Kurzer Nachtrag zu gestern: Ja, mir ist bewusst, dass der Louis-Dreyfuss seit 2009 verstorben ist... den DFB hätte es damals trotzdem interessieren müssen, warum der Uli Hoeneß Geld von ihm bekommen hat. Und wenn man den Geber nicht mehr fragen kann, so kann man doch mal ein Interview mit dem Nehmer führen. Man hatte aber kein Interesse daran überhaupt mal nachzufragen...
Aber ab zum nächsten: THEMENWOCHE!!!
Ja, der Sonntag war für die Schiedsrichter eine mittlere Katastrophe. 2 Tore, bei denen man sich einfach nur denkt: Wie kann man die geben. Wie können solche Situationen Spiele entscheiden... die am Ende entscheidend für den Ausgang der Saison sein können...
Und an der Stelle... fangen wir die Debatte über den Videobeweis an. Natürlich. Jetzt, wo wir die Torlinientechnologie haben... ist das kein Problem. Vor allem, wenn wir feststellen, dass die Torlinientechnologie total sinnlos und willkürlich ist.
Weil ganz ehrlich: Das Handspiel von Leon Andreasen (und das Foul davor) und die Abseitsposition von Daniel Didavi sind eigentlich noch schlimmer als die Frage, ob der Ball auf der Linie gerettet wird. Weil sie eigentlich einfacher wahrnehmbar sein sollten. Und gerade Abseitssituationen haben wir nach wie vor jedes Wochenende.
Meine Antwort auf die Frage "Brauchen wir den Video Beweis" ist ja: Eigentlich nein... aber wenn wir die Torlinientechnologie behalten ja. Denn es ist einfach reine Willkür, dass wir bei dem einen Punkt unbedingt 100%ig sicher stellen müssen, ob das Tor nun zählt oder nicht... und dass wir uns bei allen anderen Punkten doch einfach darauf hoffen, dass der Schiedsrichter das schon gesehen haben wird. Auch wenn die anderen Punkte wesentlich häufiger relevant sind.
Technisch gesehen ist es ganz einfach: Der Schiedsrichter kriegt ein Smartphone und ein SkyGo Abo (so wie unsere Vertrauenspersonen den Internet-Anbieter Vertrag abgeschlossen haben, müssen sie wahrscheinlich dafür SkyGo nutzen... da niemand außer Sky und Telekom bewegte Bilder durchs Internet schicken darf... aber egal.)
Nach einem Tor zückt der Schiedsrichter dann das Handy und guckt sich die letzten 45 Sekunden vor dem Tor noch mal an. Und die Sky Redaktion sieht ja, dass der Schiri gerade aufs Smartphone guckt und blendet so lange den Jubel aus und die entscheidenden Bilder ein. Dazu guckt er sich jede Elfmeterentscheidung an, da Elfmeter meine bescheidenen Meinung nach einfach eine zu klare Torchance darstellen. Dann kann er anhand der Bilder feststellen, ob er das Tor gibt, oder doch Freistoß für die Verteidigende Mannschaft. Das würde in 95% der Tore nicht mal eine Minute dauern...
Und schon hätte man sicher gestellt, dass alle Tore in der Bundesliga garantiert regeltechnisch korrekt erzielt worden sind... aber das braucht doch keiner.
So sehr ich mich darüber aufregen kann, dass die Hamburger durch ein nach diesen Regeln zurück genommenes Tor gegen meinen heimlichen Lieblingsverein überhaupt auf den Relegationsplatz kamen... und den SC Freiburg dadurch auch noch direkt auf den direkten Abstiegsplatz schossen... Der Fußball lebt von diesem Aufregen.Von den Emotionen, die der Sport bei uns auslöst. Positive wie negative. Und diese Emotionen... werden zu 80% durch Fehler hervorgerufen. Denn wenn man nicht gerade Bayern, Dortmund oder Wolfsburg guckt, die gut genug sind, ist Fußball ein Fehlervermeidungsspiel: Wenn du keinen Fehler machst, spielst du mindestens Unentschieden.
Und wenn Fußball halt immer wieder über Fehler entschieden werden... warum sollen die Schiedsrichter als Teil des Spieles nicht auch welche machen dürfen. Und zwar auch mal entscheidende... das gehört zu einer Saison auch einfach dazu. Vor allem, wenn sie alles im allen viel weniger Fehler machen als die Spieler. Und ja, Schiedsrichter sind nur ein Teil des Spiels und keine Metawesen, die losgelöst von diesem funktionieren.
Das Problem ist natürlich, dass wir über jeden Fehler der Schiedsrichter diskutieren... uns die Szenen 50 Mal und in Super Zeitlupe angucken um danach zu sagen: Wie hat er DAS den bitte schön in Realgeschwindigkeit nicht sehen können? Gleichzeitig verzeihen wir unseren Helden unfassbar viele Fehler... solange sie am Ende des Spieles ein Mal das Tor treffen.
Ich war damals gegen die Torlinientechnologie, weil ich wusste, dass sie das eigentliche "Problem" (dass irreguläre Tore erzielt werden... oder regulär erzielte verweigert) nicht beheben wird... und weil ich wusste, dass man damit Pandoras Büchse öffnet. Wie es aussieht, habe ich an der Stelle schon wieder recht behalten...
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Dienstag, 20. Oktober 2015
Dienstag, 9. Dezember 2014
Kann die Torlinientechnologie eigentlich auch Abseits?
Nein? Dann müssen wir dafür wohl auf den Videobeweis warten...
Oder wie der Mainzer Manager Christian Heidel vorher so treffend sagte: "Ich möchte wegen so etwas nicht absteigen."
Dumm nur, dass wir bei dem "so etwas" die völlig falschen Prioritäten haben... Und es gibt dafür kein besseres Beispiel als das erste Bundesligaspiel nach der Entscheidung für die Torlinientechnologie.
Es gab in diesem Spiel 2 (vom Einfluss aufs Spiel gesehen) krasse Fehlentscheidungen... die man mit Hilfe von Technik innerhalb von Sekunden hätte lösen können...
Die erste Szene ist logischer Weise das Abseitstor zum theoretischen 2:0 von Pierre-Emerick Aubameyang. Gerade in dem Moment ein eigentlich unentschuldbarer Fehler des Linienrichters: Wir reden von einer Standartsituation, einer Kopfball-Verlängerung und einem ganz klaren Tor. Dass man bei Diagonalpässen auf einen durchstartenden Stürmer... gegen eine herausrückende Abwehr über 30 Metern beim Abseits mal daneben liegt... genau genommen ist es ein Wunder, wie oft die Linienrichter bei solchen Aktionen richtig liegen... Aber bei einem Quasi Querpass nach einem ruhenden Ball auf Abseits zu entscheiden... aber hey, das wird entsprechenden Linienrichter mittlerweile selbst so sehen...
Dennoch ist euch bewusst, dass man relativ leicht die Position eines jeden Spielers auf dem Feld orten kann? Also allein schon in dem Moment, wo wir die Laufleistung eines jeden Spielers erfassen lassen... jetzt ein Programm zu schreiben, dass diese Daten sofort im Zusammenhang setzt und den Assistenten auf Nachfrage per Kopfdruck mitteilt, ob da jemand im Abseits steht, wäre nicht das ganz große Problem... Nur an der Auslegung des Passiven Abseits würde so ein Programm wahrscheinlich scheitern... da müsste man halt mal 500.000 in einen ordentlichen Programmierer stecken...
Die 2. Szene ist genau so klar und es geht um den nicht gegebenen Elfmeter... Schiedsrichter Felix Zwayer wird sich selber fragen, wie er diese Szene nicht als Foul werten konnte... Schließlich gilt immer noch Regel eins: Ein Fußball-Feld ist keine Liegewiese...
Natürlich kann der neutrale Zuschauer jetzt behaupten, dass sich das ja ausgeglichen hat und das bei perfekten Schiedsrichtern das Spiel 2:1 geendet hätte... und wie oft entscheidet denn ein erzieltes Tor über Abstieg und Klassenerhalt?
Aber, und das ist an der Stelle das Wesentliche: Die Fragen "Abseits oder nicht?" und "(Hand-)Elfmeter oder nicht?" kommen jedes Wochenende aufs neue... Die Frage "Tor oder nicht?"... wesentlich seltener... und dann auch meistens mit einem "Ja, wir sind uns alle ziemlich sicher, dass das Schiedsrichter-Gespann richtig entschieden hat." als Antwort...
Um mal die Absurdität der gemeinen Logik darzustellen: Wenn der Linienrichter die Fahne unten gelassen, Aubameyang dann denn Ball aber an die Unterkante der Latte geköpft hätte... hätten das alle als das ultimative Pro-Argument für die neue Technologie interpretiert... Da sich der Wahrnehmungsfehler aber nur auf "Abseits oder nicht" beschränkte, sagen jetzt alle "Ach, mein Gott, kommt vor, das war ja nicht so schlimm"... Obwohl der Effekt (es fehlt dem Spiel ein Tor) derselbe ist...
Und... um noch einen Schritt weiter zu gehen: Für den äußerst selten Aufkommenden Fall stecken wir 200.000 Euro in jedes Bundesligastadion... das sind insgesamt erst Mal 3,4 Millionen Euro, die man auch an Gute Zwecke spenden könnte... wenn man dann aber die Situation, die in jedem Spiel aufkommt, lösen will... sagen alle "Ach, mein Gott, das ist doch zu viel Aufwand... so wichtig ist uns die Geschichte mit der Gerechtigkeit doch nicht..."
Bis irgendwann jemand wegen eines Abseitstores absteigt...
Oh, und nur so nebenbei: Die These, dass das Originale Wembley Tor dem Fußball eher geholfen als geschadet hat, hat meine Wenigkeit schon letztes Jahr aufgestellt... Dummer Weise ist keiner unsere gut bezahlten Journalisten gewillt so weit zu denken...
Oder wie der Mainzer Manager Christian Heidel vorher so treffend sagte: "Ich möchte wegen so etwas nicht absteigen."
Dumm nur, dass wir bei dem "so etwas" die völlig falschen Prioritäten haben... Und es gibt dafür kein besseres Beispiel als das erste Bundesligaspiel nach der Entscheidung für die Torlinientechnologie.
Es gab in diesem Spiel 2 (vom Einfluss aufs Spiel gesehen) krasse Fehlentscheidungen... die man mit Hilfe von Technik innerhalb von Sekunden hätte lösen können...
Die erste Szene ist logischer Weise das Abseitstor zum theoretischen 2:0 von Pierre-Emerick Aubameyang. Gerade in dem Moment ein eigentlich unentschuldbarer Fehler des Linienrichters: Wir reden von einer Standartsituation, einer Kopfball-Verlängerung und einem ganz klaren Tor. Dass man bei Diagonalpässen auf einen durchstartenden Stürmer... gegen eine herausrückende Abwehr über 30 Metern beim Abseits mal daneben liegt... genau genommen ist es ein Wunder, wie oft die Linienrichter bei solchen Aktionen richtig liegen... Aber bei einem Quasi Querpass nach einem ruhenden Ball auf Abseits zu entscheiden... aber hey, das wird entsprechenden Linienrichter mittlerweile selbst so sehen...
Dennoch ist euch bewusst, dass man relativ leicht die Position eines jeden Spielers auf dem Feld orten kann? Also allein schon in dem Moment, wo wir die Laufleistung eines jeden Spielers erfassen lassen... jetzt ein Programm zu schreiben, dass diese Daten sofort im Zusammenhang setzt und den Assistenten auf Nachfrage per Kopfdruck mitteilt, ob da jemand im Abseits steht, wäre nicht das ganz große Problem... Nur an der Auslegung des Passiven Abseits würde so ein Programm wahrscheinlich scheitern... da müsste man halt mal 500.000 in einen ordentlichen Programmierer stecken...
Die 2. Szene ist genau so klar und es geht um den nicht gegebenen Elfmeter... Schiedsrichter Felix Zwayer wird sich selber fragen, wie er diese Szene nicht als Foul werten konnte... Schließlich gilt immer noch Regel eins: Ein Fußball-Feld ist keine Liegewiese...
Natürlich kann der neutrale Zuschauer jetzt behaupten, dass sich das ja ausgeglichen hat und das bei perfekten Schiedsrichtern das Spiel 2:1 geendet hätte... und wie oft entscheidet denn ein erzieltes Tor über Abstieg und Klassenerhalt?
Aber, und das ist an der Stelle das Wesentliche: Die Fragen "Abseits oder nicht?" und "(Hand-)Elfmeter oder nicht?" kommen jedes Wochenende aufs neue... Die Frage "Tor oder nicht?"... wesentlich seltener... und dann auch meistens mit einem "Ja, wir sind uns alle ziemlich sicher, dass das Schiedsrichter-Gespann richtig entschieden hat." als Antwort...
Um mal die Absurdität der gemeinen Logik darzustellen: Wenn der Linienrichter die Fahne unten gelassen, Aubameyang dann denn Ball aber an die Unterkante der Latte geköpft hätte... hätten das alle als das ultimative Pro-Argument für die neue Technologie interpretiert... Da sich der Wahrnehmungsfehler aber nur auf "Abseits oder nicht" beschränkte, sagen jetzt alle "Ach, mein Gott, kommt vor, das war ja nicht so schlimm"... Obwohl der Effekt (es fehlt dem Spiel ein Tor) derselbe ist...
Und... um noch einen Schritt weiter zu gehen: Für den äußerst selten Aufkommenden Fall stecken wir 200.000 Euro in jedes Bundesligastadion... das sind insgesamt erst Mal 3,4 Millionen Euro, die man auch an Gute Zwecke spenden könnte... wenn man dann aber die Situation, die in jedem Spiel aufkommt, lösen will... sagen alle "Ach, mein Gott, das ist doch zu viel Aufwand... so wichtig ist uns die Geschichte mit der Gerechtigkeit doch nicht..."
Bis irgendwann jemand wegen eines Abseitstores absteigt...
Oh, und nur so nebenbei: Die These, dass das Originale Wembley Tor dem Fußball eher geholfen als geschadet hat, hat meine Wenigkeit schon letztes Jahr aufgestellt... Dummer Weise ist keiner unsere gut bezahlten Journalisten gewillt so weit zu denken...
Mittwoch, 2. April 2014
Warum diskutieren wir eigentlich ständig über die Torlinientechnologie?
Und tun so, als würden in diesen Momenten die Meisterschaften entschieden?
Ganz ehrlich: Wie oft im Jahr entscheiden diese Millimeterentscheidungen Fußballspiele? Das Paradebeispiel war natürlich an diesem Wochenende bei dem Spiel VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt: Ob Kevin Trapp den Ball in der 64. Minute wirklich vor der Linie halten konnte, hätte wohl nur die Torlinientechnologie entscheiden können... Dass Joselu 2 Minuten später nicht im Abseits stand, war dagegen durch die Fernsehbilder relativ schnell zu belegen.
Nun geht mal kurz in euch: Wie viele Spiele hätten durch die Einführung der Torlinientechnologie einen anderen Verlauf genommen? Hoffenheim - Leverkusen, klar. Aber wegen einen absurd unglücklichen Unfall 500.000 Euro in jedes Stadion zu stecken ergibt doch auch wenig Sinn. Vor allem, wenn ihr mal nachrechnet, wieviele knappe Abseitsentscheidungen es in dieser Saison gab...
Immerhin sind wir mittlerweile so weit, dass wir von knappen Abseitsentscheidungen sprechen und nicht wie (früher und gerade bei Weltmeisterschaften) von Metern. Trotzdem gibt es immer wieder Szenen, wo selbst die Fernsehkommentatoren nur mit einem "das war aber mit bloßem Auge nicht zu erkennen" und "im Zweifelsfall für den Angreifer" reagieren können. Und das hohe Tempo in der Bundesliga macht es quasi unmöglich diese Entscheidungen richtig zu treffen. Wahrscheinlich verlassen sich die Assistenten sogar auf ihre Erfahrungswerte...
Warum also wollen wir eine Torlinientechnologie einführen, die wir vielleicht 2 mal im Jahr brauchen... wenn wir den Schiedsrichtern viel mehr helfen würden, wenn wir ein Programm entwickeln, dass sofort anzeigt, wenn jemand im Abseits steht? Wird nicht mittlerweile eh jede Bewegung der Fußballer erfasst? Oder wie ermitteln die sonst die Laufleistungen? Kann man da nicht ein Programm schreiben, dass dem Assisten bescheid gibt, ob ein Spieler im Abseits steht oder nicht? Und der Assistent muss dann nur noch entscheiden, ob es passiv oder aktiv war? Technisch gesehen sollte das doch möglich sein, oder?
Und vor allem: Jetzt, wo das Kind (international) in den Brunnen gefallen ist, wird die Debatte doch eh kommen... Rechnen wir mal kurz die Wahrscheinlichkeiten durch: Zwischen Wembley 66 und Free State 2010 vergingen 44 Jahre... Rein Mathematisch dürfte es aber Ewigkeiten dauern, bis die Torlinien-Technik beim größten Turnier gebraucht wird. Aber: Es wird bei dieser WM jemand wegen einer knappen und falschen Abseitsentscheidung ausscheiden. Und dann wird dieser jemand laut fragen, warum das eine, selten vorkommende Problem durch die Technik gelöst wurde und das andere in jedem Spiel vorkommende nicht? Die Frage ist halt nur, ob dieser "Jemand" aus Brasilien oder Algerien kommt...
Und dann wird es noch 10 bis 20 Jahre (oder halt: bis es wirklich mal einen der großen Titelfavoriten trifft) dauern bis auch die Bürokraten erkannt haben, dass die Argumentation logisch ist. Das eine durch die Technik zu lösen und das andere nicht... ist reine Willkür. Wenn man den Fußball für technische Hilfsmittel öffnet, wird man die Debatte, wo das aufhören soll, nie wieder los.
Als nächstes wird dann wahrscheinlich über den Videobeweis bei Platzverweisen diskutiert werden... Usw.-
Ich behaupte nebenbei nicht, dass wir diese Technologie unbedingt brauchen... ich behaupte nur, dass die Debatten über technische Hilfsmittel bei der Frage "Tor oder nicht Tor" nicht enden wird. Sondern wahrscheinlich erst, wenn der Schiedsrichter komplett abgeschafft worden ist... Ob diese Hilfsmittel dem Fußball dann wirklich weiter Helfen, bleibt unklar...
Ganz ehrlich: Wie oft im Jahr entscheiden diese Millimeterentscheidungen Fußballspiele? Das Paradebeispiel war natürlich an diesem Wochenende bei dem Spiel VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt: Ob Kevin Trapp den Ball in der 64. Minute wirklich vor der Linie halten konnte, hätte wohl nur die Torlinientechnologie entscheiden können... Dass Joselu 2 Minuten später nicht im Abseits stand, war dagegen durch die Fernsehbilder relativ schnell zu belegen.
Nun geht mal kurz in euch: Wie viele Spiele hätten durch die Einführung der Torlinientechnologie einen anderen Verlauf genommen? Hoffenheim - Leverkusen, klar. Aber wegen einen absurd unglücklichen Unfall 500.000 Euro in jedes Stadion zu stecken ergibt doch auch wenig Sinn. Vor allem, wenn ihr mal nachrechnet, wieviele knappe Abseitsentscheidungen es in dieser Saison gab...
Immerhin sind wir mittlerweile so weit, dass wir von knappen Abseitsentscheidungen sprechen und nicht wie (früher und gerade bei Weltmeisterschaften) von Metern. Trotzdem gibt es immer wieder Szenen, wo selbst die Fernsehkommentatoren nur mit einem "das war aber mit bloßem Auge nicht zu erkennen" und "im Zweifelsfall für den Angreifer" reagieren können. Und das hohe Tempo in der Bundesliga macht es quasi unmöglich diese Entscheidungen richtig zu treffen. Wahrscheinlich verlassen sich die Assistenten sogar auf ihre Erfahrungswerte...
Warum also wollen wir eine Torlinientechnologie einführen, die wir vielleicht 2 mal im Jahr brauchen... wenn wir den Schiedsrichtern viel mehr helfen würden, wenn wir ein Programm entwickeln, dass sofort anzeigt, wenn jemand im Abseits steht? Wird nicht mittlerweile eh jede Bewegung der Fußballer erfasst? Oder wie ermitteln die sonst die Laufleistungen? Kann man da nicht ein Programm schreiben, dass dem Assisten bescheid gibt, ob ein Spieler im Abseits steht oder nicht? Und der Assistent muss dann nur noch entscheiden, ob es passiv oder aktiv war? Technisch gesehen sollte das doch möglich sein, oder?
Und vor allem: Jetzt, wo das Kind (international) in den Brunnen gefallen ist, wird die Debatte doch eh kommen... Rechnen wir mal kurz die Wahrscheinlichkeiten durch: Zwischen Wembley 66 und Free State 2010 vergingen 44 Jahre... Rein Mathematisch dürfte es aber Ewigkeiten dauern, bis die Torlinien-Technik beim größten Turnier gebraucht wird. Aber: Es wird bei dieser WM jemand wegen einer knappen und falschen Abseitsentscheidung ausscheiden. Und dann wird dieser jemand laut fragen, warum das eine, selten vorkommende Problem durch die Technik gelöst wurde und das andere in jedem Spiel vorkommende nicht? Die Frage ist halt nur, ob dieser "Jemand" aus Brasilien oder Algerien kommt...
Und dann wird es noch 10 bis 20 Jahre (oder halt: bis es wirklich mal einen der großen Titelfavoriten trifft) dauern bis auch die Bürokraten erkannt haben, dass die Argumentation logisch ist. Das eine durch die Technik zu lösen und das andere nicht... ist reine Willkür. Wenn man den Fußball für technische Hilfsmittel öffnet, wird man die Debatte, wo das aufhören soll, nie wieder los.
Als nächstes wird dann wahrscheinlich über den Videobeweis bei Platzverweisen diskutiert werden... Usw.-
Ich behaupte nebenbei nicht, dass wir diese Technologie unbedingt brauchen... ich behaupte nur, dass die Debatten über technische Hilfsmittel bei der Frage "Tor oder nicht Tor" nicht enden wird. Sondern wahrscheinlich erst, wenn der Schiedsrichter komplett abgeschafft worden ist... Ob diese Hilfsmittel dem Fußball dann wirklich weiter Helfen, bleibt unklar...
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