Das wäre mal fällig.
Und ja, ich wollte das eigentlich schon gestern machen. Aber besser spät, als nie. Also hier ist es:
Danke, du komischer Türkischer Verein mit den unausschreiblichen Namen. Danke, dass ihr Borussia Mönchengladbach aus der EuroLeague geschmissen habt.
Warum?
Nun ja, erst Mal zu dem offensichtlichen: Ihr erspart der DFL ein absurdes Terminproblem: Wenn Gladbach die Vorrunde der Europa League überstanden hätte, gäbe es auf ein Mal 4 Teilnehmer an der K.O. Phase. Was auch nur bedeutet: Wir müssten unsere 4 am Donnerstag aktiven Mannschaften auf 3 Spiele am Sonntag oder Montag verteilen.
An der Stelle sollte man auch noch mal Barcelona lobend erwähnen, die, obwohl es für sie um nichts mehr ging, dafür gesorgt haben, dass Dortmund ins Achtelfinale der Champions League einzieht. Und ja, es gab diese Woche ein Szenario, dass zu 5 Euro League Teilnehmern geführt hätte. Was ein absolutes Terminchaos ausgelöst hat.
Aber fast noch viel wichtiger: Basaksehir hat die Bundesliga richtig spannend gemacht. Denn auf ein Mal ist "Gladbach zieht das durch" ein überraschend realistisches Szenario. Also zumindest realistischer als vorher.
Also um kurz 2 Quervergleiche zu ziehen: Eintracht Frankfurt hätte ja letzte Saison am Ende fast eine brutale Zeche für ihren überragenden Einsatz auf internationalen Paket bezahlt. Denn am Ende landete man mit 7 sieglosen Spielen in Folge gerade so auf Platz 7. Was wieder alles über das allgemeine Niveau der Bundesliga aussagt: Der letzte Europacup Teilnehmer ist einfach derjenige, der es nicht verhindern kann auf Platz 7 zu landen. Aber Meister wird man so nicht. Nicht mal in der Bundesliga.
Aber wie wird man denn Meister, wenn man nicht Bayern heißt? Nun ja, gucken wir uns doch mal das Letzte Beispiel an: So unvorstellbar das für die Liverpool Fans sein mag (Jürgen Klopp hat die bisher jedes Jahr in ein internationales Finale geführt...), aber Dortmunds internationale Erfolge waren in Klopps Anfangszeit überschaubar. Selbst in der ersten Meistersaison scheiterte man an Paris und Sevilla in der Gruppenphase.Das Endergebnis sollte allen bekannt sein: Dortmund konnte seinen riesigen Vorsprung verteidigen und den großen Einbruch verhindern.
Und wo wir schon dabei sind: Auch der VfL Wolfsburg verabschiedete sich 2009, wenn auch erst nach der Vorrunde, vor dem Frühjahr aus dem internationalen Geschäft. Nur um danach dann eine epische Rückrunde mit 14 Siegen auszupacken und Überraschungsmeister zu werden.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Gladbach Meister wird, ist jetzt also drastisch gestiegen. Und selbst wenn sie es nicht werden, sollten sie zumindest so lange oben mitmischen, dass das Saisonfinale dieses Jahr spannend werden dürfte. Und all das wegen einer verkackten Nacht im Dezember...
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Samstag, 14. Dezember 2019
Donnerstag, 2. Mai 2019
Was mich ja auch irgendwie irritiert
Vorwarnung: Aus reisetechnischen Gründen muss dieser Beitrag verfasst werden, bevor der aktuelle Kicker gelesen werden kann. Es geht also mehr um den Eindruck aus der Berichtserstattung der letzten Wochen... Wo wir das aus dem Weg geräumt haben:
Was mich ja auch irgendwie irritiert...
Ist dieser Gnadenlose Optimismus, der die Eintracht bei ihrer Europacup Tournee begleitet. Also flächendeckend... Bereits frühzeitig durfte ich "Expertenmeinungen" im Kicker lesen, die die Frankfurter zum Favoriten auf den Titel machen wollten... ähm... Warte was?
Und jetzt glauben 2/3 der Teilnehmer an der Kicker-Umfrage an ein Weiterkommen gegen Chelsea... Klar, die Frankfurt-Fans werden diese Umfrage mit ihrer Euphorie begleiten. Und versteht mich nicht falsch: Ich gönne denen das... Ich habe sogar meine persönliche Freude daran, dass die Eintracht all den anderen Bundesligisten verdeutlicht, dass man in der Europa League einiges holen und auch eine Euphoriewelle auslösen kann, an der zum Beispiel die Leipziger einfach kein Interesse hatten.
Aber lasst uns das ganze mal halbwegs sachlich beurteilen: Frankfurt ist in diesem Halbfinale der krasse Außenseiter. Alles andere als ein 0:5 nach Hin- und Rückspiel wäre schon ein Erfolg, ein Weiterkommen wäre die größte Sensation seit... nun ja, Ajax Amsterdams Sieg gegen Real Madrid. Wobei ich dabei sogar noch einen Schritt weiter gehen würde. Also das ein über talentiertes Ajax einen Favoriten, der seinen Umbruch verpasst hat und weit über den Zenit ist, raus wirft, ist nicht annähernd so überraschend wie es ein Weiterkommen der Eintracht wäre.
Aber wir Deutschen haben halt ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis. Also das "wir" gerade das Duell gegen die Premiere League in der Champions League nicht nur verloren haben, sondern regelrecht vorgeführt worden sind, ignorieren wir einfach mal. Und es ist ja nicht so, dass es knapp war, sondern die Bilanz stand bei 0 Siegen, 1 Unentschieden, 5 Niederlagen bei 3:17 Toren... Also wie man nach dem Joel Matip in Hin- und Rückspiel der gefährlichste Angreifer der Bayern und Dortmund gegen Tottenham komplett überfordert war, zu dem Schluss kommen, dass eine Mannschaft die nicht zur absoluten Elite gehört jetzt bessere Chancen hat als die beiden Spitzenteams.
Und wenn man die Eintracht und Chelsea vergleicht. Also natürlich mit Chelsea unter Abramowitsch, also dem ersten Spielzeug eines Milliardärs... Es ist ja heute unvorstellbar, dass der Verkauf eines Fußballvereins an einen Öligarchen Protestwellen auslösen kann, aber 2003 war dies so... und danach hat Chelsea dann eine ganze Weile gebraucht um wirklich zu einer Spitzenmannschaft zu gehen. Nun mögen sie derzeit in einem relativ kleinen Tief sein, aber sie holen in der Regel trotzdem mindestens einen Titel pro Saison.
Oder um das praktisch auszudrücken: Seit dem richtig viel Kohle in den Verein gepumpt wird, hat Chelsea 23 Titel geholt... unter anderem 2 Internationale. Die Eintracht hat dagegen... 1 Pokalsieg, 2 Finalniederlagen und 2 Europacup Teilnahmen auf dem Konto... Allein schon, dass eine Finalteilnahme im Pokal bei dem einen als Erfolg gewertet wird, bei den anderen nicht mal erwähnt wird, sollte alles über die Machtverhältnisse aussagen...
Dazu kommt: Wenn sie, was ja eher die Ausnahme ist, in die Europa League absteigen, dann gewinnen sie das verdammte Teil auch. Weil Chelsea halt eigentlich ein Stammgast in der Champions League und nebenbei ein Spitzenteam der Premiere League ist. Also die sind in der Breite so gut aufgestellt, dass sie auch mit besseren B-Mannschaften das Halbfinale erreichen und können dort dann auf ihre Stars setzen... Und da sie sich in der Liga derzeit in eine Situation manövriert haben, wo nur noch der Sieg in der Europa League die Saison retten kann, werden sie dies auch machen. Ungefähr so, wie Jose Mourinho dies mit Manchester United getan hat...
Im Gegensatz zu Frankfurt sind sie es in London gewohnt in dieser Phase um die Titel mitzuspielen. Und sie haben auch einen Kader, der den Umgang mit dieser Belastung zulässt. Also ganz praktisch fehlen ja beiden Mannschaften Leistungsträger: Also bei Frankfurt Sebastien Haller, bei Chelsea Antonio Rüdiger. Aber eine Mannschaft kann diesen Ausfall problemlos kompensieren, die andere hat keinen gleichwertigen Ersatz.
Dazu kommt das Problem, dass Ante Rebic und Luka Jovic beide ein wenig überspielt wirken... oder halt Haller wirklich sehr vermissen. Beide sind es im Gegensatz zu den Chelsea Spielern aber halt auch einfach nicht gewöhnt so viele und so wichtige Spiele am Stück zu absolvieren.
In der Summe dürfte Frankfurt selbst dann Außenseiter sein, wenn der Abstand zwischen ihnen und dem Gegner nur so groß wäre, wie damals bei Dortmund gegen Tottenham. Praktisch gesehen ist der Abstand aber eher mit dem von Schalke und Manchester City zu vergleichen. Sachlich gesehen sind sie chancenlos.
Bleibt zu hoffen, dass sich der Fußball dieses Mal nicht an die sachlichen Vorgaben hält.
Was mich ja auch irgendwie irritiert...
Ist dieser Gnadenlose Optimismus, der die Eintracht bei ihrer Europacup Tournee begleitet. Also flächendeckend... Bereits frühzeitig durfte ich "Expertenmeinungen" im Kicker lesen, die die Frankfurter zum Favoriten auf den Titel machen wollten... ähm... Warte was?
Und jetzt glauben 2/3 der Teilnehmer an der Kicker-Umfrage an ein Weiterkommen gegen Chelsea... Klar, die Frankfurt-Fans werden diese Umfrage mit ihrer Euphorie begleiten. Und versteht mich nicht falsch: Ich gönne denen das... Ich habe sogar meine persönliche Freude daran, dass die Eintracht all den anderen Bundesligisten verdeutlicht, dass man in der Europa League einiges holen und auch eine Euphoriewelle auslösen kann, an der zum Beispiel die Leipziger einfach kein Interesse hatten.
Aber lasst uns das ganze mal halbwegs sachlich beurteilen: Frankfurt ist in diesem Halbfinale der krasse Außenseiter. Alles andere als ein 0:5 nach Hin- und Rückspiel wäre schon ein Erfolg, ein Weiterkommen wäre die größte Sensation seit... nun ja, Ajax Amsterdams Sieg gegen Real Madrid. Wobei ich dabei sogar noch einen Schritt weiter gehen würde. Also das ein über talentiertes Ajax einen Favoriten, der seinen Umbruch verpasst hat und weit über den Zenit ist, raus wirft, ist nicht annähernd so überraschend wie es ein Weiterkommen der Eintracht wäre.
Aber wir Deutschen haben halt ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis. Also das "wir" gerade das Duell gegen die Premiere League in der Champions League nicht nur verloren haben, sondern regelrecht vorgeführt worden sind, ignorieren wir einfach mal. Und es ist ja nicht so, dass es knapp war, sondern die Bilanz stand bei 0 Siegen, 1 Unentschieden, 5 Niederlagen bei 3:17 Toren... Also wie man nach dem Joel Matip in Hin- und Rückspiel der gefährlichste Angreifer der Bayern und Dortmund gegen Tottenham komplett überfordert war, zu dem Schluss kommen, dass eine Mannschaft die nicht zur absoluten Elite gehört jetzt bessere Chancen hat als die beiden Spitzenteams.
Und wenn man die Eintracht und Chelsea vergleicht. Also natürlich mit Chelsea unter Abramowitsch, also dem ersten Spielzeug eines Milliardärs... Es ist ja heute unvorstellbar, dass der Verkauf eines Fußballvereins an einen Öligarchen Protestwellen auslösen kann, aber 2003 war dies so... und danach hat Chelsea dann eine ganze Weile gebraucht um wirklich zu einer Spitzenmannschaft zu gehen. Nun mögen sie derzeit in einem relativ kleinen Tief sein, aber sie holen in der Regel trotzdem mindestens einen Titel pro Saison.
Oder um das praktisch auszudrücken: Seit dem richtig viel Kohle in den Verein gepumpt wird, hat Chelsea 23 Titel geholt... unter anderem 2 Internationale. Die Eintracht hat dagegen... 1 Pokalsieg, 2 Finalniederlagen und 2 Europacup Teilnahmen auf dem Konto... Allein schon, dass eine Finalteilnahme im Pokal bei dem einen als Erfolg gewertet wird, bei den anderen nicht mal erwähnt wird, sollte alles über die Machtverhältnisse aussagen...
Dazu kommt: Wenn sie, was ja eher die Ausnahme ist, in die Europa League absteigen, dann gewinnen sie das verdammte Teil auch. Weil Chelsea halt eigentlich ein Stammgast in der Champions League und nebenbei ein Spitzenteam der Premiere League ist. Also die sind in der Breite so gut aufgestellt, dass sie auch mit besseren B-Mannschaften das Halbfinale erreichen und können dort dann auf ihre Stars setzen... Und da sie sich in der Liga derzeit in eine Situation manövriert haben, wo nur noch der Sieg in der Europa League die Saison retten kann, werden sie dies auch machen. Ungefähr so, wie Jose Mourinho dies mit Manchester United getan hat...
Im Gegensatz zu Frankfurt sind sie es in London gewohnt in dieser Phase um die Titel mitzuspielen. Und sie haben auch einen Kader, der den Umgang mit dieser Belastung zulässt. Also ganz praktisch fehlen ja beiden Mannschaften Leistungsträger: Also bei Frankfurt Sebastien Haller, bei Chelsea Antonio Rüdiger. Aber eine Mannschaft kann diesen Ausfall problemlos kompensieren, die andere hat keinen gleichwertigen Ersatz.
Dazu kommt das Problem, dass Ante Rebic und Luka Jovic beide ein wenig überspielt wirken... oder halt Haller wirklich sehr vermissen. Beide sind es im Gegensatz zu den Chelsea Spielern aber halt auch einfach nicht gewöhnt so viele und so wichtige Spiele am Stück zu absolvieren.
In der Summe dürfte Frankfurt selbst dann Außenseiter sein, wenn der Abstand zwischen ihnen und dem Gegner nur so groß wäre, wie damals bei Dortmund gegen Tottenham. Praktisch gesehen ist der Abstand aber eher mit dem von Schalke und Manchester City zu vergleichen. Sachlich gesehen sind sie chancenlos.
Bleibt zu hoffen, dass sich der Fußball dieses Mal nicht an die sachlichen Vorgaben hält.
Dienstag, 28. August 2012
Höchste Zeit für ein Wunder
Ja, es wäre mal wieder Zeit für eine dieser magischen Europapokal-Nächte. Wo man als Bundesligist ein scheinbar aussichtsloses Hinspielergebnis noch dreht. Flutlicht an, Kameras auf Go und ab durch den Regen/Schneesturm... oder halt: Was, jetzt schon?
Seit wann gibt es denn bitte schön Europapokal-Wunder im August? Mal abgesehen, dass wir früher keine Wunder in der Qualifikation brauchten... und das es das letzte offizielle vor 12 Jahren gab... Selbst das Erstrundenwunder der Stuttgarter gegen Feyenoord Rotterdam aus dem Jahre 1999... wurde erst am 29.9 angesetzt. Und nein, mir wird nach wie vor nicht langweilig, wenn ich das herrausstelle:
Es gibt einfach zu viele Spiele. Der letzte der das erkannt hat... war Pep Guardiola, der nach 4 Jahren bei Barca einfach ausgebrannt war. Da hast du den traumhaftesten aller Trainerberufe... und nach 4 (eigentlich viel zu erfolgreichen) Jahren bist du einfach ausgebrannt und leer... weil du deine Mannschaft alle 3 Tage auf einen neuen Gegner einstellen musst... und entgegen der allgemeinen Meinung läuft das auch bei Barca nicht von allein.
Das designierte nächste Burn-out Opfer ist Lionel Messi: Der hat mit 25 schon 387 Spiele gespielt. Er ist derzeit bei knapp 70 Spielen pro Saison... und hat quasi noch 10 Jahre vor sich... Oder er wird halt irgendwann zusammenbrechen... Ich bin schon fast so weit, Messi eine schlimme Verletzung zu wünschen. Eine, wo man erstmal ein Halbes Jahr nichts machen kann und dann mit der Reha beginnt... Weil er irgendwann mal eine echte Pause von dieser "alle 3 Tage ein Spiel" Knochenmühle brauchen wird...
Wollten wir nicht schon 2 mal über das Problem Leistungsdruck nachdenken? Und ja, damit sind wir dann bei Ralf Ragnick und Rober Enke... Wollten wir uns nicht nach diesen Fällen 2 Wochen lang Gedanken machen, wie wir den Druck auf unsere Fußballer verringern können? Was ist dabei eigentlich rausgekommen? (Dasselbe wie bei den Amokläufern in unseren Schulen: Nichts) Und vor allem kam keiner auf die einfachste Idee: Lass uns doch einfach mal an der Schraube "Einsätze" drehen... und die Europäischen Wettbewerbe wieder zu etwas besonderen machen... Damit man als Guardiola oder Ragnick nicht mehr alle 3 Tage einen neuen Gegner vor sich hat...
Und das krasseste ist: Ich glaube noch nicht mal, dass das rein finanziell unbedingt Schaden würde. Klar, weniger Spieltage bedeuten erstmal weniger Umsatz... aber ehrlich: Lohnt sich die derzeitige Gruppenphase der Champions League fürs ZDF wirklich?
Dazu kommt doch, dass eine Überflutung von Reizen auch immer zu einem Werteverfall führt. Nur so als Beispiel: Vor 2 Jahren gab es in 4 Wochen 5 Superclassicos. Eigentlich gibt es für den Fußballfan derzeit wenig geileres als Real Madrid gegen Barca. Aber diese 5 Spiele aufeinander... haben wahrscheinlich selbst den fußballbegeisterndsten neutralen Fans die Lust auf diese Ansetzung genommen.
Ich weiß gar nicht, ob man das heutzutage noch nachvollziehen kann... aber früher war es wirklich eine Seltenheit Barca live zu sehen. Da hat man sich drauf gefreut... Ich erinner mich heute noch an die Saison 99/00 als ausgerechnet die Hertha gegen Barca live im Fernsehen kam... und wie ich mich regelrecht auf Rivaldo und Co gefreut habe... und dann war dermaßen heftiger Nebel, dass man im Fernsehen nichts gesehen hat... Und das 1:1 wurde Kai Michalke zugeschrieben... braucht es noch ein Beweis, dass bei diesem Spiel NIEMAND etwas gesehen hat? Damals war das richtig ärgerlich... heute sagt man sich: Ok, schau ich mir die halt nächste Woche an... oder im Halbfinale... die rennen mir schon nicht weg...
Und die wirklichen Klassiker... Gab's halt einfach nicht jedes Jahr. Sie waren halt noch wirklich was besonderes... Und (um den Bogen zu schlagen) mit etwas besonderen könnte man doch bestimmt mehr Geld machen, oder? Und wenn unsere Helden dann 2-3 Jahre länger Höchstleistungen abliefern können.. kriegt man das Geld sogar doppelt und dreifach wieder...
Seit wann gibt es denn bitte schön Europapokal-Wunder im August? Mal abgesehen, dass wir früher keine Wunder in der Qualifikation brauchten... und das es das letzte offizielle vor 12 Jahren gab... Selbst das Erstrundenwunder der Stuttgarter gegen Feyenoord Rotterdam aus dem Jahre 1999... wurde erst am 29.9 angesetzt. Und nein, mir wird nach wie vor nicht langweilig, wenn ich das herrausstelle:
Es gibt einfach zu viele Spiele. Der letzte der das erkannt hat... war Pep Guardiola, der nach 4 Jahren bei Barca einfach ausgebrannt war. Da hast du den traumhaftesten aller Trainerberufe... und nach 4 (eigentlich viel zu erfolgreichen) Jahren bist du einfach ausgebrannt und leer... weil du deine Mannschaft alle 3 Tage auf einen neuen Gegner einstellen musst... und entgegen der allgemeinen Meinung läuft das auch bei Barca nicht von allein.
Das designierte nächste Burn-out Opfer ist Lionel Messi: Der hat mit 25 schon 387 Spiele gespielt. Er ist derzeit bei knapp 70 Spielen pro Saison... und hat quasi noch 10 Jahre vor sich... Oder er wird halt irgendwann zusammenbrechen... Ich bin schon fast so weit, Messi eine schlimme Verletzung zu wünschen. Eine, wo man erstmal ein Halbes Jahr nichts machen kann und dann mit der Reha beginnt... Weil er irgendwann mal eine echte Pause von dieser "alle 3 Tage ein Spiel" Knochenmühle brauchen wird...
Wollten wir nicht schon 2 mal über das Problem Leistungsdruck nachdenken? Und ja, damit sind wir dann bei Ralf Ragnick und Rober Enke... Wollten wir uns nicht nach diesen Fällen 2 Wochen lang Gedanken machen, wie wir den Druck auf unsere Fußballer verringern können? Was ist dabei eigentlich rausgekommen? (Dasselbe wie bei den Amokläufern in unseren Schulen: Nichts) Und vor allem kam keiner auf die einfachste Idee: Lass uns doch einfach mal an der Schraube "Einsätze" drehen... und die Europäischen Wettbewerbe wieder zu etwas besonderen machen... Damit man als Guardiola oder Ragnick nicht mehr alle 3 Tage einen neuen Gegner vor sich hat...
Und das krasseste ist: Ich glaube noch nicht mal, dass das rein finanziell unbedingt Schaden würde. Klar, weniger Spieltage bedeuten erstmal weniger Umsatz... aber ehrlich: Lohnt sich die derzeitige Gruppenphase der Champions League fürs ZDF wirklich?
Dazu kommt doch, dass eine Überflutung von Reizen auch immer zu einem Werteverfall führt. Nur so als Beispiel: Vor 2 Jahren gab es in 4 Wochen 5 Superclassicos. Eigentlich gibt es für den Fußballfan derzeit wenig geileres als Real Madrid gegen Barca. Aber diese 5 Spiele aufeinander... haben wahrscheinlich selbst den fußballbegeisterndsten neutralen Fans die Lust auf diese Ansetzung genommen.
Ich weiß gar nicht, ob man das heutzutage noch nachvollziehen kann... aber früher war es wirklich eine Seltenheit Barca live zu sehen. Da hat man sich drauf gefreut... Ich erinner mich heute noch an die Saison 99/00 als ausgerechnet die Hertha gegen Barca live im Fernsehen kam... und wie ich mich regelrecht auf Rivaldo und Co gefreut habe... und dann war dermaßen heftiger Nebel, dass man im Fernsehen nichts gesehen hat... Und das 1:1 wurde Kai Michalke zugeschrieben... braucht es noch ein Beweis, dass bei diesem Spiel NIEMAND etwas gesehen hat? Damals war das richtig ärgerlich... heute sagt man sich: Ok, schau ich mir die halt nächste Woche an... oder im Halbfinale... die rennen mir schon nicht weg...
Und die wirklichen Klassiker... Gab's halt einfach nicht jedes Jahr. Sie waren halt noch wirklich was besonderes... Und (um den Bogen zu schlagen) mit etwas besonderen könnte man doch bestimmt mehr Geld machen, oder? Und wenn unsere Helden dann 2-3 Jahre länger Höchstleistungen abliefern können.. kriegt man das Geld sogar doppelt und dreifach wieder...
Donnerstag, 16. Dezember 2010
Hoffentlich hat das kein Bundesligascout gesehen
oder zumindest sollte er nach 15 Minuten abgeschaltet haben mit dem Gedanken: "Jetzt schießen die auch noch Sevilla souverän ab..."
Aber alles, was nach der starken Auftaktphase kam, war einfach nur hässlich. Lucas Barrios wirkte auf einmal unglaublich hölzern. Jakub Blaszczykowski wirkte auf einmal wie ein Odonkor. Neven Subotic und Mats Hummels verloren auf einmal Kopfballduelle. Selbst Nuri Sahin fehlte auf einmal die Präzision im Passspiel. Alle ausländischen Beobachter werden gedacht haben: "und diese Mannschaft dominiert die Deutsche Liga... aha."
Ernsthaft: die 2. Halbzeit war dicht dran an den körperlichen Schmerzen der Thomas Doll Ära. Das Tor fiel nach einer Standartsituation und die einzige weiter klare Torchance war ein Kopfball von Mario Götze aus 17 Metern. Und der ist nun wahrlich kein Kopfballungeheuer.
Sevilla hatte das Spiel von der 15. bis zur 45 Minute im Griff. Und der FC Sevilla ist in Spanien gerade so was wie der Hamburger SV... In der 2. Halbzeit war man sich dann nicht mehr sicher, ob eine Mannschaft nur am Verteidigen war oder ob beide einfach nicht konnten. Und die Nachspielzeit... von den 5 Minuten lagen 3 Minuten lang Sevilla Spieler am Boden. Mein persönliches Highlight: wie der Schiedsrichter extra nochmal zum Zoroka hingeht und ihm erklärt: "Du kommst jetzt nicht sofort wieder rein, du musst behandelt werden." Und wieder eine halbe Minute rumgebracht, ohne dass der Ball lief... (mal so nebenbei: ist sich unter scheinbar grausamen Schmerzen runtertragen lassen und dann 3 Sekunden später wieder rein wollen nicht eine Unsportlichkeit, die man mit Gelb bestrafen könnte? Nur so nen Gedanke...)
Aber ehrlich: am Ende hätte Dortmund noch Stunden spielen können, ohne das 3:2 zu schießen.
Das erstaunlichste an dem Spiel: Dortmund wirkte auf einmal müde. Sie sind also doch menschlich...
Vielleicht bin ich ja auch einfach nur verwöhnt von den Bundesligaspielen und deswegen überkritisch.
Aber alles, was nach der starken Auftaktphase kam, war einfach nur hässlich. Lucas Barrios wirkte auf einmal unglaublich hölzern. Jakub Blaszczykowski wirkte auf einmal wie ein Odonkor. Neven Subotic und Mats Hummels verloren auf einmal Kopfballduelle. Selbst Nuri Sahin fehlte auf einmal die Präzision im Passspiel. Alle ausländischen Beobachter werden gedacht haben: "und diese Mannschaft dominiert die Deutsche Liga... aha."
Ernsthaft: die 2. Halbzeit war dicht dran an den körperlichen Schmerzen der Thomas Doll Ära. Das Tor fiel nach einer Standartsituation und die einzige weiter klare Torchance war ein Kopfball von Mario Götze aus 17 Metern. Und der ist nun wahrlich kein Kopfballungeheuer.
Sevilla hatte das Spiel von der 15. bis zur 45 Minute im Griff. Und der FC Sevilla ist in Spanien gerade so was wie der Hamburger SV... In der 2. Halbzeit war man sich dann nicht mehr sicher, ob eine Mannschaft nur am Verteidigen war oder ob beide einfach nicht konnten. Und die Nachspielzeit... von den 5 Minuten lagen 3 Minuten lang Sevilla Spieler am Boden. Mein persönliches Highlight: wie der Schiedsrichter extra nochmal zum Zoroka hingeht und ihm erklärt: "Du kommst jetzt nicht sofort wieder rein, du musst behandelt werden." Und wieder eine halbe Minute rumgebracht, ohne dass der Ball lief... (mal so nebenbei: ist sich unter scheinbar grausamen Schmerzen runtertragen lassen und dann 3 Sekunden später wieder rein wollen nicht eine Unsportlichkeit, die man mit Gelb bestrafen könnte? Nur so nen Gedanke...)
Aber ehrlich: am Ende hätte Dortmund noch Stunden spielen können, ohne das 3:2 zu schießen.
Das erstaunlichste an dem Spiel: Dortmund wirkte auf einmal müde. Sie sind also doch menschlich...
Vielleicht bin ich ja auch einfach nur verwöhnt von den Bundesligaspielen und deswegen überkritisch.
Donnerstag, 2. Dezember 2010
das kleine dreckige Geheimnis des Vereinsfussballs
deutlich gemacht durch dieses geile Spiel von den Young Boys Bern gegen den VfB Stuttgart. Ich frage mich ernsthaft, warum dieses Spiel überhaupt angepfiffen wurde. Mit Profifussball hatte das relativ wenig zu tun. Was aber auch an der Aufstellung des VfBs liegen könnte. Mein persönliches Highlight kommt vom Kommentator: "Das sieht das zumindest halbwegs nach Stuttgart aus und 5 Minuten später steht es 4:2." Mir fällt dazu spontan nur eins ein.
Aber zurück zum eigentlichen Thema, den kleinem dreckigen Geheimnis des Vereinsfussballs: Warum wurde dieses Spiel überhaupt angepfiffen? Bern bewirbt sich doch gerade nicht mal für die Olympischen Winterspiele, oder? Die Antwort ist einfach: Weil der Rahmenkalender so eng gesteckt ist, dass es kaum noch Ausweichtermine gibt. Also Augen zu und durch. Und Schuld daran sind natürlich die Verbände, die quasi alle 2 Wochen ein Länderspiel stattfinden lassen. Deswegen sind die Spieler ja auch alle so überspielt.
Und die Zahlen belegen das ja auch eindeutig. Es gibt da 2 Jahre, die man so wunderbar vergleichen kann: 1974 und 2010. Deutschland wurde 74 Weltmeister, spielte also die maximale Anzahl an Länderspielen. Bayern München stand im Finale der Championsleague und im DFB-Pokal Halbfinale. Alles in allem hat ein Franz Beckenbauer 74 also theoretisch ein Pflichtspiel weniger gehabt als ein Phillip Lahm 2010.
Der Kaiser kommt auf 34 Ligaspiele und 15 Länderspiele, Unser Aushilfskapitän aus der 6. Klasse kommt auf 34 Ligaspiele und 12 Einsätze für die Nationalelf. Moment, häh, der sollte sich doch bei alle den zusätzlichen Länderspielen überspielt haben. Und überspielt ist er doch auf jeden Fall. Hier kommt das dreckige Geheimnis: 1974 reichten 10 Spiele um Championsleague Sieger zu werden. Und was war noch mit Hin- und Rückspiel im Finale. 2010 sind es dann auf einmal 13 Spiele bis zum Champiosleague Vize-Titel. Und das auch nur, wenn man für die Gruppenphase gesetzt ist. Der Hamburger SV brauchte sogar 18 Spiele, um in der Europaleague im Halbfinale auszuscheiden. Das Problem sind also nicht die Nationalmannschaften, die spielen nich mehr als vor 20 Jahren. Das Problem sind die ganzen Gruppenphasen und Vorqualifikationen. De facto fing die Championsleague Quali dieses Jahr an, bevor die WM zuende war. Und hinterher zu behaupten, die Nationalmannschaften wären Schuld und dürften nicht mehr testen, während man selber die Fernsehgelder scheffelt, ist schon arm. Aber das Rad kann man bekannter Weise nicht zurückdrehen (warum eigentlich nicht?) und selber ist man ja eh nicht Schuld, also drohen wir den Nationalmannschaften, die auf Grund dieser Flut von Terminen ihre Länderspiele im August stattfinden lassen müssen. Ignoranz ist doch was geiles.
Aber zurück zum eigentlichen Thema, den kleinem dreckigen Geheimnis des Vereinsfussballs: Warum wurde dieses Spiel überhaupt angepfiffen? Bern bewirbt sich doch gerade nicht mal für die Olympischen Winterspiele, oder? Die Antwort ist einfach: Weil der Rahmenkalender so eng gesteckt ist, dass es kaum noch Ausweichtermine gibt. Also Augen zu und durch. Und Schuld daran sind natürlich die Verbände, die quasi alle 2 Wochen ein Länderspiel stattfinden lassen. Deswegen sind die Spieler ja auch alle so überspielt.
Und die Zahlen belegen das ja auch eindeutig. Es gibt da 2 Jahre, die man so wunderbar vergleichen kann: 1974 und 2010. Deutschland wurde 74 Weltmeister, spielte also die maximale Anzahl an Länderspielen. Bayern München stand im Finale der Championsleague und im DFB-Pokal Halbfinale. Alles in allem hat ein Franz Beckenbauer 74 also theoretisch ein Pflichtspiel weniger gehabt als ein Phillip Lahm 2010.
Der Kaiser kommt auf 34 Ligaspiele und 15 Länderspiele, Unser Aushilfskapitän aus der 6. Klasse kommt auf 34 Ligaspiele und 12 Einsätze für die Nationalelf. Moment, häh, der sollte sich doch bei alle den zusätzlichen Länderspielen überspielt haben. Und überspielt ist er doch auf jeden Fall. Hier kommt das dreckige Geheimnis: 1974 reichten 10 Spiele um Championsleague Sieger zu werden. Und was war noch mit Hin- und Rückspiel im Finale. 2010 sind es dann auf einmal 13 Spiele bis zum Champiosleague Vize-Titel. Und das auch nur, wenn man für die Gruppenphase gesetzt ist. Der Hamburger SV brauchte sogar 18 Spiele, um in der Europaleague im Halbfinale auszuscheiden. Das Problem sind also nicht die Nationalmannschaften, die spielen nich mehr als vor 20 Jahren. Das Problem sind die ganzen Gruppenphasen und Vorqualifikationen. De facto fing die Championsleague Quali dieses Jahr an, bevor die WM zuende war. Und hinterher zu behaupten, die Nationalmannschaften wären Schuld und dürften nicht mehr testen, während man selber die Fernsehgelder scheffelt, ist schon arm. Aber das Rad kann man bekannter Weise nicht zurückdrehen (warum eigentlich nicht?) und selber ist man ja eh nicht Schuld, also drohen wir den Nationalmannschaften, die auf Grund dieser Flut von Terminen ihre Länderspiele im August stattfinden lassen müssen. Ignoranz ist doch was geiles.
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