt, als es ihnen ums Torverhältnis ging. Seit dem verwalten sie "souverän" ihren Vorsprung.
Und damit sind die großen Überraschungen des Spieltages mehr in den Details zu finden: Kingsley Coman lässt das erwartbare 2:1 liegen.
Kenan Karaman liefert ein perfektes Lionel Messi Imitations-Solo ab.
Marco Reus sieht Rot.
Mehr war gar nicht erwähnenswert. Außer vielleicht noch die Selbstwahrnehmung von Valentino Lazaro, der 4 Chancen und 0 Tore als "geilen Fußball", den man gespielt haben will, einschätzt... Ja... ähm... bestimmt.
Montag, 22. April 2019
Worst of des "Ich weiß nicht so richtig, was ich mit dem Punkt anfangen soll" Wochenendes
Oder wie Pal Dardai das so schön ausdrückte: "Man hat gesehen, dass die Fünf-Niederlagen-Mannschaft gegen die Acht-Niederlagen-Mannschaft gespielt hat." Das Ergebnis ist wenig überraschend ein 0:0 im Spitzenspiel... Und beide Mannschaften gehen irgendwie mit einem "Wenn wir selbst gegen die nicht gewinnen" Gefühl aus dem Spiel.
Dabei hat die versammelte Konkurrenz ja komplett für Hannover gespielt. Allen voran der VfB Stuttgart, der mal wieder nach einem Augsburg Spiel den Trainer entließ... wie immer wenn Markus Weinzierl in diesem Spiel an der Seitenlinie steht. Gerade wenn man sich dessen Bilanz nach seiner Augsburg-Zeit und die direkten Auswirkungen des Wechsels von Manuel Baum auf Martin Schmidt mal anguckt, fragt man sich schon was in Augsburg alles möglich gewesen wäre, wenn die mal auf einen guten Trainer gesetzt hätten... Aber gut, wo will Augsburg einen guten Trainer finden.
Dazu muss dieses 6:0 natürlich auch mit Vorsicht genossen werden. Schließlich war es das ultimative "Dead Coach Bounce" vs "Dieser Effekt ist vorbei und wir bräuchten schon wieder nen neuen Trainer" Duell. Dass Martin Schmidt da doppelt so brillant aussieht wie sonst, ist erschreckend logisch.
Bei den derzeitigen Entwicklungen auf der Trainerbank warte ich ja eigentlich nur darauf, dass die Trainer buchstäblich durchrotiert werden... also dass Domenico Tedesco in Stuttgart, Dieter Hecking auf Schalke, Bruno Labbadia bei der Hertha und Pal Dardai in Wolfsburg übernimmt. Dann könnte man auch wirklich mal die Trainerarbeit direkt miteinander vergleichen. Just do it!
Auf Schalke gab es im Gegensatz zu den Stuttgartern nebenbei wesentliche Fortschritte: Dieses Wochenende haben sie immerhin gegen einen guten Gegner verloren. Und die wirklich gute Nachricht: Man hat 6 Punkte Vorsprung bei 4 noch ausstehenden Spielen. Bedeutet auch: Wenn Stuttgart kein Spiel mehr gewinnt, können sie die Schalker nicht mehr überholen. Und gerade sieht es doch stark danach aus, als würden die Stuttgarter darauf hoffen mit Unentschieden auf die nötigen Punkte zu kommen. Irgendwie sehe ich es ja kommen, dass Stuttgart am Letzten Spieltag auf Schalke mit dem 10 sieglosen Spiel in Serie in die Relegation kommt, während Schalke mit dem 8. sieglosen Spiel in Serie den direkten Klassenerhalt feiert. In einem trost- und torlosen Unentschieden. Und dann stellt Stuttgart fest: Oh fuck, in der Relegation treffen wir auf den Hamburger SV...
Und ja, auch wenn das nichts mit der Bundesliga zu tun hat, aber auch der HSV ist wieder in seinem bekannten "Schneckenrennen" Modus Operandi angekommen. Seit dem überzeugenden Derby-Sieg haben die keinen 3er in der Liga mehr eingesammelt, aber irgendwie sind die anderen noch unfähiger, weshalb man immer noch auf Platz 2 steht. Mein Traumszenario ist ja, dass sie zwischen der Relegation ins Pokalfinale kommen und dann eine Bluescreen im Rahmenterminkalender produzieren. Let's do it.
Nebenbei finde ich es faszinierend, dass immer noch so getan wird, als könne der SC Freiburg absteigen... Dafür müsste der VfB Stuttgart jedes Spiel und Schalke 2 ihrer nächsten 3 Spiele gewinnen, weil sich ja am letzten Spieltag nicht beide gegenseitig schlagen können. Und ja, das sage ich jetzt so deutlich, obwohl ich mir dann vorwerfen lassen muss, dass ich den Vorführeffekt provoziert habe und damit Schuld daran bin, wenn der SC absteigt: Das wird nicht passieren. Selbst wenn Freiburg alle noch anstehenden Spiele verliert, halten sie die Klasse.
Oh und eine wichtige Sache gibt es noch: Sportschau - Vollidioten der Woche. Oder: Für wie dumm halten die mich eigentlich? Ok, für extrem, schließlich wollen die mir jedes Jahr einreden, wie hochklassig und spannend diese Gurkenliga doch ist. Aber dieses Wochenende begaben sie sich auf ein neues absurdes Niveau, als sie den Torschützen des Monats Serge Gnabry live im Studio interviewten... umrahmt von der Zusammenfassung des Bayern Spiels... Und dann waren sie noch ganz begeistert, dass Gnabry nicht des Ausgang des Spiels gespoilert hat...
Ähm... also... das habt ihr Vollidioten gemacht, in dem ihr ihn zum Interview eingeladen habt! Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass Serge Gnabry darüber scherzt, wie viele Tore des Monats ihn noch fehlen um Lukas Podolskis Rekord (den einzigen und praktisch völlig irrelevanten, den dieser besitzt, aber Details) zu brechen, wenn er und seine Bayern gerade die Meisterschaft verspielt haben könnten? Ich stelle mir gerade vor, wie dieses Interview von den Bayern-Bossen aufgenommen worden wäre, wenn das Spiel gegen Werder Unentschieden ausgegangen wäre...
Was halt doppelt absurd war, weil die Bayern Werder eben nicht mit 5 Treffern und dem nächsten potenziellen Tor des Monats aus dem Stadion geschossen haben, sondern bis zur 75. Minute zittern mussten... Aber die Sportschau hat vorher dafür gesorgt, dass jegliche Spannung aus der Zusammenfassung genommen worden ist... Und die glauben, dass wir zu dumm sind um das zu bemerken. Genau der Teil macht mich ja eigentlich wütend... Spoilert von mir aus das Ergebnis, aber beleidigt nicht meine Intelligenz. Dafür werdet ihr von mir nicht bezahlt...
Dabei hat die versammelte Konkurrenz ja komplett für Hannover gespielt. Allen voran der VfB Stuttgart, der mal wieder nach einem Augsburg Spiel den Trainer entließ... wie immer wenn Markus Weinzierl in diesem Spiel an der Seitenlinie steht. Gerade wenn man sich dessen Bilanz nach seiner Augsburg-Zeit und die direkten Auswirkungen des Wechsels von Manuel Baum auf Martin Schmidt mal anguckt, fragt man sich schon was in Augsburg alles möglich gewesen wäre, wenn die mal auf einen guten Trainer gesetzt hätten... Aber gut, wo will Augsburg einen guten Trainer finden.
Dazu muss dieses 6:0 natürlich auch mit Vorsicht genossen werden. Schließlich war es das ultimative "Dead Coach Bounce" vs "Dieser Effekt ist vorbei und wir bräuchten schon wieder nen neuen Trainer" Duell. Dass Martin Schmidt da doppelt so brillant aussieht wie sonst, ist erschreckend logisch.
Bei den derzeitigen Entwicklungen auf der Trainerbank warte ich ja eigentlich nur darauf, dass die Trainer buchstäblich durchrotiert werden... also dass Domenico Tedesco in Stuttgart, Dieter Hecking auf Schalke, Bruno Labbadia bei der Hertha und Pal Dardai in Wolfsburg übernimmt. Dann könnte man auch wirklich mal die Trainerarbeit direkt miteinander vergleichen. Just do it!
Auf Schalke gab es im Gegensatz zu den Stuttgartern nebenbei wesentliche Fortschritte: Dieses Wochenende haben sie immerhin gegen einen guten Gegner verloren. Und die wirklich gute Nachricht: Man hat 6 Punkte Vorsprung bei 4 noch ausstehenden Spielen. Bedeutet auch: Wenn Stuttgart kein Spiel mehr gewinnt, können sie die Schalker nicht mehr überholen. Und gerade sieht es doch stark danach aus, als würden die Stuttgarter darauf hoffen mit Unentschieden auf die nötigen Punkte zu kommen. Irgendwie sehe ich es ja kommen, dass Stuttgart am Letzten Spieltag auf Schalke mit dem 10 sieglosen Spiel in Serie in die Relegation kommt, während Schalke mit dem 8. sieglosen Spiel in Serie den direkten Klassenerhalt feiert. In einem trost- und torlosen Unentschieden. Und dann stellt Stuttgart fest: Oh fuck, in der Relegation treffen wir auf den Hamburger SV...
Und ja, auch wenn das nichts mit der Bundesliga zu tun hat, aber auch der HSV ist wieder in seinem bekannten "Schneckenrennen" Modus Operandi angekommen. Seit dem überzeugenden Derby-Sieg haben die keinen 3er in der Liga mehr eingesammelt, aber irgendwie sind die anderen noch unfähiger, weshalb man immer noch auf Platz 2 steht. Mein Traumszenario ist ja, dass sie zwischen der Relegation ins Pokalfinale kommen und dann eine Bluescreen im Rahmenterminkalender produzieren. Let's do it.
Nebenbei finde ich es faszinierend, dass immer noch so getan wird, als könne der SC Freiburg absteigen... Dafür müsste der VfB Stuttgart jedes Spiel und Schalke 2 ihrer nächsten 3 Spiele gewinnen, weil sich ja am letzten Spieltag nicht beide gegenseitig schlagen können. Und ja, das sage ich jetzt so deutlich, obwohl ich mir dann vorwerfen lassen muss, dass ich den Vorführeffekt provoziert habe und damit Schuld daran bin, wenn der SC absteigt: Das wird nicht passieren. Selbst wenn Freiburg alle noch anstehenden Spiele verliert, halten sie die Klasse.
Oh und eine wichtige Sache gibt es noch: Sportschau - Vollidioten der Woche. Oder: Für wie dumm halten die mich eigentlich? Ok, für extrem, schließlich wollen die mir jedes Jahr einreden, wie hochklassig und spannend diese Gurkenliga doch ist. Aber dieses Wochenende begaben sie sich auf ein neues absurdes Niveau, als sie den Torschützen des Monats Serge Gnabry live im Studio interviewten... umrahmt von der Zusammenfassung des Bayern Spiels... Und dann waren sie noch ganz begeistert, dass Gnabry nicht des Ausgang des Spiels gespoilert hat...
Ähm... also... das habt ihr Vollidioten gemacht, in dem ihr ihn zum Interview eingeladen habt! Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass Serge Gnabry darüber scherzt, wie viele Tore des Monats ihn noch fehlen um Lukas Podolskis Rekord (den einzigen und praktisch völlig irrelevanten, den dieser besitzt, aber Details) zu brechen, wenn er und seine Bayern gerade die Meisterschaft verspielt haben könnten? Ich stelle mir gerade vor, wie dieses Interview von den Bayern-Bossen aufgenommen worden wäre, wenn das Spiel gegen Werder Unentschieden ausgegangen wäre...
Was halt doppelt absurd war, weil die Bayern Werder eben nicht mit 5 Treffern und dem nächsten potenziellen Tor des Monats aus dem Stadion geschossen haben, sondern bis zur 75. Minute zittern mussten... Aber die Sportschau hat vorher dafür gesorgt, dass jegliche Spannung aus der Zusammenfassung genommen worden ist... Und die glauben, dass wir zu dumm sind um das zu bemerken. Genau der Teil macht mich ja eigentlich wütend... Spoilert von mir aus das Ergebnis, aber beleidigt nicht meine Intelligenz. Dafür werdet ihr von mir nicht bezahlt...
Donnerstag, 18. April 2019
Best of des "Wenn Ajax gut ist" Champions League Rückspiels
Wenn Ajax gut ist... also so richtig gut und nicht nur im Nationalen Vergleich... dann ist die Fußball-Welt ein besserer Ort.
Ajax ist der wohl faszinierendste Fußballverein der Welt. Gerade weil ihnen das ja alles nicht zum ersten Mal passiert. Das letzte Mal... war Edwin van der Saar noch ein junger Hüpfer... heute ist er der Sportdirektor und es läuft wieder.
Um da mal direkt in den Geschichtsbüchern zu kramen: Meine erste Ajax Erinnerung kommt vom 19.04.1995... Damals gab es Fußball noch im FreeTV, allerdings mit mehr Werbeunterbrechungen als Halbzeitanalysen... Die Jüngeren kennen das von den Qualifikationsspielen der Nationalmannschaft... Was dazu führte, dass Sat1 noch nicht wieder auf Sendung war, als Ajax das 4:1 erzielte. (Und wenn ihr euch immer noch fragt, warum ich diesen Blog betreibe: Ich habe mir viel zu viel sinnlosen Scheiß gemerkt, der irgendwo hin muss).
Die aktuelle Ajax-Generation ist noch absurder als ihre Vorgänger aus den 90ern oder 70ern, denn eigentlich sollte es unmöglich sein mit einer gefühlten A-Jugend derart erfolgreich zu sein. Vor allem, weil die Spieler eigentlich jetzt schon im Ausland sein sollten. Früher war es halt ganz normal mit Anfang 20 noch in der Heimat zu spielen, weil ja die Spitzenmannschaften, für die Ajax ausbildet, auch nur begrenzte Möglichkeiten hatten Ausländer in ihrem Kader einzubauen. Heute ist es eigentlich ein Wunder, dass die Kinder noch bei Ajax bleiben und nicht schon in der C-Jugend zu Chelsea London wechseln... also wie das halt gefühlt all den belgischen Talenten passiert, die dann mit 20 schon für Millionenbeträge innerhalb der Premiere League verliehen werden.
Und selbst wenn dann mal ein Talent in der ersten Mannschaft auftaucht... wird es mittlerweile halt mit 18 und nicht mehr mit 22 Jahren verpflichtet, weil man halt nicht mehr eine Mannschaft aufbauen, sondern sich Wertanlagen sichern will. Das lohnt sich sogar dann finanziell, wenn die Wertanlage insgesamt 3 Spiele für dich macht und dich hinterher regelmäßig abschießt...
Trotzdem hat Ajax es geschafft eine überragende Mannschaft aufzubauen. Und zwar nicht nur für eine Saison, genau genommen ist das jetzt nur der Höhepunkt eine Entwicklung, die, man mag es kaum glauben, unter Peter Bosz anfing. Der führte Ajax ziemlich überraschend ins Europa League Finale... und mit Onana, Veltman, de Light, Schöne und de Jong sind erstaunlich viele (für Ajax Verhältnisse) Spieler von "damals" heute noch dabei. Es ist keine Sensation mehr, dass diese Mannschaft jetzt so gut ist, es ist nur eine Sensation, dass sie so lange zusammen geblieben ist. Und genau diesen Fakt sollte man jetzt genießen. Denn diese Mannschaft wird nach der Saison auseinander brechen, was völlig normal ist. Das ist in den 70ern und in den 90ern auch passiert. Danach muss Ajax dann neu aufbauen und das sie wieder eine derart gute Generation zusammenbekommen dürfte danach dann wider 30 Jahre dauern...
Was die Ajax-Generationen so besonders macht, ist ja der Fakt, dass ihnen alles egal ist. Also zurück zu dem Beispiel aus dem Jahr 1995: Damals führte man mit 3:1 in einem Champions League Halbfinale. Eigentlich musste man nur noch verhindern, dass man 2 Tore in 45 Minuten kassiert... und was macht man? Man greift vom Anpfiff an weiter konsequent an, womit zumindest bei Sat1 und bei den Bayern anscheinend niemand gerechnet hat, und erzielt direkt das 4:1... ein völlig unnötiges Tor, aber das ist den Erben von Johann Cruyff doch egal.
Und genau so agiert diese Generation: Da spielt man gegen Cristiano Ronaldo und die ganze Welt geht davon aus, dass einer der schon noch das Tor (oder die Tore) macht, die seine Mannschaft braucht... Und Ajax sagt sich: Ist uns egal, wir spielen einfach aufs 3:1... Und das Achtelfinale gegen Real Madrid sah ja genau so aus. Man spielt bei den renommiertesten Vereinen in Europa... man hat das Hinspiel verloren oder liegt im Rückspiel plötzlich hinten und ist nach allen Regeln der Vernunft so gut wie ausgeschieden... Man bekommt in deren Festungen trotzdem irgendwie die Chance weiter zu kommen... und dann erstarrt man nicht vor Ehrfurcht, sondern spielt einfach munter weiter auf das gegnerische Tor...
Was mich ja am meisten fasziniert: Wie egal das unseren Leitmedien ist. Also das ehemalige Fachmagazin gönnt dem (gut, ebenfalls historischen, aber aus den falschen Gründen) Zweitligagipfel wesentlich mehr Aufmerksamkeit als eine Mannschaft zu feiern, auf deren Reinkarnation man 24 Jahre lang gewartet hat. Dass da gerade etwas wirklich besonderes passiert, erfährt der gemeine Kicker-Leser nicht.
Und das, obwohl der Kicker die Zeit dafür hatte, auf Ole Gunnar Solskjaers größten Moment hinzuweisen. Was ein guter Ansatz ist. Derartige Videos kann man eigentlich nicht oft genug einbauen... Aber sowohl die Entwicklung bei Ajax, als auch die von Tottenham hätten mehr Aufmerksamkeit verdient.
Denn kommen wir direkt mal zum nächsten Klassiker: Manchester City - Tottenham wird eines dieser Spiele sein, an das sich der gemeine Fußballfan ewig erinnert. Eines dieser Holy Shit Ergebnisse. Wie das Etihad Stadium eskaliert ist, als Raheem Sterling den scheinbar entscheidenden Treffer erzielte... Wie es zitterte, als der Videobeweis angezeigt worden ist... und dann die Stille danach... Ein eh schon unbeschreibliches Spiel bekam nochmal eine absurde Krönung.
Und auch was Tottenham abliefert, ist völlig absurd. Also die haben ja im Sommer gegen jede Logik keinen Cent ausgegeben. Und sie sind die Premiere League Mannschaft, die jegliches "Die haben halt mehr Geld als wir" auf den Kopf stellt... Und natürlich geben auch die Geld aus. Aber halt pro Saison nur 10 Millionen mehr als die Bayern... Da fällt einem das Jammern schon schwerer... Und da könnte man auch mal feststellen, dass der Unterschied zwischen Premier League und Bundesliga nicht nur in den Investoren und den TV Milliarden aus Asien liegt.
Und auch wenn ich die anwesenden Arsenal Fans jetzt vergraule: Die Entwicklung von Tottenham auf dem Platz hätte man in einer der beiden letzten Ausgaben auch mal angemessen würdigen können. Aber vielleicht kommt das ja jetzt, wo die im Halbfinale aufeinander treffen.
Stellt euch einfach mal vor, eine Deutsche Mannschaft wäre an einem dieser beiden Spiele beteiligt gewesen. Der Kicker hätte einen Weg gefunden das Ereignis auf die nächsten 3 Titelseiten zu strecken. Sind die Ereignisse jetzt weniger historisch, weil keine Deutschen beteiligt sind? Ist es nur deswegen wirklich relevanter, dass die Trainerstühle in der Bundesliga diesen Sommer ein Mal im Kreis gedreht werden, sich sonst aber nichts ändert? Und ja, wenn sich die Kicker Analyse zu den Trainerwechseln durchliest, ändert sich in der Bundesliga gerade weniger als ich vermutet hätte... trotzdem wird dieser Stagnation mehr Aufmerksamkeit geschenkt als den wirklichen Entwicklungen... Das ist irgendwie Schade.
Ajax ist der wohl faszinierendste Fußballverein der Welt. Gerade weil ihnen das ja alles nicht zum ersten Mal passiert. Das letzte Mal... war Edwin van der Saar noch ein junger Hüpfer... heute ist er der Sportdirektor und es läuft wieder.
Um da mal direkt in den Geschichtsbüchern zu kramen: Meine erste Ajax Erinnerung kommt vom 19.04.1995... Damals gab es Fußball noch im FreeTV, allerdings mit mehr Werbeunterbrechungen als Halbzeitanalysen... Die Jüngeren kennen das von den Qualifikationsspielen der Nationalmannschaft... Was dazu führte, dass Sat1 noch nicht wieder auf Sendung war, als Ajax das 4:1 erzielte. (Und wenn ihr euch immer noch fragt, warum ich diesen Blog betreibe: Ich habe mir viel zu viel sinnlosen Scheiß gemerkt, der irgendwo hin muss).
Die aktuelle Ajax-Generation ist noch absurder als ihre Vorgänger aus den 90ern oder 70ern, denn eigentlich sollte es unmöglich sein mit einer gefühlten A-Jugend derart erfolgreich zu sein. Vor allem, weil die Spieler eigentlich jetzt schon im Ausland sein sollten. Früher war es halt ganz normal mit Anfang 20 noch in der Heimat zu spielen, weil ja die Spitzenmannschaften, für die Ajax ausbildet, auch nur begrenzte Möglichkeiten hatten Ausländer in ihrem Kader einzubauen. Heute ist es eigentlich ein Wunder, dass die Kinder noch bei Ajax bleiben und nicht schon in der C-Jugend zu Chelsea London wechseln... also wie das halt gefühlt all den belgischen Talenten passiert, die dann mit 20 schon für Millionenbeträge innerhalb der Premiere League verliehen werden.
Und selbst wenn dann mal ein Talent in der ersten Mannschaft auftaucht... wird es mittlerweile halt mit 18 und nicht mehr mit 22 Jahren verpflichtet, weil man halt nicht mehr eine Mannschaft aufbauen, sondern sich Wertanlagen sichern will. Das lohnt sich sogar dann finanziell, wenn die Wertanlage insgesamt 3 Spiele für dich macht und dich hinterher regelmäßig abschießt...
Trotzdem hat Ajax es geschafft eine überragende Mannschaft aufzubauen. Und zwar nicht nur für eine Saison, genau genommen ist das jetzt nur der Höhepunkt eine Entwicklung, die, man mag es kaum glauben, unter Peter Bosz anfing. Der führte Ajax ziemlich überraschend ins Europa League Finale... und mit Onana, Veltman, de Light, Schöne und de Jong sind erstaunlich viele (für Ajax Verhältnisse) Spieler von "damals" heute noch dabei. Es ist keine Sensation mehr, dass diese Mannschaft jetzt so gut ist, es ist nur eine Sensation, dass sie so lange zusammen geblieben ist. Und genau diesen Fakt sollte man jetzt genießen. Denn diese Mannschaft wird nach der Saison auseinander brechen, was völlig normal ist. Das ist in den 70ern und in den 90ern auch passiert. Danach muss Ajax dann neu aufbauen und das sie wieder eine derart gute Generation zusammenbekommen dürfte danach dann wider 30 Jahre dauern...
Was die Ajax-Generationen so besonders macht, ist ja der Fakt, dass ihnen alles egal ist. Also zurück zu dem Beispiel aus dem Jahr 1995: Damals führte man mit 3:1 in einem Champions League Halbfinale. Eigentlich musste man nur noch verhindern, dass man 2 Tore in 45 Minuten kassiert... und was macht man? Man greift vom Anpfiff an weiter konsequent an, womit zumindest bei Sat1 und bei den Bayern anscheinend niemand gerechnet hat, und erzielt direkt das 4:1... ein völlig unnötiges Tor, aber das ist den Erben von Johann Cruyff doch egal.
Und genau so agiert diese Generation: Da spielt man gegen Cristiano Ronaldo und die ganze Welt geht davon aus, dass einer der schon noch das Tor (oder die Tore) macht, die seine Mannschaft braucht... Und Ajax sagt sich: Ist uns egal, wir spielen einfach aufs 3:1... Und das Achtelfinale gegen Real Madrid sah ja genau so aus. Man spielt bei den renommiertesten Vereinen in Europa... man hat das Hinspiel verloren oder liegt im Rückspiel plötzlich hinten und ist nach allen Regeln der Vernunft so gut wie ausgeschieden... Man bekommt in deren Festungen trotzdem irgendwie die Chance weiter zu kommen... und dann erstarrt man nicht vor Ehrfurcht, sondern spielt einfach munter weiter auf das gegnerische Tor...
Was mich ja am meisten fasziniert: Wie egal das unseren Leitmedien ist. Also das ehemalige Fachmagazin gönnt dem (gut, ebenfalls historischen, aber aus den falschen Gründen) Zweitligagipfel wesentlich mehr Aufmerksamkeit als eine Mannschaft zu feiern, auf deren Reinkarnation man 24 Jahre lang gewartet hat. Dass da gerade etwas wirklich besonderes passiert, erfährt der gemeine Kicker-Leser nicht.
Und das, obwohl der Kicker die Zeit dafür hatte, auf Ole Gunnar Solskjaers größten Moment hinzuweisen. Was ein guter Ansatz ist. Derartige Videos kann man eigentlich nicht oft genug einbauen... Aber sowohl die Entwicklung bei Ajax, als auch die von Tottenham hätten mehr Aufmerksamkeit verdient.
Denn kommen wir direkt mal zum nächsten Klassiker: Manchester City - Tottenham wird eines dieser Spiele sein, an das sich der gemeine Fußballfan ewig erinnert. Eines dieser Holy Shit Ergebnisse. Wie das Etihad Stadium eskaliert ist, als Raheem Sterling den scheinbar entscheidenden Treffer erzielte... Wie es zitterte, als der Videobeweis angezeigt worden ist... und dann die Stille danach... Ein eh schon unbeschreibliches Spiel bekam nochmal eine absurde Krönung.
Und auch was Tottenham abliefert, ist völlig absurd. Also die haben ja im Sommer gegen jede Logik keinen Cent ausgegeben. Und sie sind die Premiere League Mannschaft, die jegliches "Die haben halt mehr Geld als wir" auf den Kopf stellt... Und natürlich geben auch die Geld aus. Aber halt pro Saison nur 10 Millionen mehr als die Bayern... Da fällt einem das Jammern schon schwerer... Und da könnte man auch mal feststellen, dass der Unterschied zwischen Premier League und Bundesliga nicht nur in den Investoren und den TV Milliarden aus Asien liegt.
Und auch wenn ich die anwesenden Arsenal Fans jetzt vergraule: Die Entwicklung von Tottenham auf dem Platz hätte man in einer der beiden letzten Ausgaben auch mal angemessen würdigen können. Aber vielleicht kommt das ja jetzt, wo die im Halbfinale aufeinander treffen.
Stellt euch einfach mal vor, eine Deutsche Mannschaft wäre an einem dieser beiden Spiele beteiligt gewesen. Der Kicker hätte einen Weg gefunden das Ereignis auf die nächsten 3 Titelseiten zu strecken. Sind die Ereignisse jetzt weniger historisch, weil keine Deutschen beteiligt sind? Ist es nur deswegen wirklich relevanter, dass die Trainerstühle in der Bundesliga diesen Sommer ein Mal im Kreis gedreht werden, sich sonst aber nichts ändert? Und ja, wenn sich die Kicker Analyse zu den Trainerwechseln durchliest, ändert sich in der Bundesliga gerade weniger als ich vermutet hätte... trotzdem wird dieser Stagnation mehr Aufmerksamkeit geschenkt als den wirklichen Entwicklungen... Das ist irgendwie Schade.
Dienstag, 16. April 2019
Das Dardai Dilemma
Oder: Wie man's macht, macht man's verkehrt.
Pal Dardai ist ja gerade in seiner 5. Saison bei der Hertha. Und seit Dardai den Titel "Interimstrainer" losgeworden ist, hat die Hertha nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun. Was für einen Verein, der alleine in diesem Jahrzehnt 2 Mal abgestiegen ist, keine Selbstverständlichkeit ist. Dardais Bilanz sieht mit Platz 7, 6 und 10 mehr als ordentlich aus. So einen guten Trainer muss du erst Mal finden...
Und ja, es ist durchaus möglich, dass Dardai vor 2022 wieder Cheftrainer in Berlin wird, weil er die Hertha wieder vor dem Abstieg retten muss... oder dass er nach Stuttgart geht, weil die von einer derartigen Bilanz träumen.
Aber Dardais Bilanz kommt mit einem entscheidenden Markel: Platz 16, Platz 16, Platz 13, Platz 11 und Stand jetzt Platz 13. Oder 17, 18, 19 und 19. Das sind die Anzahl der Punkte, die Hertha unter Dardai in der Rückrunde holte. Das ist jeweils schlechter als in der Hinrunde. Im Best Case Szenario holt Dardai in der Rückrunde 5 Punkte weniger, im Worst Case 14...
Und wir reden halt von Berlin, einer Stadt mit erstaunlichen Möglichkeiten. Klar, Berlin ist unter Dardai zur Grauen Maus geworden... und das ist nice... Aber auf Dauer kann das nicht das Ziel sein. Dardai allerdings nachgewiesen hat, dass er seine Mannschaft im Saisonverlauf nicht besser machen kann, was aber für die Hertha zwingend erforderlich ist, wenn sie den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen will. Er kann wunderbar dafür sorgen, dass sein Team eine außerordentliche Frühform an den Tag legt und sich dadurch ein Polster aufbaut, welches ihr den Klassenerhalt sichert. Deswegen wird, obwohl meine ursprüngliche 10 absurde Thesen Theorie, dass Dardai keine komplette Saison konstant trainieren kann, doch noch wahr geworden, auch wenn Dardai nie in den Abstiegskampf abgerutscht ist. Also kein I Told you so... aber fast...
Dieses Phänomen lässt sich am besten an Ondreij Duda festmachen: Der begann im Sommer überragend mit 6 Toren in 8 Spielen... Hat aber seine Form nicht annähernd halten können. Und da ist er ja keine Ausnahme.
Oder überlegt einfach mal wie viele relativ große Talente die Hertha im Sommer hatte... da wird seit Jahren so getan, als hätten die herausragende Jahrgänge in der Pipeline... wo alle dachten, dass sie in dieser Saison den nächsten Schritt machen. Nehmen wir (auch wenn der schon seit Jahren da ist) Marvin Plattenhardt, der ja nicht erst seit gestern deutscher Nationalspieler ist... Hätte Dardai den nicht mittlerweile auf ein Niveau bringen müssen, wo er für Mannschaften, die konstant international spielen, interessant wird... Aber der stagniert halt auf dem allgemeinen Hertha Niveau... genau so wie Arne Meier... oder, oder, oder... Ich sag das mal so: Wenn ich einen Trainer suche, der meine durchaus vorhandenen Talente nicht weiter entwickelt, dann nehme ich doch Heiko Herrlich.
Lasst uns das mal mit 2 Gegenbeispielen vergleichen, die derzeit beweisen, dass sie eine Mannschaft über den Verlauf der Saison hinweg und ohne große Impulse von außen weiterentwickeln können: Ralf Rangnick und Julian Nagelsmann.
RB Leipzig dürfte derzeit die 2. Beste Mannschaft in Deutschland sein. Mindestens. In der Konferenz bei Sky fiel der wunderbare Satz: Wenn die nicht so oft verloren hätten, könnten die um die Meisterschaft mitspielen... was auch auf Hannover 96 zutrifft, aber es geht ja ums Prinzip:
Wenn Leipzig schon zu Saisonbeginn so gut gewesen wäre, wie sie es jetzt sind. Aber dies bedeutet auch: Man sieht in der Mannschaft eine klare Entwicklung. Sowohl individuell als auch taktisch.
Und in Hoffenheim kann man dies am besten an der individuellen Entwicklung von Ishak Belfodil festmachen. Der gibt quasi gerade den Anti-Duda: In der Winterpause wollte er persönlich eigentlich schon wieder weg, aber jetzt merkt man die Arbeit von Nagelsmann und er steht bei 9 Rückrundentoren. Und nur um zu beweisen, dass das keine Ausnahme ist: Andrej Kramaric trifft unter Nagelsmann das dritte ja in Folge in der Rückrunde wesentlich besser als in der Hinrunde...
Nebenbei reden wir von genau dem Belfodil, den Übertrainer Florian Kohfeldt nicht zum funktionieren gebracht hat und bei dem sich im Sommer alle gefragt haben: Was will ein Champions League Teilnehmer denn mit dem? Aber Nagelsmann braucht halt ein halbes Jahr um diese Frage zu beantworten.
Vielleicht sollte sich Nagelsmann Dardai als Co-Trainer sichern und ihn die Grundlagen legen lassen, damit seine Mannschaft 2 starke Halbserien spielen können... Denn Rangnick und Nagelsmann kommen natürlich mit dem Problem, dass sie gerade international so richtig verkackt haben und definitiv noch lernen müssen, wie sie ihre Entwicklung der Mannschaft mit der Zusatzbelastung Europapokal in Einklang bringen.
Nur um mal zu erwähnen, dass dieses Dardai Dilemma gar nicht so außergewöhnlich ist, sondern eventuell sogar zum entscheidenden Entwicklungsschritt eines Trainers gehört: Selbst Trainerlegenden wie Thomas Schaaf hatten eingangs in Bremen große Probleme ihre Hinrunden zu bestätigen. Zyniker werden behaupten, dass er das in all den Jahren nur ein Mal geschafft hat, aber die gibt es hier ja zum Glück nicht... Bruno Labbadia hat ja auch deswegen so eine geringe Halbwertszeit. Peter Bosz macht das alles immer im Zeitraffer. Sandro Schwarz hat gerade die 2. Saison in Folge das Problem, dass seine Mannschaft in der Rückrunde nur in Ausnahmefällen bundesliga-tauglich aussieht. Und ja, Schwarz hat gerade extremes Glück, dass der Spielverlauf gegen Freiburg so absurd war, wie er war, das Ergebnis überdeckt vieles, was Mainz zum 2. Mal in Folge im März und April abliefert. Und letztes Jahr um diese Zeit haben wir uns alle gefragt, ob es eigentlich vernünftig ist den Mann nicht zu entlassen.
Selbst ein Dieter Hecking muss sich irgendwie fragen lassen, warum seine Mannschaft in der Rückrunde schon wieder nachlässt. Selbst ihm passiert das seit 2014/15 (der letzten Saison, in der Hecking in der Rückrunde einen Punkt mehr als in der Hinrunde holte) immer wieder...
Nebenbei sind das alles Statistiken, die sich Michael Preetz mal genau angucken sollte. Denn wenn eine sichtbare Weiterentwicklung innerhalb der Saison der Anspruch sein soll, kann man Hecking schlecht als die Traumlösung verkaufen...
Aber das ist ja das nächste Problem des Leistungssports: Wenn (Extrembeispiel) Preetz einen Alexander Zorniger aus dem Exil holt, bei dem man nach einem Halben Jahr genau die Entwicklung zu sehen bekommt, die Hertha dringend braucht um voranzukommen, aber der Weg dahin eher schmerzhaft ist... dann werden alle nach der stabilen "Wir sichern uns erst Mal den Klassenerhalt mit einer starken Hinrunde und gucken dann weiter" schreien und behaupten, dass Dardai zu entlassen unfassbar dumm war.
Nebenbei wollte ich zum Schluss nochmal eines erwähnen: In diesem Ominösen Früher wo alles besser war sind solche Trainer wesentlich schneller (also bereits in ihrer ersten, spätestens in der 2. Rückrunde) vorgeführt, sind dann in den Abstiegskampf gerutscht und wurden wesentlich schneller entlassen. Da es in einer Liga, in der selbst Nürnberg mit einem Sieg aus 24 Partien nicht hoffnungslos abgeschlagen ist, quasi unmöglich ist in den Abstiegskampf zu rutschen, haben diese Trainer ein wesentlich entspannteres Leben... Was aber nicht bedeutet, dass die Liga dadurch besser wird, eher im Gegenteil.
Pal Dardai ist ja gerade in seiner 5. Saison bei der Hertha. Und seit Dardai den Titel "Interimstrainer" losgeworden ist, hat die Hertha nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun. Was für einen Verein, der alleine in diesem Jahrzehnt 2 Mal abgestiegen ist, keine Selbstverständlichkeit ist. Dardais Bilanz sieht mit Platz 7, 6 und 10 mehr als ordentlich aus. So einen guten Trainer muss du erst Mal finden...
Und ja, es ist durchaus möglich, dass Dardai vor 2022 wieder Cheftrainer in Berlin wird, weil er die Hertha wieder vor dem Abstieg retten muss... oder dass er nach Stuttgart geht, weil die von einer derartigen Bilanz träumen.
Aber Dardais Bilanz kommt mit einem entscheidenden Markel: Platz 16, Platz 16, Platz 13, Platz 11 und Stand jetzt Platz 13. Oder 17, 18, 19 und 19. Das sind die Anzahl der Punkte, die Hertha unter Dardai in der Rückrunde holte. Das ist jeweils schlechter als in der Hinrunde. Im Best Case Szenario holt Dardai in der Rückrunde 5 Punkte weniger, im Worst Case 14...
Und wir reden halt von Berlin, einer Stadt mit erstaunlichen Möglichkeiten. Klar, Berlin ist unter Dardai zur Grauen Maus geworden... und das ist nice... Aber auf Dauer kann das nicht das Ziel sein. Dardai allerdings nachgewiesen hat, dass er seine Mannschaft im Saisonverlauf nicht besser machen kann, was aber für die Hertha zwingend erforderlich ist, wenn sie den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen will. Er kann wunderbar dafür sorgen, dass sein Team eine außerordentliche Frühform an den Tag legt und sich dadurch ein Polster aufbaut, welches ihr den Klassenerhalt sichert. Deswegen wird, obwohl meine ursprüngliche 10 absurde Thesen Theorie, dass Dardai keine komplette Saison konstant trainieren kann, doch noch wahr geworden, auch wenn Dardai nie in den Abstiegskampf abgerutscht ist. Also kein I Told you so... aber fast...
Dieses Phänomen lässt sich am besten an Ondreij Duda festmachen: Der begann im Sommer überragend mit 6 Toren in 8 Spielen... Hat aber seine Form nicht annähernd halten können. Und da ist er ja keine Ausnahme.
Oder überlegt einfach mal wie viele relativ große Talente die Hertha im Sommer hatte... da wird seit Jahren so getan, als hätten die herausragende Jahrgänge in der Pipeline... wo alle dachten, dass sie in dieser Saison den nächsten Schritt machen. Nehmen wir (auch wenn der schon seit Jahren da ist) Marvin Plattenhardt, der ja nicht erst seit gestern deutscher Nationalspieler ist... Hätte Dardai den nicht mittlerweile auf ein Niveau bringen müssen, wo er für Mannschaften, die konstant international spielen, interessant wird... Aber der stagniert halt auf dem allgemeinen Hertha Niveau... genau so wie Arne Meier... oder, oder, oder... Ich sag das mal so: Wenn ich einen Trainer suche, der meine durchaus vorhandenen Talente nicht weiter entwickelt, dann nehme ich doch Heiko Herrlich.
Lasst uns das mal mit 2 Gegenbeispielen vergleichen, die derzeit beweisen, dass sie eine Mannschaft über den Verlauf der Saison hinweg und ohne große Impulse von außen weiterentwickeln können: Ralf Rangnick und Julian Nagelsmann.
RB Leipzig dürfte derzeit die 2. Beste Mannschaft in Deutschland sein. Mindestens. In der Konferenz bei Sky fiel der wunderbare Satz: Wenn die nicht so oft verloren hätten, könnten die um die Meisterschaft mitspielen... was auch auf Hannover 96 zutrifft, aber es geht ja ums Prinzip:
Wenn Leipzig schon zu Saisonbeginn so gut gewesen wäre, wie sie es jetzt sind. Aber dies bedeutet auch: Man sieht in der Mannschaft eine klare Entwicklung. Sowohl individuell als auch taktisch.
Und in Hoffenheim kann man dies am besten an der individuellen Entwicklung von Ishak Belfodil festmachen. Der gibt quasi gerade den Anti-Duda: In der Winterpause wollte er persönlich eigentlich schon wieder weg, aber jetzt merkt man die Arbeit von Nagelsmann und er steht bei 9 Rückrundentoren. Und nur um zu beweisen, dass das keine Ausnahme ist: Andrej Kramaric trifft unter Nagelsmann das dritte ja in Folge in der Rückrunde wesentlich besser als in der Hinrunde...
Nebenbei reden wir von genau dem Belfodil, den Übertrainer Florian Kohfeldt nicht zum funktionieren gebracht hat und bei dem sich im Sommer alle gefragt haben: Was will ein Champions League Teilnehmer denn mit dem? Aber Nagelsmann braucht halt ein halbes Jahr um diese Frage zu beantworten.
Vielleicht sollte sich Nagelsmann Dardai als Co-Trainer sichern und ihn die Grundlagen legen lassen, damit seine Mannschaft 2 starke Halbserien spielen können... Denn Rangnick und Nagelsmann kommen natürlich mit dem Problem, dass sie gerade international so richtig verkackt haben und definitiv noch lernen müssen, wie sie ihre Entwicklung der Mannschaft mit der Zusatzbelastung Europapokal in Einklang bringen.
Nur um mal zu erwähnen, dass dieses Dardai Dilemma gar nicht so außergewöhnlich ist, sondern eventuell sogar zum entscheidenden Entwicklungsschritt eines Trainers gehört: Selbst Trainerlegenden wie Thomas Schaaf hatten eingangs in Bremen große Probleme ihre Hinrunden zu bestätigen. Zyniker werden behaupten, dass er das in all den Jahren nur ein Mal geschafft hat, aber die gibt es hier ja zum Glück nicht... Bruno Labbadia hat ja auch deswegen so eine geringe Halbwertszeit. Peter Bosz macht das alles immer im Zeitraffer. Sandro Schwarz hat gerade die 2. Saison in Folge das Problem, dass seine Mannschaft in der Rückrunde nur in Ausnahmefällen bundesliga-tauglich aussieht. Und ja, Schwarz hat gerade extremes Glück, dass der Spielverlauf gegen Freiburg so absurd war, wie er war, das Ergebnis überdeckt vieles, was Mainz zum 2. Mal in Folge im März und April abliefert. Und letztes Jahr um diese Zeit haben wir uns alle gefragt, ob es eigentlich vernünftig ist den Mann nicht zu entlassen.
Selbst ein Dieter Hecking muss sich irgendwie fragen lassen, warum seine Mannschaft in der Rückrunde schon wieder nachlässt. Selbst ihm passiert das seit 2014/15 (der letzten Saison, in der Hecking in der Rückrunde einen Punkt mehr als in der Hinrunde holte) immer wieder...
Nebenbei sind das alles Statistiken, die sich Michael Preetz mal genau angucken sollte. Denn wenn eine sichtbare Weiterentwicklung innerhalb der Saison der Anspruch sein soll, kann man Hecking schlecht als die Traumlösung verkaufen...
Aber das ist ja das nächste Problem des Leistungssports: Wenn (Extrembeispiel) Preetz einen Alexander Zorniger aus dem Exil holt, bei dem man nach einem Halben Jahr genau die Entwicklung zu sehen bekommt, die Hertha dringend braucht um voranzukommen, aber der Weg dahin eher schmerzhaft ist... dann werden alle nach der stabilen "Wir sichern uns erst Mal den Klassenerhalt mit einer starken Hinrunde und gucken dann weiter" schreien und behaupten, dass Dardai zu entlassen unfassbar dumm war.
Nebenbei wollte ich zum Schluss nochmal eines erwähnen: In diesem Ominösen Früher wo alles besser war sind solche Trainer wesentlich schneller (also bereits in ihrer ersten, spätestens in der 2. Rückrunde) vorgeführt, sind dann in den Abstiegskampf gerutscht und wurden wesentlich schneller entlassen. Da es in einer Liga, in der selbst Nürnberg mit einem Sieg aus 24 Partien nicht hoffnungslos abgeschlagen ist, quasi unmöglich ist in den Abstiegskampf zu rutschen, haben diese Trainer ein wesentlich entspannteres Leben... Was aber nicht bedeutet, dass die Liga dadurch besser wird, eher im Gegenteil.
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