Und zu weit weg von den Fakten vor Ort.
Das waren die beiden Vorwürfe nach meinem Prognose zum Stadionausbau. Und gerade zum ersten Kommentar kann ich nur sagen: Stimmt. Ich mache mir kritische Gedanken zu den Konstruktionsplänen in Leipzig... Die auch noch in der Frühphase sind. Und bei denen der Architekt komplett ignoriert wird. Natürlich ist das konstruiert. Vor allem habe ich aber halt das Gefühl, dass sich viel zu wenige Gedanken über die eventuell aufkommenden Probleme machen und das ganze auf der "Wird schon funktionieren" Basis entscheiden. Im wesentlichen hoffe ich ja wirklich darauf, dass ich von der Wirklichkeit widerlegt werde, denn das wäre für alle Beteiligten das Beste.
Aber bevor wir zu den angebliche fehlenden Fakten kommen: Ich habe meine Meinung zum Stadionumbau seit November (also als ich das erste Mal über dieses Thema mit Freunden diskutiert habe) komplett auf den Kopf gestellt. "Damals" hab ich noch gesagt, dass ein Stadionneubau völlig übertrieben ist. Ein Ausbau auf 50.000+ Zuschauer reicht vollkommen. So schnell kann RB gar nicht so groß werden, dass sie mehr brauchen.
Was habe ich seit dem gemacht? Ich habe mich mit den Menschen unterhalten. Also Menschen, die selber gar nicht zum Spiel gehen, sondern entweder auf der Ecke wohnen oder beruflich da zu tun haben. Die haben mir gesagt: "Mit 43.000 Leuten geht das noch... aber wenn das mehr werden... Ziehen wir um."
Und genau die Leute haben mir auch gesagt, dass es jetzt schon ein absolutes Chaos ist, wenn man da auf nen Samstagnachmittag durch will und die Jahnallee gesperrt ist. Als Fußballfan stört einem das nicht so, weil die ja alles für einen absperren. Genau so wenig wie es einem an nem Rosenmontagsumzug oder bei ner Pegida Demo stört, wenn man da als Teilnehmer mitmacht. Da denkt man halt relativ selten dran. Und wie sehr dein Umfeld durch solche Events eingeschränkt wird, kriegst du erst mit, wenn man selber als Privatperson diese Events kreuzt.
Das nächste Problem, was halt auch keiner bedenken will: Ab nächster Saison werden da Spiele um 20:45 angepfiffen. Wochentags. Da kollidiert das Park and Ride System dann mit Ruhestörungen. Wir reden quasi davon, dass SO WAS gefühlt alle 14 Tage passiert. Und ja, für den Fußballfan in mir ist das wunderschön. (Random Thought: Warum hat den Glasgow Rangers Fans niemand gesagt, dass man RB boykottieren muss?) Ich bin aber nicht sicher, ob ich das regelmäßig am Dienstag und Mittwoch Nacht vor meiner Haustür haben will, wenn ich um 6:30 aufstehen muss...
Und ja, diejenigen, mit denen ich noch nicht drüber gesprochen habe, sind die Stadträte. Aber hey, wenn ich (was frühestens in März der Fall sein wird) mal die Zeit habe zu ner Öffentlichen Sitzung zu gehen, werde ich genau das machen: Die mal fragen, ob sie eigentlich nen Plan haben, wie die Verkehrssituation an einem Mittwoch um 11 Uhr gelöst werden soll. Weil es mich selbst halt auch wirklich interessiert.
Nebenbei habe ich auch bewusst nicht angesprochen, wie An- und Abreise mit Autos geregelt wird. Ich würde halt nie auf die Idee kommen zu so einem Event mit nem Auto zu fahren. Deswegen kann ich mich auch nicht annähernd dazu äußern, ob die Situation in Leipzig da vergleichbar mit anderen Stadien ist. Und wie gut oder schlecht man da mit nem Auto hin und weg kommt.
Mein persönlicher Anreisetipp ist nebenbei: Nehmt nen Fahrrad und parkt das an der Sportwissenschaftlichen Fakultät. Aber das nur so am Rande.
Aber kommen wir mal zu den ominösen Fakten. Die sind, wenn man sich die 3 anstehenden Stadionprojekte anguckt, sogar recht einfach.
In Leipzig soll die RB Arena mitten im Zentrum auf 57.000 Mann ausgebaut werden.
In Freiburg soll das neue Stadion in unmittelbarer Nähe zum Flugplatz gebaut werden. Flughäfen sind normaler Weise (auch wenn ich garantiert nicht er einzige bin, der nicht mal wusste, das Freiburg überhaupt einen hat) die Orte, die relativ weit abseits liegen (wegen der Lärmbelästigung) und die gut ans öffentliche Verkehrssystem angeschlossen sind (mit einer eigenen S-Bahn Linie). Also in Leipzig ist letzteres auf jeden Fall gegeben, über die Lärmbelästigung der Anwohner nach dem Ausbau zum Drehkreuz der DHL wird noch gestritten...
Oder sie setzen doch das Konzept an der Messe um, aber auch Messegelände haben meistens die Eigenschaft, dass sie gut vernetzt sind.
Und zu guter Letzt will die Hertha ein Stadion bauen, das hauptsächlich schneller fertig wird als deren Flughafen... Obwohl sie gerade erst ganz am Anfang von der Planung stehen. Was aber bei dieser Planung sehr interessant ist: Die überlegen nach Brandenburg zu ziehen. Und wenn ihr euch den Artikel durchlest, wird euch der eine Absatz auffallen, in dem es schon jetzt um die Planung der Haltestellenanbindungen geht. Das ist dort quasi eines der ersten Dinge, die geklärt werden müssen. Und wir reden von Berlin, die gerade den Bau eins Flughafens so absolut über episch verkacken. Aber hier scheinen sie so was zu bedenken.
Vor allem natürlich, weil sie die Erfahrungswerte mit der Alten Försterei, die lediglich über die Straßenbahn erreichbar ist, schon gesammelt haben. Und ja, in Berlin, einer der chaotischsten Städte, die ich kenne (Immer, wenn ich da bin, streiken die Bahnführer... nur so am Rande), gilt 1 Km zur S-Bahnhaltestelle bei einem Zweitligisten als "grauenvoll". GoogleMaps hat mir für Leipzig die dreifache Strecke zur nächsten S-Bahn angegeben.
Was lernen wir, wenn wir diese 3 Projekte vergleichen? Die Stadt Leipzig
ist die einzige, die ein derartiges Projekt in Zentrumsnähe im Jahr
2017 genehmigt. Also sie sind sogar die einzigen, die überhaupt darüber
nachdenken. Bei allen anderen gibt es da ein kategorisches "Nein!".
Man wird ja mal fragen dürfen, warum die anderen Städte sich dagegen entschieden haben... und ob deren Entscheidung nicht weise war...
Und ja, es gibt auch jetzt in der Bundesliga andere Stadion, die sehr Zentrumsnah liegen. Aber der Metropolit wird die Orte, in dem diese Stadien stehen, kaum als Stadt bezeichnen, sondern als Wohnsiedlung neben einer Automobilfabrik. Und vor allem sind diese Stadion auf 30.000 Mann ausgelegt. Das ist halt ein elementarer Unterschied.
Oder sie liegen im Ruhrgebiet, wo du halt auch einfach keinen wirklich guten Ort für ein Stadion mehr hast, weil dort alles irgendwie ein große Stadt und damit auch alles irgendwie Zentrumsnah ist. Und ja, Schalke und Dortmund sind die einfachsten Gegenbeispiele. Aber diese beiden Stadien kommen mit eigener U-Bahn-Haltestelle und Autobahnabfahrt. Vor allem: genau so müsste das ausgebaute oder neue Leipziger Stadion eigentlich auch angeschlossen werden. Das ist aber nicht machbar.
Gerade Gelsenkirchen ist ja eine Stadt, bei der man mal nachfragen könnte, wie und warum sie sich damals für einen Neubau und den Abriss des alten Parkstadions entschieden haben. Denn das ist ja genau die Entscheidung, vor der Leipzig gerade steht.
Das ist ja das, was mich so ärgert: Wir hatten ja zur WM 2006 eine riesen Ausbauwelle, die Teil des Problems ist, weil das Stadion, was im Falle eines Neubaus dann keiner mehr braucht, damals für 90 Millionen ausgebaut worden ist. Womit ja auch indirekt der Grundstein für die Gründung von RB gelegt worden ist, denn du hast dieses moderne Stadion (in unmoderner Lage), aber lauter inkompetente Vereinsführungen, die mit dem Ding nichts anfangen können.
Jetzt... könnte man aber als Stadt Leipzig 13 Jahre nach der großen Ausbauwelle mal nachfragen, wie das bei den anderen Städten so gelaufen ist. Man könnte mal versuchen, an die Berichte aus München zu kommen, wie viel die Stadt in die Infrastruktur stecken musste um die Allianz Arena anzuschließen.
Man könnte auch in diesen Städten bei den Verkehrsverbünden und der Polizei nachfragen, wie das eigentlich so läuft, wenn man jedes Wochenende 55.000 Leute abwickeln muss. Denn Fakt ist auch: Leipzig hat ziemlich wenig Erfahrung im Umgang mit so vielen Leuten auf so kleinem Raum. Andere Städte machen das seit 10 Jahren alle 14 Tage. Wir hatten dies das letzte Mal vor 50 Jahren...
Im Gegensatz zu 2004, wo wir alle ganz schnell und ganz plötzlich WM taugliche Arenen herbei zaubern mussten und jegliches zögern einem Verzicht auf die WM Teilnahme als Stadt bedeutet hätte, sind Zeit und Erfahrungswerte jetzt vorhanden. Und man könnte anhand der Erfahrungswerte planen.
Die Stadt Leipzig scheint aber halt nur den einfachen Ausweg zu suchen. Die Lösung anzuwenden, die ihnen jetzt am wenigsten Aufwand macht: Wenn das Stadion an RB verkauft ist, ist es nicht mehr unser Problem das Ding auszubauen und der Rest wird schon irgendwie werden. Nachhaltige Planungen und Entscheidungen sehen irgendwie anders aus.
Wenn ich jetzt lese, dass der Stadtrat das Stadion über die Straßenbahnhaltestellen und einem Fußweg zum Hauptbahnhof für "verkehrlich gut erschlossen" hält... Allein schon das meine Rechtschreibprüfung dieses Wort "verkehrlich" beanstandet, macht mir sorgen. Wenn du den Satz dem Bürgermeister in Gelsenkirchen vorlegst, lacht der laut. "Eure Fans sollen was? Zum Hauptbahnhof laufen? Und das nennt ihr gut?"
Und an der Stelle sage ich halt: Für 43.000 Fans mag das sogar noch stimmen. Ich habe aber das Gefühl, dass sich noch niemand Gedanken darüber gemacht hat, wie sich 15.000 zusätzliche Menschen auswirken.
Und das sollte man schon mal machen, bevor man so ein Bauvorhaben genehmigt...
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Montag, 16. Januar 2017
Dienstag, 10. Januar 2017
Leipzig begeht gerade den ersten krassen Fehler
Wer von denen? Genau: Alle beide.
Und hey, wenn man ne Weile quasi nichts geschrieben hat und seine "Kundschaft" zurück ins Boot holen will... schreibt man am besten über RB Leipzig... Erfahrungswerte.
Für den Leipziger in mir baut sowohl die Stadt Leipzig als auch der Verein RB gerade das erste Mal richtig Scheiße. Bisher war das ja eine wunderbare Symbiose: Die seit 20 Jahren nur leidenden Fußballfans bekamen endlich einen Verein, zum dem man gehen kann, wenn man guten Fußball sehen will. Die Stadt Leipzig kriegt einen weiteren Großinvestor, der auch in die Infrastruktur Kohle fließen lässt und mehr Arbeitsplätze geschaffen hat als der Verein Mitglieder hat (was natürlich keine Kunst ist, da reichen ja die 11 Stammspieler um dieses "Ziel" zu erreichen).
Und RB hat halt diesen hungrigen Wachstumsmarkt zu günstigsten Kondition ausgeliefert bekommen... Hier gibt es wirklich nur Profiteute (selbst Lok und Chemie ging es seit langem nicht mehr so gut wie heute)...
Dann... kam diese eine Nachricht, die die meisten RB Hasser sogar verpasst haben dürften: Die Stadt Leipzig verkauft sein Stadion an RB, damit die das Ding auf 57.000 Zuschauer ausbauen... Und das ist halt... eine Katastrophe für alle Beteiligten.
Also zum einen klingt 57.000 nach verdammt viel. Aber das ist wohl auch das absolute Maximum, was man aus dem alten Zentralstadion nach neuen Sicherheitsstandards machbar ist. Es gibt nämlich so viel, was man bei einem Ausbau bedenken muss: Das Ding wurde auf den Trümmern des Zweiten Weltkrieges erreichtet. Also buchstäblich. Das Fundament besteht aus dem "im Bombenkrieg enstandenden Trümmerschutt"...
Jetzt haben wir einen Verein, der bereits im 7. Jahr seines Bestehens ein 57.000 Zuschauer Stadion braucht. Also das aktuelle ist halt zu klein. Wenn man sich dann mal überlegt, wie wie viele Fans der Verein anzieht, wenn der Albtraum der Traditionsfans umgesetzt worden ist und RB ein international relevanter Verein ist... Ich behaupte jetzt mal: In spätestens 10 Jahren werden auch 57.000 nicht mehr reichen.
Aber selbst wenn die 57.000 wirklich langfristig reichen und der Umbau auf dem Schutt machbar ist... Und ja, das sind wirklich verdammt große Zahlen. Das ganz große Problem ist aber: Die kriegst du in Leipzig einfach nicht weg.
Eine RedBull Arena, dass alle 2 Wochen komplett voll ist, ist für die Stadt jetzt schon ein absolutes Organisations-Chaos. Denn das Ding hieß früher nicht "Zentralstadion", weil es ins Zentrum des getrennten Deutschlands errichtet worden ist... Sondern weil es mitten in der Stadt steht. Im so genannten Waldviertel.
Heute würde niemand mehr auf die Idee kommen in so ein Gebiet ein derart großes Stadion zu errichten. Die Dinger baut man an Autobahnabfahrten und S-Bahnhaltestellen. Selbst ein gefühlter Dorfverein wie der SC Freiburg hat erkannt, dass sie Richtung Messe umziehen müssen, wenn sie weiter wachsen wollen...
Guckt euch das Ding einfach mal bei Google Earth an. Und dann vergleicht es mit der Commerzbank Arena in Frankfurt. Dann wird euch eines direkt auffallen: In Frankfurt ist das ganze Ding grün eingerahmt. Und man sieht im Nordwesten ordentliche Gleise in Reichweite. In Leipzig... seht ihr die Roten Dächer einiger Wohnblocks. Das Waldstraßenviertel ist "eines der größten geschlossen erhaltenen Gründerzeitviertel Europas". Und am Waldplatz steigt man auch aus, wenn man ins Stadion will... nicht aus einer S-Bahn... nein, aus der ganz normalen Straßenbahn...
Und ja, der gesamte "Fanverkehr" muss im wesentlichen über 2 Straßenbahnhaltestellen der LVB geregelt werden. Ich sehe nicht, wie das schief gehen könnte...
Was mich ja an dem Beyonce Knowles Konzert im Sommer am meisten an der Stadt Frankfurt beeindruckt hat (und ja, ich gebe es zu, ich will eigentlich gar nicht über RB und das Stadion schreiben, sondern suche nur nach einer Ausrede, wie ich von dem Konzert schwärmen kann): Wie gut die An- und Abreise über die öffentlichen Verkehrsbetriebe geregelt wurde. Da gibt es halt eine Extra S-Bahn-Haltestelle mit einem Extra Gleis. Dann werden die Fans in einen 200plusMeter Zug gestopft und zum Hauptbahnhof verfrachtet. Oder steigen in den 2 Haltestellen unterwegs aus. Und schon verteilen sich die 50.000 Leute, die so im Frankfurter Stadion rumgammeln, relativ schnell. Dazu gibt es dann noch eine Straßenbahnlinie, die zum Stadion rausfährt...
In Leipzig... ist das gesamte Park And Ride System auf die Straßenbahnen ausgelegt. UND es liegt mitten in einem Wohngebiet.
Hier gibt es an Bundesligaspieltagen eine Regel: Wenn RB Heimspiel hat und du keine Karte besitzt, meide den Waldplatz und sein Umfeld UM JEDEN PREIS. Plane deinen ganzen Tagesablauf so, dass du da nicht vorbeifahren musst. Denn dort ist alles dicht. Gefühlt den ganzen Tag... und das bei 43.000 Zuschauern... Pack da nochmal 14.000 drauf...
Das ist einfach von der Verkehrssituation nicht machbar.
Also ich weiß nicht genau, ob sich die Stadt Leipzig bewusst war, was sie da gerade entschieden haben: Sie haben sich gerade ihren eigenen "U-Bahnhof Fröttmaning" geschaffen. Falls ihr nicht genau wisst, wovon ich rede: Der Umbau der "U-Bahnstation Allianz-Arena" in München haben Stadt und Land nach Kostenvorsanschlag 400 Millionen Euro gekostet. Was es am Ende wirklich gekostet hat, ist heute nicht mehr nachvollziehbar... Ich kann an der Stelle eigentlich nur auf meinen "Financial Fair Play... Ja, klar sicher!" Beitrag aus dem Jahre 2012 und den Abschlussbericht der Bundesregierung zur WM 2006 verweisen, wenn ihr ungefähr rauskriegen wollt, wie viel Geld damals Deutschlandweit in die Infrastruktur um die Stadien gesteckt worden ist... es sind 3,7 Milliarden... (und Uli Hoeneß will euch wirklich erzählen, dass der Verein das Stadion "alleine" gebaut hat... ja klar...) In München war allerdings schon eine S-Bahn-Linie in Stadionnähe. In Leipzig müsste am Extra ein Liniennetz verlegen... Ins Wohnviertel...
Um das mal in Zahlen auszudrücken: Die dichteste S-Bahn-Haltestelle ist 3 Kilometer entfernt...
Der Architekt wird sich sagen: Ist ja kein Problem, machen wir Unterirdisch. Weil das letzte Mal Tunnel Bauen in Leipzig so günstig war... Und garantiert Problemlos verläuft... Bleibt zu hoffen, dass das Land einsieht, dass die Stadt Leipzig ganz dringend diese neue S-Bahn Linie braucht und dies ordentlich fördert... oh fuck, unsere Landesregierung sitzt bei Dynamo...
Du kannst halt jetzt keine vernünftigen Vorhersagen machen, was für Kosten auf die Stadt Leipzig zukommt, wenn sie 2 Mal im Monat 57.000 Menschen abtransportieren wollen... und dabei das Waldstraßenviertel erhalten wollen.
Die Lösung? Auf den ersten Blick ganz einfach: Man verkauft RB ein entsprechendes Grundstück beim Messegeländer oder am Drehkreuz Schkeuditz. Dass sind die Stellen in Leipzig, die jetzt schon so gut erschlossen sind, dass der Abtransport von Massen relativ einfach geregelt werden kann...
Dass schlimmste, was einem da passieren kann... Michael Kölmel (der das Stadion eigentlich betrieben und verkauft hat) zwingt die Stadt dazu, ihm die dann ziemlich wertlose Immobilie abzukaufen... und da Leipzig keine 2 40.000 Mann Arenen braucht, kann die Stadt das Stadion hinterher dann abreißen... Das würde aber immer noch die kostengünstigere Variante sein...
Und ja, das Zentralstadion wird damit wieder zu der Kapitalleiche, die es vor RB auch war... Selbst wenn man das Stadion aus Nostalgiegründen wie dem Denkmalschutz behält, kommt man allerdings immer noch günster bei weg, als wenn man die Infrastruktur im Umfeld des Stadions wirklich bundesligatauglich macht...
Und hey, wenn man ne Weile quasi nichts geschrieben hat und seine "Kundschaft" zurück ins Boot holen will... schreibt man am besten über RB Leipzig... Erfahrungswerte.
Für den Leipziger in mir baut sowohl die Stadt Leipzig als auch der Verein RB gerade das erste Mal richtig Scheiße. Bisher war das ja eine wunderbare Symbiose: Die seit 20 Jahren nur leidenden Fußballfans bekamen endlich einen Verein, zum dem man gehen kann, wenn man guten Fußball sehen will. Die Stadt Leipzig kriegt einen weiteren Großinvestor, der auch in die Infrastruktur Kohle fließen lässt und mehr Arbeitsplätze geschaffen hat als der Verein Mitglieder hat (was natürlich keine Kunst ist, da reichen ja die 11 Stammspieler um dieses "Ziel" zu erreichen).
Und RB hat halt diesen hungrigen Wachstumsmarkt zu günstigsten Kondition ausgeliefert bekommen... Hier gibt es wirklich nur Profiteute (selbst Lok und Chemie ging es seit langem nicht mehr so gut wie heute)...
Dann... kam diese eine Nachricht, die die meisten RB Hasser sogar verpasst haben dürften: Die Stadt Leipzig verkauft sein Stadion an RB, damit die das Ding auf 57.000 Zuschauer ausbauen... Und das ist halt... eine Katastrophe für alle Beteiligten.
Also zum einen klingt 57.000 nach verdammt viel. Aber das ist wohl auch das absolute Maximum, was man aus dem alten Zentralstadion nach neuen Sicherheitsstandards machbar ist. Es gibt nämlich so viel, was man bei einem Ausbau bedenken muss: Das Ding wurde auf den Trümmern des Zweiten Weltkrieges erreichtet. Also buchstäblich. Das Fundament besteht aus dem "im Bombenkrieg enstandenden Trümmerschutt"...
Jetzt haben wir einen Verein, der bereits im 7. Jahr seines Bestehens ein 57.000 Zuschauer Stadion braucht. Also das aktuelle ist halt zu klein. Wenn man sich dann mal überlegt, wie wie viele Fans der Verein anzieht, wenn der Albtraum der Traditionsfans umgesetzt worden ist und RB ein international relevanter Verein ist... Ich behaupte jetzt mal: In spätestens 10 Jahren werden auch 57.000 nicht mehr reichen.
Aber selbst wenn die 57.000 wirklich langfristig reichen und der Umbau auf dem Schutt machbar ist... Und ja, das sind wirklich verdammt große Zahlen. Das ganz große Problem ist aber: Die kriegst du in Leipzig einfach nicht weg.
Eine RedBull Arena, dass alle 2 Wochen komplett voll ist, ist für die Stadt jetzt schon ein absolutes Organisations-Chaos. Denn das Ding hieß früher nicht "Zentralstadion", weil es ins Zentrum des getrennten Deutschlands errichtet worden ist... Sondern weil es mitten in der Stadt steht. Im so genannten Waldviertel.
Heute würde niemand mehr auf die Idee kommen in so ein Gebiet ein derart großes Stadion zu errichten. Die Dinger baut man an Autobahnabfahrten und S-Bahnhaltestellen. Selbst ein gefühlter Dorfverein wie der SC Freiburg hat erkannt, dass sie Richtung Messe umziehen müssen, wenn sie weiter wachsen wollen...
Guckt euch das Ding einfach mal bei Google Earth an. Und dann vergleicht es mit der Commerzbank Arena in Frankfurt. Dann wird euch eines direkt auffallen: In Frankfurt ist das ganze Ding grün eingerahmt. Und man sieht im Nordwesten ordentliche Gleise in Reichweite. In Leipzig... seht ihr die Roten Dächer einiger Wohnblocks. Das Waldstraßenviertel ist "eines der größten geschlossen erhaltenen Gründerzeitviertel Europas". Und am Waldplatz steigt man auch aus, wenn man ins Stadion will... nicht aus einer S-Bahn... nein, aus der ganz normalen Straßenbahn...
Und ja, der gesamte "Fanverkehr" muss im wesentlichen über 2 Straßenbahnhaltestellen der LVB geregelt werden. Ich sehe nicht, wie das schief gehen könnte...
Was mich ja an dem Beyonce Knowles Konzert im Sommer am meisten an der Stadt Frankfurt beeindruckt hat (und ja, ich gebe es zu, ich will eigentlich gar nicht über RB und das Stadion schreiben, sondern suche nur nach einer Ausrede, wie ich von dem Konzert schwärmen kann): Wie gut die An- und Abreise über die öffentlichen Verkehrsbetriebe geregelt wurde. Da gibt es halt eine Extra S-Bahn-Haltestelle mit einem Extra Gleis. Dann werden die Fans in einen 200plusMeter Zug gestopft und zum Hauptbahnhof verfrachtet. Oder steigen in den 2 Haltestellen unterwegs aus. Und schon verteilen sich die 50.000 Leute, die so im Frankfurter Stadion rumgammeln, relativ schnell. Dazu gibt es dann noch eine Straßenbahnlinie, die zum Stadion rausfährt...
In Leipzig... ist das gesamte Park And Ride System auf die Straßenbahnen ausgelegt. UND es liegt mitten in einem Wohngebiet.
Hier gibt es an Bundesligaspieltagen eine Regel: Wenn RB Heimspiel hat und du keine Karte besitzt, meide den Waldplatz und sein Umfeld UM JEDEN PREIS. Plane deinen ganzen Tagesablauf so, dass du da nicht vorbeifahren musst. Denn dort ist alles dicht. Gefühlt den ganzen Tag... und das bei 43.000 Zuschauern... Pack da nochmal 14.000 drauf...
Das ist einfach von der Verkehrssituation nicht machbar.
Also ich weiß nicht genau, ob sich die Stadt Leipzig bewusst war, was sie da gerade entschieden haben: Sie haben sich gerade ihren eigenen "U-Bahnhof Fröttmaning" geschaffen. Falls ihr nicht genau wisst, wovon ich rede: Der Umbau der "U-Bahnstation Allianz-Arena" in München haben Stadt und Land nach Kostenvorsanschlag 400 Millionen Euro gekostet. Was es am Ende wirklich gekostet hat, ist heute nicht mehr nachvollziehbar... Ich kann an der Stelle eigentlich nur auf meinen "Financial Fair Play... Ja, klar sicher!" Beitrag aus dem Jahre 2012 und den Abschlussbericht der Bundesregierung zur WM 2006 verweisen, wenn ihr ungefähr rauskriegen wollt, wie viel Geld damals Deutschlandweit in die Infrastruktur um die Stadien gesteckt worden ist... es sind 3,7 Milliarden... (und Uli Hoeneß will euch wirklich erzählen, dass der Verein das Stadion "alleine" gebaut hat... ja klar...) In München war allerdings schon eine S-Bahn-Linie in Stadionnähe. In Leipzig müsste am Extra ein Liniennetz verlegen... Ins Wohnviertel...
Um das mal in Zahlen auszudrücken: Die dichteste S-Bahn-Haltestelle ist 3 Kilometer entfernt...
Der Architekt wird sich sagen: Ist ja kein Problem, machen wir Unterirdisch. Weil das letzte Mal Tunnel Bauen in Leipzig so günstig war... Und garantiert Problemlos verläuft... Bleibt zu hoffen, dass das Land einsieht, dass die Stadt Leipzig ganz dringend diese neue S-Bahn Linie braucht und dies ordentlich fördert... oh fuck, unsere Landesregierung sitzt bei Dynamo...
Du kannst halt jetzt keine vernünftigen Vorhersagen machen, was für Kosten auf die Stadt Leipzig zukommt, wenn sie 2 Mal im Monat 57.000 Menschen abtransportieren wollen... und dabei das Waldstraßenviertel erhalten wollen.
Die Lösung? Auf den ersten Blick ganz einfach: Man verkauft RB ein entsprechendes Grundstück beim Messegeländer oder am Drehkreuz Schkeuditz. Dass sind die Stellen in Leipzig, die jetzt schon so gut erschlossen sind, dass der Abtransport von Massen relativ einfach geregelt werden kann...
Dass schlimmste, was einem da passieren kann... Michael Kölmel (der das Stadion eigentlich betrieben und verkauft hat) zwingt die Stadt dazu, ihm die dann ziemlich wertlose Immobilie abzukaufen... und da Leipzig keine 2 40.000 Mann Arenen braucht, kann die Stadt das Stadion hinterher dann abreißen... Das würde aber immer noch die kostengünstigere Variante sein...
Und ja, das Zentralstadion wird damit wieder zu der Kapitalleiche, die es vor RB auch war... Selbst wenn man das Stadion aus Nostalgiegründen wie dem Denkmalschutz behält, kommt man allerdings immer noch günster bei weg, als wenn man die Infrastruktur im Umfeld des Stadions wirklich bundesligatauglich macht...
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