Und ja, ich werde Teil 2 noch bringen... aber wenn etwas derart wichtiges passiert.
Jogi Löw darf weiterhin alles in seiner Macht stehende unternehmen um zu verhindern, dass wir weitere Titel bei großen Turnieren holen!!! Und Spanien atmet durch...
Hey, er behauptet, dass er immer noch "die gleiche Motivation wie zu beginn" fühlt. Und das, obwohl sein einfachster Joker Lukas Podolski ihn nicht mehr unterstützen will...
Ich finde ja nichts so faszinierend, wie die Personalie Jogi Löw. Also wie einfach wir uns von dem blenden lassen. Ich vergleiche das gerade mit Berti Vogts. Der hat formell gesehen genau so viele Titel geholt, wie Jogi... Sogar in weniger Turnieren. Trotzdem ist er am Ende aus dem Amt getrieben worden. Nach dem er davor nach jedem Turnier als Mülleimer der Nation genutzt worden ist.
Aufgefallen ist mir das... als ich das erste mal in dieser Saison den Doppelpass von Sport1 gesehen habe. Und dort bei der "Haben wir eigentlich Weltklasse Trainer?" Debatte einer sagt: Naja, wir haben den Besten der Welt mit Jogi Löw. Da habe ich erst Mal laut gelacht... dann wurde mir bewusst, dass ich der einzige war, der das witzig fand... alle anderen nickten anerkennend... Nachdem sie Thomas Tuchel und Jürgen Klopp die Weltklasse abgesprochen haben... Ehrlich: Fragt euch mal selber, wie viele Titel wir mit diesen Trainern, die bisher jede Mannschaft nach vorne gebracht haben, holen könnten... DAVOR haben die Spanier Angst, nicht vor einer Verlängerung mit Jogi.
Ernsthaft... Jogi Löw ist vom Titel "Bester Trainer der Welt" so weit entfernt, wie Günther Oettinger vom Amt des Bundespräsidenten... und Oettinger wäre gerade der einzige, der sich selber ins Gespräch bringen könnte und der abgelehnt werden würde...
Zu behaupten, dass Löw überhaupt zu den besten Trainern der Welt gehört, ist unfassbar naiv. Und so gar nicht reflektierend. Oder anders gesagt: Dinge, die man als deutscher Sportjournalist halt macht. Da sind wir wieder beim Verkäufer-Syndrom: Anstatt die Leistungen von Beliebten Leuten kritisch zu hinterfragen, springt man lieber auf den Zug mit auf und sichert sich so die Sympathie der Leute...
Und ich behaupte mal ganz dreist: Der Jogi weiß das sogar. Also wenn Jogi Löw uns beweisen wollen würde, dass er wirklich ein herausragender Trainer ist... hätte er nach der EM aufgehört und das Erbe von Pep Guardiola angetreten. Das hätte er ja schon im Januar 2016 problemlos bekannt geben können... Aber warum sollte er das tun? Er kann dabei nur verlieren. Denn seine bisherige Vereinstrainer-Bilanz spricht nicht dafür, dass er sich im täglichen Geschäft gut anstellen würde...
Dabei würden sich Löws größtes Problem sogar lösen: wenn er Bayern-Trainer wird, sogar das größte Problem der Bundesliga: Dann macht ihm nämlich niemand einen Vorwurf, wenn er sich so gar nicht für Dortmunder Spieler interessiert.
Es gibt ja die eine Sache, die ich dem Löw hoch anrechne: Dass er das Wie über alles stellt. Es geht Jogi Löw nicht hauptsächlich darum, Titel zu holen, sondern guten Fußball zu spielen. Und dass er dabei so verdammt unerfolgreich ist, macht ihn das sogar sympathisch. Also es macht unsere Mannschaft definitiv im Ausland sympathisch: Die Deutsche Mannschaft war bei den letzten 4 Turnieren jeweils definitiv die fußballerisch beste Mannschaft des Turniers. Es ist die eine Mannschaft, die schon beim ersten Spiel voll auf Sieg spielt und aufs 2. oder 3. Tor geht, während dem Rest der Welt zum Auftakt auch ein Unentschieden reicht. Dass man sich darauf wirklich verlassen kann, rechne ich dem Löw echt hoch an.
Löw war halt auch der einzige Trainer der Welt, der mit den Spaniern zu ihrer Hochzeit mitspielen wollte. Anstatt sich mit 9 Mann am eigenen 16er zu vergraben. Obwohl einer der wirklich weltbesten Trainer Jose Mourinho über Jahre nachgewiesen hat, dass dies die eine Variante ist, wie man Barca und seine Ableger besiegt.
Und sachlich gesehen hatte er keine Chance gegen die Spanier zu spielen. Schließlich trat er gegen 7 Mann an, die diese Spielidee vom Tiki Taka und dem Gegenpressing in der Muttermilch aufgenommen haben... während er auf Poldi setzen musste...
Das ist ja das wirklich faszinierende an Luis Aragones und Vincente del Bosque. Beides bessere Nationaltrainer als Jogi. Denn die haben darauf verzichtet, ihrer Mannschaft eine eigene Spielphilosophie aufzuzwingen. Weil sie auch wussten, dass die Zeit dafür gar nicht reicht. Die haben ihre Spieler einfach gefragt: "Was könnt ihr am besten? Ok, genau das spielen wir."
Und so holte Spanien dann 3 Titel in Folge. Mit stumpfen Ergebnisfußball und Ballverwaltung.
So blöd das klingt (da sind wir jetzt bei der unerfolgreich These): Genau daran muss man Jogi Löws Arbeit messen. Er hat jetzt, wo die Spanischen Superhirne Xavi und Iniesta zu alt für Sommerspielerein sind, die mit Abstand beste Auswahl der Welt. Er kann Spieler zu Hause lassen, die in jeder anderen Mannschaft der Welt Stammspieler wären. Und seine einzige Aufgabe besteht darin, die eine Auswahl zu finden, die den Titel holt.
Es ist ja nicht so, dass Jogi Löw an unglücklichen Umständen gescheitert ist. An Fehlentscheidungen der Schiedsrichter. An skandalösen Phantomtoren. Nein: Der Mann ist jedes Mal an sich selbst gescheitert.
Bereits 2 Mal hat ihn das Festhalten an einem nicht (mehr) fitten Schweinsteiger eine mögliche EM-Finalteilnahme gekostet. 2012 ist er dafür noch durchs Dorf getrieben worden. 2016 nehmen wir so was nur noch Schulter zuckend hin. Das ist halt der Preis, den "wir" dafür bezahlen müssen, dass "wir" den geilsten Fußball des Turniers anbieten.
Und ja, Schweinsteiger hat diese Halbfinal-Niederlagen mit dem einen Spiel im Maracana wieder gut gemacht. Also er hat die eine gut gemacht, die andere provoziert. Er hätte uns trotzdem allen mehr geholfen, wenn er gemeinsam mit Phillip Lahm zurückgetreten wäre...
Aber selbst bei diesem absoluten Erfolg...
Zeigte sich Löws andere Schwäche: Er muss unbedingt das Trainergenie mit den absolut genialen Lösungen sein. Also wir reden von einem Trainer, der einen Champions League Finale erfahrenen Marcel Schmelzer krampfhaft ignoriert, um uns allen zu beweisen, dass sein Back Up Erik Durm eigentlich die bessere Option ist. Er muss unbedingt der Trainer sein, der Shkodran Mustafi entdeckt hat. Und ja, bei der einen dieser beiden Personalie hat er Recht behalten. Aber ganz ehrlich: Es ist nicht Jogi Löws Aufgabe, solche Talente zu entdecken. Wenn das seine Passion ist... dann muss er halt Trainer bei Borussia Mönchengladbach werden...
Und was heute viele vergessen: Mustafis Verletzung war DIE Entscheidende Personalie der WM. Das gerne verdrängte Spiel gegen Algerien hat eindrucksvoll nachgewiesen, dass der Junge damals noch nicht so weit war.
Natürlich klingt das am Ende extrem arrogant und erfolgsverwöhnt... aber es ist trotzdem ein Fakt. In 10 Jahren Nationaltrainer nur einen Titel zu holen, ist keine überragende Bilanz. Und wenn man (wie Löw nach 2018) 12 Jahre im Amt ist, sollte man als Erbe von Sepp Herberger mehr als einen Titel im Briefkopf haben.
Und ja, diese Darstellung ist sehr Einseitig. Aber trotzdem noch selbstkritischer, als alles, was der DFB gerade anbietet:
Denn eine frühzeitige und völlig überflüssige Verlängerung mit Löw wird beim DFB halt benutzt um Politik zu machen. Und um seine Wiederwahl zu sichern...
Reinhard Grindel wollte doch eigentlich in dem Laden aufräumen, oder? Jetzt besteht dieses Aufräumen aus einem Anbiedern bei der ebenfalls nicht aufgeräumten Uefa um die nächste Europameisterschaft zu sichern... Bevor die WM Vergabe intern aufgeklärt ist. Und er nutzt eine einzelne Personalie zur Verbesserung seines eigenen Images. So sieht Aufräumarbeit a la CDU aus...
Das ist, für diejenigen, die die Hetze ertragen haben, auch der eigentliche Punkt: Die Personalie Löw und vor allem das "Warum?" belegt halt auch gerade, dass auch der DFB eigentlich keinen Bock hat seine Politik zu überdenken, sondern lieber weiter damit beschäftigt ist, seine Fehltritte zu überdecken. Nach dem Motto: "Uns wird vorgeworfen, dass wir bei der Aufklärung der WM Vergabe nur das nötigste machen... aber guckt mal, ich habe Jogi Löw vom Weitermachen überzeugt! DAS zählt doch wirklich! Wählt mich!" Und so wurden sich 98% der Stimmen gesichert...
An einer kritischen Auseinandersetzung mit einzelnen Fragen hat halt öffentlich niemand Interesse. Bei den Plakativen Aktionen sind wir alle dabei.
Posts mit dem Label Bilanz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bilanz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 1. November 2016
Freitag, 15. November 2013
Jogi Löw wird heute einzigartiges erreichen
Er wird der erste Nationaltrainer Deutschlands, der 100 Länderspiele betreut, ohne in dieser Zeit einen einzigen Titel zu holen... Ja, Berti "Ich bin nicht der Mülleimer der Nation" Vogts hat eine bessere Bilanz vorzuweisen als Jogi... Krass oder?
Und wo wir schon dabei sind: selbst sein überragender Punkteschnitt von 2,22 pro Spiel ist nur ganz 0,04 Punkte besser als Bertis... Und letzterer hat nach jedem Turnier aufs Maul bekommen... Natürlich musste Berti auch mit dem schlimmsten Vorführeffekt aller Zeiten zurecht kommen: Das "Wir werden in den nächsten Jahren nicht zu besiegen sein" leitete die Phase der Altersweisheit von Franz Beckenbauer ein... und wenn man sich die Bilanz seit dem ansieht, sollte man dem Kaiser vielleicht nie wieder ein Mikrofon unter die Nase halten...
Und jetzt kommt mir nicht mit der überragenden Turnierbilanz von Jogi Löw... Bis 2000 standen wir in jeder EM mindestens im Halbfinale, dass ist kein Erfolg... Die Deutsche Mannschaft stand in 7 WM-Finalen (bei 16 Teilnahmen)... und keins davon war mit der Beteiligung von Jogi Löw. In jeder anderen Nation wäre Jogis Bilanz überragend... bei uns waren genau genommen die drittschlechteste Bilanz nach Otto Nerz und Erich Ribbeck... beide werden im Allgemeinen als Vaterlandsverräter betrachtet... Aber ehrlich: alle anderen (selbst Rudi Völler mit seiner "Das werden wir unseren Kindern erklären müssen" Auswahl) standen mindestens in einem WM-Finale oder holten mindestens einen Europameister-Titel (ein Wettbewerb, der für Franz Beckenbauer ja ganz kurz vorm "Cup der Verlierer" kommt... oder so.)
Immer wieder krass, wenn man sich die Deutschen Bilanzen so ansieht... Aber das ist halt auch genau das, woran sich Jogi Löw jetzt messen lassen muss... Und nicht daran, ob man jetzt noch schöneren aber auch eben genau so erfolglosen Fußball spielt wie die 72er Mannschaft...
Was mich ja gerade am meisten fasziniert ist aber, wie unsere Führungsetage versucht die Erwartungshaltung runterzufahren... Und das ging schon vor Monaten los, als Oliver Bierhoff anmerkte, dass noch nie eine Europäische Nation in Südamerika Weltmeister geworden ist... Dass die letzte WM auf südamerikanischen Boden 1978 (also vor der ich nenne es mal Industrialisierung des Fußballs) stattgefunden hat, ist dabei egal. Und auch am Montag spricht er wieder vom "Viertelfinale" als Minimalziel...
Nur um mal nachzuzählen: Die Deutsche Nationalmannschaft hat einen der besten Torhüter der Welt (wie immer halt) und Ersatztorhüter, um den uns der Rest der Welt beneidet, 2 Innenverteidiger, die im Champions League Finale standen (und einen Innenverteidiger vom derzeitigen Tabellenführer der Premiere League als Alternative), den besten Rechtsverteidiger der Welt, einen Linksverteidiger, der in jeder Mannschaft der schlechteste Spieler ist, aber jede Mannschaft besser macht (es gab nie eine bessere Aussage zu Marcel Schmelzer, als diese von den Jungs von der Spielverlagerung), einen Zentralen Mittelfeldspieler, der gerade eine Ära bei einem der erfolgreichsten Vereinen der Welt prägt, daneben einen Stammspieler von Real Madrid... und dann kommt eine Offensivabteilung, die den Rest der Welt nur mit "Oh mein Gott" reagieren lässt... Und keiner dieser Jungs ist über 30... gleichzeitig haben sie alle schon mindestens ein Halbfinale bei einem großen Turnier gesehen.
Anders ausgedrückt: Zum ersten Mal seit 1990 ist es eigentlich an der Zeit, dass alte Anspruchdenken von 1990 aus der Mottenkiste zu holen. Diese Mannschaft sollte bei der WM nicht zu schlagen sein. Nicht mal von den Spaniern oder den Brasilianern... Aber genau das müsste mal irgendjemand vorleben... an sonsten werden wir wieder nur Weltmeister der Herzen... ein Titel, der uns genau genommen noch nie interessiert hat... schließlich wurden wir schon bei der ersten Teilnahme dirket Weltmeister und nur darum geht es seit1939 1954.
Und wo wir schon dabei sind: selbst sein überragender Punkteschnitt von 2,22 pro Spiel ist nur ganz 0,04 Punkte besser als Bertis... Und letzterer hat nach jedem Turnier aufs Maul bekommen... Natürlich musste Berti auch mit dem schlimmsten Vorführeffekt aller Zeiten zurecht kommen: Das "Wir werden in den nächsten Jahren nicht zu besiegen sein" leitete die Phase der Altersweisheit von Franz Beckenbauer ein... und wenn man sich die Bilanz seit dem ansieht, sollte man dem Kaiser vielleicht nie wieder ein Mikrofon unter die Nase halten...
Und jetzt kommt mir nicht mit der überragenden Turnierbilanz von Jogi Löw... Bis 2000 standen wir in jeder EM mindestens im Halbfinale, dass ist kein Erfolg... Die Deutsche Mannschaft stand in 7 WM-Finalen (bei 16 Teilnahmen)... und keins davon war mit der Beteiligung von Jogi Löw. In jeder anderen Nation wäre Jogis Bilanz überragend... bei uns waren genau genommen die drittschlechteste Bilanz nach Otto Nerz und Erich Ribbeck... beide werden im Allgemeinen als Vaterlandsverräter betrachtet... Aber ehrlich: alle anderen (selbst Rudi Völler mit seiner "Das werden wir unseren Kindern erklären müssen" Auswahl) standen mindestens in einem WM-Finale oder holten mindestens einen Europameister-Titel (ein Wettbewerb, der für Franz Beckenbauer ja ganz kurz vorm "Cup der Verlierer" kommt... oder so.)
Immer wieder krass, wenn man sich die Deutschen Bilanzen so ansieht... Aber das ist halt auch genau das, woran sich Jogi Löw jetzt messen lassen muss... Und nicht daran, ob man jetzt noch schöneren aber auch eben genau so erfolglosen Fußball spielt wie die 72er Mannschaft...
Was mich ja gerade am meisten fasziniert ist aber, wie unsere Führungsetage versucht die Erwartungshaltung runterzufahren... Und das ging schon vor Monaten los, als Oliver Bierhoff anmerkte, dass noch nie eine Europäische Nation in Südamerika Weltmeister geworden ist... Dass die letzte WM auf südamerikanischen Boden 1978 (also vor der ich nenne es mal Industrialisierung des Fußballs) stattgefunden hat, ist dabei egal. Und auch am Montag spricht er wieder vom "Viertelfinale" als Minimalziel...
Nur um mal nachzuzählen: Die Deutsche Nationalmannschaft hat einen der besten Torhüter der Welt (wie immer halt) und Ersatztorhüter, um den uns der Rest der Welt beneidet, 2 Innenverteidiger, die im Champions League Finale standen (und einen Innenverteidiger vom derzeitigen Tabellenführer der Premiere League als Alternative), den besten Rechtsverteidiger der Welt, einen Linksverteidiger, der in jeder Mannschaft der schlechteste Spieler ist, aber jede Mannschaft besser macht (es gab nie eine bessere Aussage zu Marcel Schmelzer, als diese von den Jungs von der Spielverlagerung), einen Zentralen Mittelfeldspieler, der gerade eine Ära bei einem der erfolgreichsten Vereinen der Welt prägt, daneben einen Stammspieler von Real Madrid... und dann kommt eine Offensivabteilung, die den Rest der Welt nur mit "Oh mein Gott" reagieren lässt... Und keiner dieser Jungs ist über 30... gleichzeitig haben sie alle schon mindestens ein Halbfinale bei einem großen Turnier gesehen.
Anders ausgedrückt: Zum ersten Mal seit 1990 ist es eigentlich an der Zeit, dass alte Anspruchdenken von 1990 aus der Mottenkiste zu holen. Diese Mannschaft sollte bei der WM nicht zu schlagen sein. Nicht mal von den Spaniern oder den Brasilianern... Aber genau das müsste mal irgendjemand vorleben... an sonsten werden wir wieder nur Weltmeister der Herzen... ein Titel, der uns genau genommen noch nie interessiert hat... schließlich wurden wir schon bei der ersten Teilnahme dirket Weltmeister und nur darum geht es seit
Abonnieren
Posts (Atom)