Dienstag, 17. April 2018

Ist das noch absurd? Oder doch schon Satire?

Einer Sache kann man sich ja dieser Saison sicher sein: Immer, wenn man denkt, man hat alles gesehen, was der Videobeweis anrichten kann... kommt ein neues Highlight.

Nach diesen Spieltag reden alle nur darüber, wie... sagen wir unglücklich, es war, dass man 7 Minuten brauchte um den Videobeweis anzuwenden... das waren auch schon wieder Situationen, mit denen keiner gerechnet hat...

Theoretischer Weise... hatte der SC Freibrug 7 Minuten Zeit um das 1:1 vor dem Führungstor zu erzielen... aber bei Freiburgs derzeitiger Torgefahr, ist das eine sehr, sehr abstrakte Theorie... Ich sag das mal so: Dem Spiel war anzusehen, dass die beiden Mannschaften mit dem wenigsten Ballbesitz gegeneinander antreten... Dass Pablo de Blasis dann noch die Einladung von Alexander Schwolow an den Innenpfosten schoss... was einfach nur passend. Nicht, dass er sich wirklich Sorgen machen musste... Wenn der Ball nicht direkt ins Tor gesprungen wäre, hätte ein Freiburger ihn über die Torlinie gestolpert... Ganz bestimmt...

Denn eines ist an diesem Wochenende auch deutlich geworden: Die einzigen, die wirklich aktiv dafür kämpfen, dass diese beiden Mannschaften weiterhin am Samstag um 15:30 antreten dürfen, waren die Fans...
Aber ja, mindestens eine dieser Mannschaften muss am Ende die Klasse halten... Das eigentlich wirklich absurde ist ja... dass einer der beiden definitiv die Klasse halten muss...
Und ja, an der Stelle geht mein persönlicher Dank an die Freiburger: Die haben es dem Hamburger SV jetzt wirklich schwer gemacht.Wenn sie es jetzt noch nächstes Wochenende irgendwie schaffen ein Unentschieden zu holen...


Aber das eigentliche Problem mit dem Videoschiedsrichter... ist ja das, worüber keiner redet: Der Führungstreffer, den Berliner gegen Köln erzielen. Also die Szene zeigt ja, wie dämlich die Umsetzung des Videoschiedsrichters eigentlich ist. Und wie immer sind die Kölner das auserwählte Testobjekt um solche Probleme aufzuzeigen...

Also hier kurz das Szenario: Mathew Leckie verursacht im Zweikampf mit Jonas Hector einen Einwurf für die Kölner... der aber, was eine klare Fehlentscheidung ist, den Berlinern zugesprochen wird... welche ihn schnell ausführen und dadurch in die Position kommen, dass 2:1 zu erzielen...

Und ja, eigentlich müsste der Videoschiedsrichter da eingreifen und sagen "Lasst uns mit nem Einwurf weiter machen." Klingt übertrieben? Ist es aber definitiv nicht.
Also stellt euch einfach mal vor, das ganze wäre nicht über einen Einwurf passiert... sonder Leckie hätte sich mit dem Körpereinsatz vorher (aber ohne den Ball zu spielen) das Spielgerät erobert... Nach dem übersehenen Foulspiel erzielt Davie Selke dann das 2:1... dann wäre eine Fehlentscheidung, die dasselbe Ergebnis gehabt hätte, zurück genommen worden...
Dieses Szenario ist ja mehr als ein Mal genau so durchgezogen worden. Also dass ein Tor annulliert worden ist, weil es vorher im Mittelkreis ein übersehenes Foulspiel gegeben hat... aber bei einem falsch zugeordneten Einwurf, der aber auch definitiv eine Fehlentscheidung ist, sieht das jetzt plötzlich anders aus? 

Auf dieses Szenario wurde hier auch schon vor Monaten hingewiesen. Also was machen wir, wenn ein falsch gegebener Eckstoß zu einem Tor führt? Wie geht der Videobeweis damit um? Wie lange muss die Fehlentscheidung zurück liegen, damit ein Tor nicht gegeben wird? Dazu kommt jetzt noch ein "Was machen wir, wenn dem Schiedsrichter in der Sportschau auffällt, dass das eine Fehlentscheidung war... kann er dann die Mannschaften zurück aus der Kabine holen?"

Ich finde es ja mittlerweile nur noch faszinierend, wie die DFL sehenden Auges in dieses Verderben gerannt ist. Also viele Szenarien, die schief gehen können, waren definitiv abzusehen... Aber man hat halt darauf gehofft, dass zumindest nicht all zu viele von diesen auch eintreten werden...

Jetzt ist es mittlerweile so weit, dass ganz klare Ungerechtigkeiten anhand des Videoschiedsrichters gibt... weil er in den einen Momenten angewendet wird und in den anderen nicht... und man nicht mal darüber redet. Man nimmt das einfach Schulter zuckend hin. Nicht mal die Kölner selber fragen hinter mal nach, ob nicht im Nachhinein der Videobeweis diesen Einwurf hätte korrigieren müssen. Denn es war ja am Ende eine verdammt weit reichende Fehlentscheidung.

Natürlich will sich mit dieser Frage niemand beschäftigen. Denn dann wird einem endgültig bewusst, dass man mit der Einführung dieser Idee die Büchse der Pandora geöffnet hat.

Und ja, dieses Spiel macht am Ende auch nur deutlich, wie beschissen Schwierig der Job des Schiedsrichters ist. Denn die kleinste und scheinbar bedeutungsloseste Fehlentscheidung kann 20 Sekunden später einen Abstieg besiegeln.
Deswegen ist es ja formell gesehen auch richtig, dem Schiedsrichterteam wegen des Einwurfes keinen Vorwurf zu machen. Solche minimalen Fehlentscheidungen passieren im Fußball ständig.

Man müsste sich halt nur mal wirklich einigen, welche Minimalen Fehlentscheidungen jetzt korrigiert werden und welche nicht.
Und dass "Das Spiel wurde unterbrochen, damit ist die Szene abgeschlossen" nicht funktioniert, wurde uns am Montage gezeigt... Wenn selbst ein Pausenpfiff die Halbzeit nicht mehr definitiv beendet.

Das Dumme daran ist ja: Es gibt keine gute Antwort. Weil halt einerseits aus jedem falschen Einwurf genau die Ungerechtigkeit entstehen kann, die der Videoschiedsrichter verhindern soll... und weil man nicht jeden Einwurf kontrollieren kann...
Sich die Entstehung eines jeden Tores anzugucken, wäre vielleicht eine Möglichkeit. Aber wo fängt "die Entstehung eines Tores" an... Und wenn ich mich nach einer fälschlich zugesprochenen Ecke beim Verteidigen extrem dämlich anstelle... ist dann wirklich die Fehlentscheidung Schuld? Oder bin ich es doch selbst?

Aber hey, gut, dass wir so etwas in einem Millionengeschäft ausprobieren... Das ist je genau das richtige Testfeld um solche Fragen zu erörtern...

Mittwoch, 11. April 2018

"Gibt es im Jahr 2025 die Bundesliga noch?" ist die falsche Frage

Die eigentlich viel wichtigere Frage ist: "Gibt es bis 2025 einen anderen Meister als Bayern?" Und vor allem wie viele?

Die epische "50+1" Serie des Kickers endet ja diese Woche mit einer großen Expertenumfrage. Und auch wenn die Fragen nicht zwingend schlecht sind, so verfehlen sie doch ein wenig den entscheidenden Punkt.

Denn dass es 2025 eine Bundesliga geben wird, steht außer Frage. Die Debatte kann man so nicht ernsthaft führen. Die spannende Frage ist: Welche Stellung wird diese Bundesliga haben?

Und da weisen die 3 Leute, die davon ausgehen, dass die Bayern in 7 Jahren den 13. Titel in Folge holen auf das eigentliche Problem hin: Welche Bedeutung wird die Bundesliga im Jahr 2025 haben?

Also um mal ein Schreckensszenario zu erstellen:

Was machen wir, wenn die Bayern im Jahr 2025 im Endeffekt 2 Mannschaften stellen: Das A-Team für die Champions League, internationale Reisen, Einladungsturniere und ein gelegentliches ernst genommenes Bundesligaspiel. Und ein B-Team für den Alltag.

Und da die einzige Variante sich für das A-Team zu "qualifizieren" ein Vertrag im B-Team ist, ist diese Mannschaft immer noch gut genug um sich garantiert für die Champions League zu qualifizieren... So dass sich der Rest der Liga dafür feiert, wenn die Bayern ihren A-Kader nach Sinsheim schicken müssen, weil die Meisterschaft "in Gefahr" ist... aber genau genommen interessiert es in München niemanden wirklich, ob man Meister wird... Denn die relevanten Pokale sind (natürlich) die Champions League und das Mercedes Benz Invitational in Peking.


Und es gäbe nichts, was die Bundesliga dagegen machen könnte. Weil es ja gegen keinerlei Regeln verstößt. Offiziell sind diese Invitationals "Freundschaftsspiele unter Wettkampfsbedingungen"... die aber so viele Prämien in schlecht erschlossenen Märkten (die natürlich in jeder Gruppe mit einem Team vertreten sind)  abwerfen, dass es sich für die Bayern mehr lohnt in diesen Turnieren zu engagieren.
Und 4. wird man schon irgendwie... Um mehr geht es ja in der Bundesliga nicht mehr. Also reist man bei jeder Gelegenheit nach Dubai, Rio De Janeiro oder New York. Und spielt ernsthaft in der Champions League, während man die Bundesliga nebenbei laufen lässt...

Natürlich existiert diese Liga dann noch. Aber nur noch als Qualifikationsliga für den eigentlich relevanten Wettbewerb...

Wenn man sich die Bilder zu den Meisterfeiern anguckt... Und was sonst gerade so in Europas Fußball abgeht...
Wenn heute morgen Mephisto in Uli Hoeneß Büro vorbei kommt und ihm anbietet, dass die Bayern die Champions League 2019 gewinnen, wenn sie auf den Meistertitel verzichten... würde Hoeneß eventuell mit einem "Aber 4. werden wir doch, oder?" antworten... Und öffentlich so tun, als wäre die Bundesliga natürlich der wichtigste, weil ehrlichste Titel... Aber er hätte den Deal dennoch angenommen...

Wirklich bezeichnend wird das, wenn man sich das letzte Wochenende in England anguckt. Da gab es mit ManCity gegen ManUnited und Everton gegen Liverpool 2 an sich epische Derbys... und wo wir schon dabei sind... in Spanien gab es Real gegen Atletico... ja, es war großes Internationales Derbywochenende. Und keinen hat's interessiert.
Klar Jose Mourinho wird sich freuen, dass er nicht Pep Guardiola zum Titel gratulieren musste... Aber das ist auch das einzige, was uns dieses Derby brachte. Und das, obwohl die Wiederauferstehung von United den Stoff für Derby-Legenden lieferte... Aber wen interessiert's, wenn City eh Meister wird und am Dienstag vor der wirklich wichtigen Aufgabe stand?

Auch Jürgen Klopp war mehr damit beschäftigt seine Spieler für den Dienstag zu schonen als das Derby zu gewinnen. Bei 10 Punkten Vorsprung auf den einen relevanten Verfolger Chelsea kann man ihm da auch keinen Vorwurf machen...

Im Kicker steht das absurde Detail, dass Real seit Dezember 2012 kein Heimspiel mehr gegen seinen Stadtrivalen gewonnen hat... Wenn man seit dem keine 3 Titel in der Champions League geholt hätte, würde es sogar einen Aufschrei geben. Aber so sagen sich die Real Fans: Who really cares?

In Paris und Turin interessiert sich auch kaum noch jemand für die nationalen Titel. Die werden als Trostpreise entgegen genommen. Aber die Bewertung einer Saison richtet sich immer nach den internationalen Erfolgen aus.

Genau genommen sind die nationalen Ligen jetzt schon nur noch für die Herausforderer interessant. Und die hoffen im Wesentlichen auch nur darauf, dass sie an die großen Fleischtöpfe kommen... also 4. werden...
Man nehme einfach nur mal Arsenal London. Die schonen mittlerweile ihre Spieler in der Liga für die Europa League. Nicht, weil sie direktes Interesse an dem Titel haben... sondern weil sie eingesehen haben, dass dies die einzige Chance auf eine Teilnahme am einzigen wirklich relevanten Wettbewerb ist.

Und die Bundesliga steuert auch genau da hin. Schalke 04 wird diese Saison als großen Erfolg feiern. Dortmund wird am Ende durchatmen und sagen "So schlimm war es gar nicht"... weil beide das Ticket für die Gruppenphase lösen werden... Und um den letzten Platz gibt es dann das eine spannende Saisonfinale, in dem sich (wenn Hoffenheim so weiter macht) wirklich 4 Teams um den einen relevanten Platz prügeln.

Ich sag das mal so: Arsene Wenger ist vor Jahren dafür ausgelacht worden, als er für den 4. Platz einen zusätzlichen Titel gefordert hat. Genau genommen war er nur seiner Zeit voraus. Denn genau da steuern die Nationalen Ligen doch hin.

Und klar, öffentlich will das keiner zugeben. Und sprechen alle vom ehrlichsten Titel... Hey, wir haben unsere Konkurrenten ehrlich beraubt, in dem wir ihnen all ihre guten Spieler abgeworben haben, wohl wissen, dass sie die mit dem Geld, dass sie bekommen haben, nie ersetzen können... das war harte Arbeit... Aber genau genommen ist es jetzt schon erstaunlich egal, wer Meister wird...

Und das wird im Jahr 2025 nicht besser werden. Eher im Gegenteil: Da der Vorsprung der Bayern eher weiter wachsen wird... außer vielleicht auf RB, die sich aber eher mit Borussia Dortmund um Platz 2 prügeln...
Sind wir dann vielleicht wirklich so weit, dass 3 von 4 Champions League Teilnehmern gefühlt zu Saisonbeginn feststehen und alle anderen um den "Wenger-Cup" kämpfen? Und damit dann auch vollkommen zufrieden sind?

Natürlich würde die Bundesliga dann noch existieren... aber sie hätte halt verdammt viel von ihre heute noch selbstverständlichen Stellung eingebüßt...

Dienstag, 10. April 2018

Worst of des "Er zuckt noch" Wochenendes

Ganz ehrlich... Ich werde die Mainzer auf ewig hassen, wenn sie das wirklich hinkriegen. Es ist für mich unbegreiflich, wie entspannt die an ihrem Bundesligaabstieg arbeiten... wie wenig Gegenwehr sie zeigen. Und wie sehr sie sich für ihre geringe Gegenwehr selber feiern... Es scheint fast so, als wäre ihr eigentliches Saisonziel "Den Hamburger SV retten"... Da sind sie auf einem guten Weg...

Dieses Wochenende hatte man die Chance auf am Boden liegende Kölner zu treten... die nach ihrem 0:6 vom letzten Wochenende genau genommen nur darauf warteten, dass ihnen jemand den Todesstoß versetzt. Und 17 Bundesligisten hätten diese Gelegenheit genutzt.
Die Mainzer hätten damit wohl auch das Thema "Direkter Abstieg" endgültig entscheiden können. 7 Punkte Vorsprung würden bei 5 verbleibenden Spielen mit ziemlicher Sicherheit reichen...
Stattdessen... feiert man sich dafür, dass Giulio Donati regelrecht um einen Platzverweis bettelt... oder hat er einfach auch nicht mitbekommen, dass der Schiedsrichter ihn verwarnt hat? Wohl kaum... Und dann braucht man mal wieder eine Weltklasse Parade in aller letzter Minute um wenigstens einen Punkt zu retten...
An der Stelle muss ich auch mal erwähnen: Das Spiel Köln - Mainz war der ultimative Beweis, dass ein Fußballspiel nicht "gut" sein muss, um trotzdem wirklich unterhaltsam zu sein... Denn emotional und hochgradig spannend war es ja...

Ich sag das mal so: Wenn du im Jahr 2018 eine überragende Torhüter Leistung brauchst um nicht gegen Köln zu verlieren, bist du einfach nicht Bundesligatauglich. Und die Mainzer bieten seit Wochen solche Darbietungen. Von den letzten 10 Bundesligaspielen konnte man eines gewinnen. Und man erzielte ein einziges Mal mehr als 1 Tor... gegen Hoffenheim... Wenn man dann bedenkt, dass man in 7 der 10 Spiele gar nicht traf... Holy Shit.
Aber natürlich ist das einzig wichtige, dass man "nicht verloren" hat. Und man feiert sich für die "kleinen Mosaiksteinchen"... Ich sag das mal so: Wenn die Mainzer dieses Jahr noch ein Spiel gewinne wollen, brauchen sie mehr als kleine Mosaiksteinchen. Und das müsste man auch mal so ansprechen: Wenn sie so weiter spielen, retten sie den Hamburger SV...

Und das ist ja die eigentliche Totsünde. Nicht nur, dass es eigentlich (bei der Unfähigkeit der Konkurrenz) einfach sein sollte, die Klasse zu halten... Sie werfen dadurch auch einen Rettungsanker für den einen Verein aus, der wirklich keinen verdient hat...
Im Wesentlichen lautet der Plan der Mainzer: Lasst uns mal darauf setzen, dass die Hamburger keine 6 Punkte mehr holen... Und dann regelt das schon die Relegation...

Und ein Markus Anfang belegt ja gerade, was für eine Farce diese Relegation rein sportlich gesehen ist... anstatt sich zu sagen "Hey, warum sollte ich mit dem 1.FC Köln verhandeln, wenn ich die in der Relegation wegputzen könnte?" verhandelt er anscheinend mit diesem potenziellen direkten Konkurrenten... Weil er, wenn er jetzt in Köln unterschreibt, immer noch bessere Chancen sieht nächstes Saison einen Bundesligisten zu trainieren... Und er hat ja praktisch gesehen auch recht: Das Köln oder Hamburg noch die Klasse halten, ist wahrscheinlicher als ein Aufstieg der Kieler über die Relegation.
Weil die Mainzer halt den Abstiegskampf im eigentlichen Wortsinne durchziehen: Sie geben wirklich alles um vielleicht doch noch einen Absturz in die 2. Liga zu verwirklichen.
Und ja, als Mainz 05 kann man immer absteigen. Das ist sogar Jürgen Klopp passiert. Sie gehören zu den besten 20 Mannschaften Deutschlands. Es ist keines Falls eine Selbstverständlichkeit in der Bundesliga mitzuspielen. Ein Abstieg kann ihnen durchaus passieren. Gerade jetzt, wo das Mastermind Christian Heidel weg ist... Aber warum wehren die sich nicht? Warum nehmen sie den potenziellen Abstieg einfach so hin? Und ja, es mag sein, dass sie intern anders kommunizieren. Aber ein "Wir unternehmen wirklich alles für den Klassenerhalt" sieht irgendwie anders aus...

Dass dann noch die Schalker ihre wohl beste Leistung der Rückrunde abliefern... hilft natürlich auch nur bedingt... Also im Gegensatz zu den vorherigen Wochen zog man den Gegner nicht auf ein absurd schwaches Niveau herab um dann einmal eiskalt zuzuschlagen... sondern hob den Gegner auf ein für ihn vorher unbekanntes Niveau... was doppelt beeindruckend ist, weil dieser Gegner niemand geringeres als der Hamburger SV war... Und damit Schritt 1 auf den Weg zur Wiederbelebung dieses Monsters geliefert...
Und ja, der HSV sollte sich von seinem "Dino" Image trennen und sich stattdessen Frankenstein als Maskotchen zulegen. Das wäre angemessener... Denn von dem ehemals so stolzen Traditionsverein ist halt nicht mehr viel übrig außer eine groteske, gerade so wiederbelebbare Leiche...

Nur um mal zu erwähnen, wie absurd gut die Synergie zwischen Schalke und Hamburg war... und auf welch historischem Niveau die gemeinsam dieses Spiel zelebrierter: Die Tore wurden mit der Linken Hand, dem Kopf, der Brust, dem rechten Fuß und dem Linke Fuß erzielt. Schlagt das nach, ich denke mir das nicht aus... und ja, damit fehlte nur ein Tor mit der Rechten Hand um aus den Torschützen einen kompletten, vollwertigen Fußballer zu bauen... Es wäre der einzige vollwertige Fußballer auf dem Platz gewesen...
Und ich lege mich da mal fest: Das war das erste Mal in der Bundesligageschichte (wenn nicht sogar der Fußballgeschichte), dass 5 Tore mit 5 unterschiedlichen Körperteilen erzielt worden sind... Tore mit der Hand oder der Brust fallen halt nicht so häufig...

An sonsten... sind wir mittlerweile so weit, dass der internationale Strafsgerichtshof aus Den Haag auf die Bundesliga Einfluss nimmt... Glaubt ihr nicht? Naja... also... wahrscheinlich ist dem DFB Schiedsgericht einfach aufgefallen, dass ein Spiel Freiburg - Wolfsburg ohne wenigstens einen gefährlichen Angreifer gegen die Genfer Konventionen verstößt... und bevor sie das Risiko einer Klage eingehen, bringen sie lieber die Schiedsrichter im allgemeinen in die missliche Lage, dass sie jetzt Gelbe Karten klarer kommunizieren müssen... Das ergibt sogar Sinn...

Freitag, 6. April 2018

Vorschau auf den 29. Spieltag

Das habe ich ja viel zu lange nicht gemacht... vor allem, weil man halt auch doch irgendwann das Gefühl hat, dass man immer dasselbe schreibt... aber dieses Wochenende gibt es genug Ansetzungen, die wirklich was hergeben...

Der Freitag Abend:
Hannover 96 - Werder Bremen: Bevor sich jetzt alle Bremer daran beweihräuchern, dass man in der Kohfeldt-Tabelle richtig gut dasteht... und wenn man so weiter macht, nächstes Jahr ja das Internationale Geschäft anpeilen kann... ähm... davon wurde schon bei der Nouri-Tabelle geträumt... und davor bei der Skripnik-Tabelle... Werder muss sich diesen Sommer mal wirklich damit beschäftigen, warum sie so schlecht darin sind den positiven Trend in die neue Saison zu übertragen...
Uh und Tayfun Korkut hat auf Kicker.de seine Spielphilosophie verraten: Er tue grundsätzlich "nichts, um im Fernsehen gut auszusehen"... das erklärt einiges... also vor allem, warum das dargebotene auf dem Platz so grausam aussieht (auch wenn es gerade erfolgreich ist...) wäre ja gegen Korkuts Grundprinzip, wenn er mit gut aussehende Fußball in Verbindung gebracht werden würde...

Der Samstag Nachmittag:
1.FC Köln - 1.FSV Mainz: Hell yeah! Willkommen zum großen "Not gegen Elend" Samstag Nachmittag. Angefangen mit diesem Überklassiker. In dem die eigentlich längst erledigten Kölner plötzlich sogar der Favorit sein müssten... Mainz ist halt genau genommen unfassbar schwach. Auch wenn Sandro Schwarz menschlich natürlich überragende Arbeit abliefert... Also der ist definitiv viel besser als Thomas Tuchel...
Ich lege mich da an der Stelle nebenbei fest: Wer dieses Wochenende gewinnt, hält die Klasse.

SC Freiburg - VfL Wolfsburg: Das trifft auch auf dieses Spiel zu. Das vielleicht schlechteste Bundesligaspiel aller Zeiten? Und ja, ich habe damals Nürnberg - Fürth gesehen... Dieses Spiel könnte das toppen. Nicht nur, aber auch, weil der einzige brauchbare Stürmer dieser beiden Mannschaften wohl gesperrt fehlen wird. Um das mal festzuhalten: Wolfsburg ist seit 444 Minuten (ohne Nachspielzeit) ohne eigenen Treffer... und das auch nur, weil wir so "gnädig" sind, Tore gegen Mainz als Bundesligatreffer anzuerkennen... Freiburg hat in den letzten 4 Spielen 1 mal getroffen... durch den eben gesperrten Nils Petersen... Der anscheinend das Ziel hat, der neue Podolski zu werden und jedes mal zum Tor des Monats nominiert zu werden...
Der letzte Treffer, der jedenfalls nicht vom einzigen brauchbaren Stürmer erzielt worden ist... stammt aus der Schlussphase des 22. Spieltages... Was wiederum auch nur bedeutet: Die 22 Spieler auf dem Platz werden zusammen seit mindestens 984 Minuten auf ein Tor in der höchsten deutschen Spielklasse...
Aber hey, es gibt gute Nachrichten aus Freiburg: Die spielen in den nächsten 4 Wochen gegen die versammelte direkte Konkurrenz... Und danach gegen Borussia Mönchengladbach und den FC Augsburg... Also 2 Mannschaften, für die es um nichts mehr gehen sollte... Die Freiburger müssen nur 2 dieser Spiele gewinnen, um den Klassenerhalt sicher zu haben... vielleicht reicht sogar eines... Wenn sie das nicht hinkriegen...
Und ja, dass Freiburg 4 Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang (und 10 auf den eigentlichen Abstiegsrang) hat, obwohl man gegen all die "guten" Mannschaften schon gespielt hat, ist schon eine Leistung, die man mal hervorheben muss. Also ja, sie haben in den letzten Wochen grausamen Fußball gespielt... Aber halt gegen Konkurrenten, denen sie nicht ebenbürtig sein sollten...

Borussia Mönchengladbach - Hertha BSC Berlin: Willkommen zum großen "Boah, sind wir froh, dass die Kellerkinder so schwach sind, sonst könnten wir wirklich noch in den Abstiegskampf rutschen" Duell des Wochenendes...

FC Augsburg - Bayern München: Hier ist eine Aufgabe, der jeden Stochastik Lehreramtsstudenten in den Wahnsinn treiben muss: Wie kann es sein, dass der Rekord- und aktuelle Serienmeister seit 18 Jahren darauf wartet, den Titel im eigenen Stadion perfekt zu machen? Ernsthaft, die Wahrscheinlichkeit dieser Serie dürfte so absurd gering sein, wenn man alle 2 Wochen ein Heimspiel hat und gefühlt alle 3 Wochen Meister wird...

Das Spitzenspiel am Abend:
Hamburger SV - FC Schalke 04: Der beste Witz des Kickers seit Jahren: "Die Schalker haben in dieser Saison bereits in vielen Bereichen Qualität nachgewiesen"... faszinierender Weise führen danach mal wieder aus, wie absurd der 2. Platz der Schalker derzeit ist... Denn ohne die 9 Elfmeter-Tore, was eine ungewöhnlich hohe Quote ist, wäre man in der Tabelle wesentlich weiter hinten zu finden... Schalke beherrscht halt 2 Dinge: Dem Gegner das Gefühl geben, dass sie einen einlullen... und Elfmeter verwandeln... aber hey, das reicht für Platz 2...
Oh und bevor es jemand anzweifelt: Ja, Papdopoulus wird am Ende der Hamburger sein, der sie zum Klassenerhalt schießt. Ich gebe mich da keinerlei Hoffnungen hin. Es sind schließlich immer die bereits aussortierten Spieler, die den HSV retten... wobei man ehrlicher Weise zugeben muss, dass dies mittlerweile auf den gesamten Kader zutrifft...

Der Sonntag:
Borussia Dortmund - VfB Stuttgart: Es ist schon faszinierend, wie überragend die Arbeit von Thomas Tuchel auf ein mal wirkt... der brauchte keinen externen Berater um diese Mannschaft zum funktionieren zu bringen... und halt auch keine zwischenmenschliche Wärme, aber wen interessiert das? Anscheinend funktioniert diese Truppe ohne eh besser... und ja, die Entscheidung Tuchel abzusetzen sieht von Tag zu Tag schlechter aus...

Eintracht Frankfurt - TSG 1899 Hoffenheim: In Hoffenheim hoffen sie jetzt alle darauf, dass die Frankfurter von der Kovac wird neuer Bayern-Trainer Debatte genau so abgelenkt werden, wie sie selber  im Oktober.... Guter Plan

Das Montagsspiel:
Wen interessiert's? Schließlich spielen da eh zwei Plastikklubs mit Markennamen gegeneinander... Auch wenn es sachlich gesehen das beste Spiel des Spieltages sein müsste... wird es auch genau das Spiel werden, welches dann doch alle boykottieren...
Aber genau genommen ist diese Ansetzung extem clever... denn wie wahrscheinlich ist es, dass die RB Leipzig Fans gegen die fortschreitende Kommerzialisierung des Fußballs demonstrieren? Ungefähr so hoch, wie die Quote von Heimmeisterschaften der Bayern?

Donnerstag, 5. April 2018

Höchste Zeit für einen Abschiedsbrief

Oder... heute in der Serie gnadenlos überschätzten Fußballer: Zlatan Ibrahimovic. (und ja, Teil 1 gab es damals zum Karriereende von Ronaldo...)

Und ja, ich weiß, ich sollte mich nicht von dem triggern lassen, aber was soll's...

Die selbst erklärte Gottheit Ibrahimovic hat sich laut Sportschau zum Cristiano Ronaldos Gemälde geäußert... Und gab ihm den Tipp, das mal aus 40 Metern zu versuchen...

Ich sag das mal so: Wenn Ibrahimovic noch relevant wäre, hätte Cristiano mit einem "Du solltest das mal in einem Champions League Viertelfinale versuchen." gekontert...

Denn auch Ibra hat ein absolutes Gemälde bei seiner Vorstellungsveranstaltung in den USA auf den Rasen gezaubert... Das Dumme daran ist, wie meistens bei ihm, dass ihn das in einer absoluten Gurkenliga gelingt... oder in Freundschaftsspielen...

Aber all diese Traumtore kommen, genau so wie seine zahllosen Meistertitel und Torjägerkanonen, mit einem entscheidenden Makel: In der Champions League spielte er genau genommen immer sehr sehr... menschlich. Wenn überhaupt. Jedenfalls in keinster Weise seinem Ego entsprechend...

Ich hab mir mal die Mühe gegönnt und einen genaueren Blick auf die Leistungsdaten von Ibrahimovic in der Champions League geworfen... Denn 48 Tore in 120 Spielen klingt doch gar nicht soo schlecht... Aber dann fragte ich mich mal: Wie viele Tore hat der Mann wohl in der entscheidenden Phase geschossen... Und wer diesen Blog kennt, der weiß, dass diese entscheidende Phase im Viertelfinale beginnt... also wenn man gegen andere Spitzenmannschaften antritt... Die Antwort ist schockierend übersichtlich...

2016 erzielte er ein Tor beim 2:2 gegen Manchester City für Paris St.Germain.
2013 erzielte er die zwischenzeitliche Führung beim 2:2 gegen Barcelona.
2012 traf er zum am Ende das Weiterkommen sichernde 4:0 gegen Arsenal London... Damals für den AC Milan.
Und 2010 traf er dopptelt. Wieder gegen Arsenal... damals für Barca... In einem Spiel, dass 2:2 endete... unter anderem, weil Ibra nach dem 2:2 seinen Dienst einstellte... Er hatte ja seine Schuldigkeit getan...
Jetzt kommt das schockierende: Das war's auch schon. Und in einem Halbfinale hat er nie getroffen... Im Finale hat er nie gestanden... 5 Tore in der relevanten K.O. Phase... ich sag das mal so... das machen Lionel Messi und eben Ronaldo in einer Saison.

Damit muss man auch mal die großartigste Leistung von Ibrahimovic in der Königsklasse erwähnen: Er schaffte es, die Dynastie um Messi, Xavi, Iniesta und Pep Guardiola zu stoppen... ok, er musste dafür zu Barca wechseln... für 60 Millionen plus Samuel Eto'o als Teil des wohl schlechtesten "Trades" aller Zeiten... (Random Fun Fact: Inter Mailand gewann mit Eto'o und ohne Ibra den Titel... (manch einer mag sich an das "Finale Dahoam erinnern...) Barca gewann ihn in der Saison davor und danach...

Besser kann man Ibrahimovic Karriere gar nicht zusammenfassen: ER war das einzige, was Barca in ihren besten Jahren aufhalten konnte... Dafür sollte man ihn ein Denkmal errichten... Also in Madrid.

Bezeichnenderweise (und das ist fast schon tragisch) holte er seinen einzigen echten internationalen Titel in seiner Heimatstadt Malmö... auf Krücken und mit gerissenem Kreuzband. So steht jetzt "Europa League Sieger 2017" in seiner Vita, obwohl er ab dem Viertelfinalspielen (in denen er natürlich auch Torlos blieb) nicht mehr zum Einsatz kam...

Und versteht mich bitte nicht falsch: Ich habe kein Problem damit, wenn Fußballer ein Ego haben und diese Persönlichkeit raushängen lassen. Eher im Gegenteil. Aber das Ego muss halt auch mit Leistungen unterlegt werden. In den entscheidenden Momenten. Und da ist Ibrahimovic Bilanz halt eher erbärmlich.

Und im Gegensatz zum ursprünglichen Eintrag in dieser "Das ist ab jetzt eine" Serie Ronaldo... gibt es bei Ibra kein "Was wäre wenn?" Also wie wäre die Karriere ausgegangen, wenn der Körper des Spielers mitgemacht hätte, was bei Ronaldo leider nie der Fall war (und was ich zugegebener Weise damals ziemlich ignoriert habe...)
Zlatan ist genau genommen das Beispiel, dass dein Ego deinem Erfolgt am Ende durchaus auch im Weg stehen kann.
Gerade die eine Saison bei Barca... wenn er da einfach nur sein Ego ein wenig zurück geschraubt (und sich am Gegenpressing beteiligt) hätte. Denn das Ibrahimovic überragend ist, wenn man ihm den Ball gibt, stellt ja gar keiner in Frage...
Wenn er sich in diese überragende Mannschaft eingeordnet hätte, hätte er jahrelang um den wichtigsten Vereinstitel (und damit auch um den einzigen relevanten internationalen Titel, den er als Schwede realistisch gesehen gewinnen kann)  mitspielen können. Aber er musste sein Ego in den Vordergrund stellen und sich mit dem Trainer zoffen... Einem Trainer, der mittlerweile (immer noch? nach der Klatsche gestern?) als einer der brillantesten aller Zeiten gilt...
Dass Zlatan dazu nicht bereit war... ist genau genommen Schade. Denn die hätten gemeinsam richtig genialen Fußball spielen können... aber einer wollte da halt nicht mitmachen...

Und 13 Meisterschaften wirken natürlich auf den ersten Blick überragend... Wenn man aber jeweils den reichsten Mannschaften der Liga beitritt, ist es auch nicht mehr so überraschend, dass man nationale Titel holt...
Anders ausgedrückt: Alexander Zickler ist in der Rangliste der deutschen Rekordmeister ganz weit vorne... Weil er halt jahrelang für die Bayern gespielt hat und danach zu RB Salzburg gewechselt ist. Dann kommt man halt am Ende auf 10 Meistertitel... es würde trotzdem niemand auf die Idee kommen, Zickler zu einem der Besten aller Zeiten zu erklären... Dabei... hat der sogar die Champions League gewonnen... (Damn, vielleicht sollte ich mal eine Serie mit dem Titel "Schlechteste Champions League Sieger aller Zeiten" eröffnen...)

Wenn man dann noch bedenkt, dass Ibrahimovic von 2005 bis im Endeffekt 2009 vom italienischen Wettskandal "profitierte"... (Wichtig hierbei: Das heißt nicht, dass er in den Skandal persönlich involviert war) weil er erst 2 Meistertitel einfuhr, die Juventus aberkannt worden sind und danach dann zu Inter Mailand wechselte und von dem Wiederaufbau bei Juve mit 3 Meistertiteln in Folge profitierte...

Dabei ist er offensichtlich einer der perfekten Stürmer um einen Meistertitel einzusammeln. Wenn man selber dominant spielt, dem Gegner sowieso schon individuell überlegen ist, kann Ibra derjenige sein, der dir die Spiele entscheidet...
Aber wenn es in den wirklich engen Duellen um die entscheidenden Titel geht... läuft er, wenn überhaupt nur mit...

Und ja, Zlatan ist eine der größten Persönlichkeiten des modernen Fußballs. Und er hatte auch die Voraussetzungen um zu einem der besten Spieler aller Zeiten zu werden. Aber er entschied sich irgendwann dagegen... was dazu führte, dass er am Ende zu einem gnadenlos überschätzen, weil international ziemlich erfolglosen Fußballer...

Mittwoch, 4. April 2018

Karl-Heinz Rummenigge ist ein schlechter Verlierer

Welch schockierende Erkenntnis... Die für die regelmäßigen Besucher dieses Blogs bestimmt völlig überraschend kommt...
Schließlich hat Kalle schon nachgewiesen, dass er an Niederlagen auf dem Fußballplatz gerne mal ein Jahr lang knabbert... und sich dann, was die Faktenlage betrifft, eher auf Augenhöhe mit der AfD bewegt, als mit seriöser Problembewältigung...

Und jetzt... hat der auf ein Mal eine Schlacht als Funktionär im Kampf um das 50+1 verloren... Wie fies von der DFL... da muss man sich natürlich sofort "geistig ein Stück von verabschieden"...
Wobei man da den Rummenigge ein wenig in Schutz nehmen muss... der kommt halt aus Bayern... und da heißt Demokratie halt: Wie bestimmen alles so, wie es der CSU am besten passt... Und das seit 60 Jahren... da kann man gerne mal verdrängen, das eine Demokratie eigentlich anders funktioniert...

Dabei spricht Kalle sogar viele richtige Dinge an... also ja, die DFL hat ein das Grundproblem, dass sie für 36 Profiklubs die möglichst beste Entscheidung treffen muss... und von diesen 36 spielen nur 7 international... (Davon 5 gewollt, die anderen beiden müssen halt teilnehmen...) Da kann es durchaus passieren, dass die anderen 29 (also die deutliche Mehrheit) Entscheidungen treffen, die für diese 7 ungünstig sind... Demokratie hieß ursprünglich halt mal: Wir entscheiden so, wie es die meisten und nicht die Reichsten wollen...
Und es ist durchaus auch möglich, dass bei solchen Veranstaltungen falsche Entscheidungen getroffen werden...

Dass Rummenigge allerdings Andreas Rettig "Populismus" vorwirft... ist eigentlich das Eingeständnis seiner Niederlage: Diese Schlacht hat er halt verloren. Deswegen ist er jetzt beleidigt.

Ganz ehrlich: Sowohl Rettig als auch Rummennigge sind... Politiker. Oder Lobbyisten. Oder beides, was ja mittlerweile geht. Solchen Leuten Populismus vorzuwerfen, ist absurd. Da kann man auch seinen Spielern vorwerfen, dass sie schwitzen... Und ja, das ist eine Hagen Rether Referenz: Aber das ist doch der Populist! Nein, das ist der Demagoge!

Dabei weiß Rummenigge selber doch ganz genau, dass Populisten ein vorhandenes Machtvakuum gerne ausnutzen um ihre Interessen durchzusetzen. Also seine Lobbyvereinigung hat ja genau dasselbe gemacht, als es im Zuge des Fifa Korruptionsskandals einen Interimspräsidenten bei der Uefa gab... und deswegen muss der 4. der Bundesliga jetzt nicht mehr in diese doofe Qualifikation, an der man scheitern könnte... Wie gesagt: Rummenigge weiß ganz genau, wie man dieses Spiel spielt. Er ist jetzt nur persönlich beleidigt, dass ein Mal im Leben andere das mit ihm gemacht haben, was er sonst immer mit ihnen durchzieht.
Und wenn ihr euch mal die letzten Aussagen von Rummenigge durchlest (folgt einfach den Links oben...), dann ist das eine Aneinanderreihung von Populistischer Kackscheiße.
Das werfe ich ihm ja noch nicht mal vor. Der Mann ist ein Spitzenfunktionär, der versucht seine Position auszunutzen um die Stimmung möglichst in die Richtung seines Vereins zu drehen. Es ist quasi seine Aufgabe ein Populist zu sein. Genau so wie es das, mit anderen Zielen, die Aufgabe vom Rettig ist.
Und da sich in den Deutschen Medien niemand traut ihm zu widersprechen oder kritisch nachzufragen, ist es "Populistische Interviews zu geben" halt seine beste Option.
Aber anderen den Vorwurf zu machen, weil sie dieselbe Taktik in ihrem Spezialgebieten anwenden... ist genau genommen albern...

Ehrlicher Weise müsste Rummenigge folgendes sagen: Ich habe die besagte Liga-Versammlung unterschätzt. Ich hätte da selber aufkreuzen sollen und keinen Mittelsmann schicken, der bei dieser Diskussion anscheinend vollkommen versagt hat. Das war mein Fehler, damit müssen wir jetzt arbeiten.
Und ja, Rummenigge wäre genau die Person gewesen, die man als Gegenpool für Rettigs Schauspiel gebraucht hätte. Und der uns dann in einer hitzigen Debatte ein wirkliches Spektakel geliefert hätte. Halt mal so einen richtigen Diskurs mit 2 Leuten auf Augenhöhe, die Versuchen die Stimmung in ihre Richtung zu drehen. Mit cleveren Redebeiträgen auf beiden Seiten... So wie man das von früher aus dem Bundestag kannte... Und so, wie die beiden es jetzt hinterher in den Medien machen... nur halt in Live, mit offenem Visier und Ergebnis.

Eigentlich ist das ja sogar was gutes... denn es stärkt indirekt die Rolle der DFL und seiner Tagungen... ich sag das mal so: Wenn die sich das nächste Mal treffen, werden Rummenigge und die 2 Vereine, die gar nicht anwesend waren, dabei sein. Rummenigge wird sich entsprechend vorbereiten... denn anscheinend werden auf diesen Sitzungen doch wichtige Dinge entschieden. Zu denen man nicht irgenjemanden schicken sollte, von dem der gemeine Fußball Fan noch nie was gehört hat. Und das wertet die DFL-Tagung definitiv auf, selbst wenn die Entscheidung in Sachen 50+1 beim nächsten Mal überdacht werden sollte...

Montag, 2. April 2018

Worst of des "Gute Nachrichten für den BvB" Wochenendes

Es gibt sie... bestimmt... irgendwo... also selbst an dem Wochenende, an denen die Bayern Fans "Ihr seid schlechter als der HSV" sangen... Ich finde bestimmt welche...

Zum Beispiel... hmm... immerhin wird Peter Stöger jetzt definitiv nicht als nächster Bayern-Trainer gehandelt... stellt euch vor, die hätten den Rekordmeister dank einer taktischen Meisterleistung lahm gelegt... Dann hätten die Bayern doch sofort zugeschlagen... Man muss auch mal eine strategische Niederlage einstreuen, um seine Leute an Bord zu behalten... Und das kann man ja auch auf die Spieler auf dem Platz aufweisen... im Gegensatz zu sonst immer werden die Münchener dieses Jahr von einer Verpflichtung der Dortmunder Stars Abstand nehmen... dafür haben die dieses Wochenende gesorgt... ist doch super...

Und hey, immerhin... mussten die Dortmunder nicht zur Meisterfeier Spalier stehen... Ok, dass haben sie den Schalkern zu verdanken, aber Details... Wenn man den Fokus richtig setzt, war das ein richtig gutes Wochenende für die Borussen...

A propos Schalke... der beste Kommentar des Wochenendes kam ja... vom Kicker-Ticker... Dort fasste man (also zwischen den 2 Gelben Karten für Nils Petersen) das Geschehen bis zum 1:0 so zusammen:

"Freiburg ist es gelungen, Schalke einzulullen und den Gastgebern das Leben schwer zu machen."

Ähm... ernsthaft... wie schafft man es, die anti-Fußballer vom designierten Vize-Meister "einzulullen"? Also was muss man dafür tun, außer auf dem Platz stehen? Ernsthaft... sogar Mainz und Wolfsburg haben das souverän geschafft... Das einzige, was die Schalker wirklich beherrschen... ist ja dem Gegner das Gefühl zu geben, dass man sich einlullen lässt... Und unsere kritischen Fachjournalisten kaufen denen das sogar ab...
Vielleicht mal so als Info... Schalke lullt die Gegner ein und nicht anders herum.

Oh und ja... weil es Schalke ist... gibt es vom eigenen Publikum zur Halbzeit pfiffe... Vielleicht sollten sie in der Arena doch mal die Tablle einblenden... und auf die 7 Punkte Vorsprung auf Platz 5 hinweisen... vielleicht sind die Schalker Fans dann zufrieden...
Aber wahrscheinlich wäre es denen lieber, wenn sie begeisternden Angrifffußball spielen und damit auf Platz 8 landen würden... ganz bestimmt...
Und hey, den Fans glaube ich das sogar... es sind schließlich Schalke Fans, die kommen mit Erfolg nicht so wirklich zurecht... aber dem einen relevanten Fan (Clemens Tönnies, falls das nicht offensichtlich ist) würde dies so sehr missfallen, dass er den Trainer wechseln lässt... was Domenico Tedesco in eine komplizierte Position bringt... wen soll er jetzt glücklich machen?

Wo der Name Nils Petersen schon gefallen ist... also zunächst mal... ist es absolut dämlich sich in Zeiten des Videobeweises so über einen Elfmeterpfiff aufzurgen, dass der Schiedsrichter Tobias Stieler einen verwarnt... Und ja, das Video belegt Stielers "Ich habe ihn auf den Rücke getippt" Aussage... trotzdem hätte man als Schiedsrichter, wenn Petersen weiter jammert, ein Mal darauf hinweisen können, dass er gerade verwarnt worden ist... mit einem einfachen "Ich habe sie schon verwarnt, was soll ich noch machen..." Denn das Petersen dies nicht mitbekommen hat ist die wahrscheinlichere Variante... die andere ist "Er hatte halt kein Bock mehr auf dieses Anti-Spiel"... Klar, die Chancen stehen da 60-40... aber immerhin sind die "Ich will dringend duschen, weil man Schalke gegen Freiburg kaum ertragen kann" die 40, da kann man sich als Schiedsrichter noch mal vergewissern, ob er das wirklich will...

Lukas Hradecky großes Bewerbungsschreiben... also falls ihr es noch nicht mitbekommen habt... Hradecky will nächste Saison Champions League spielen... und das definitiv nicht in Frankfurt... sondern lieber in Leverkusen oder Dortmund... Und so, wie sich beide dieses Wochenende präsentiert hat, muss man denen mal unter die Arme greifen...

Der 1.FC Köln IST ZURÜCK!!! Ok, die Version, die sich Zielsicher Platz 18 erarbeitet hat... aber hey, es ist ein Comeback... das faszinierende am Kölner "Wir wollen immer mitspielen" Ansatz ist ja: Gegen 10 Mann funktioniert das recht ordentlich... gegen 11 Bundesligaspieler ist es eher Beweisstück A, warum der Rest der Liga lieber weniger Fußball spielt...

Hertha - Wolfsburg: Ich hab da mal so einen eigentliche Vorschau-Frage: Warum ist dies eigentlich der einzige Sonntag-Abend Termin der Saison? Also... ich meine... wäre es nicht ein extrem cleverer Kompromissvorschlag für die DFL gewesen, die nicht mehr benötigten Montagsspiele auf Sonntag 20 Uhr zu verschieben? Das einzige Problem wäre wahrscheinlich gewesen, dass Sky eine seiner Fußballdebatten (wie viele Fußballtalkshows gibt es mittlerweile eigentlich? 4?) nicht wie gewohnt nach dem 18:30 Spitzenspiel ansetzen sollte... Welch dramatischer Verlust...
Aber hey, weil der gemeine Fußball-Fan immer einen Grund findet, sich zu beschweren... gab es auch Proteste gegen diese Anstoßzeit... gerüchtweise wollten die Wolfsburg-Ultras (alle beide) "Wir würden lieber Montags Spielen" Plakate aufhängen... bis jemand sie darauf hingewiesen hat, dass man dies in der 2. Liga durchaus regelmäßig tun muss... und dann wurden diese Plakate doch eher angezündet und das Spiel musste unterbrochen werden...


Und dann ist da noch... die Sache mit dem Abseits und dem Videoschiedsrichter...
Also was haben wir dieses Wochenende gelernt? Nun ja, dass der Videoschiedsrichter bei Abseitstoren eingreift... oder eben auch nicht... also bei ehemaligen Spitzenduell gab es 3 Tore in 14 Minuten, bei denen man jeweils über Abseits diskutieren kann... und nur eines der Tore wurde annulliert... Nicht, dass es bei einem 0:6 wirklich relevant ist... komisch ist es aber schon...
Und auch in Hannover und Berlin griff der Videoassistent bei Abseitssituationen ein... also bei genau den Abseitssituationen, für die man eigentlich diese ominöse Linie braucht, die man ja nicht benutzen kann, darf oder will...
Nicht das die Videoentscheidungen falsch waren... aber ging es bei der Einführung dieser Idee nicht auch um Konstanz... also dass gewisse Situationen (wie zum Beispiel Abseitstore) jedes Wochenende gleich behandelt werden? Jetzt kriegt der HSV gegen RB Leipzig ein Abseitstor zugesprochen... und später gegen Mainz wird es wieder aberkannt... Weil anscheinend mal wieder (und wie immer heimlich) die Anwendung des Videobeweises überarbeitet worden ist...
Aber hey, was soll schon schief gehen, wenn man einen Betatest in einem laufenden Wettbewerb verlegt... der Millionenumsätze generiert... das wird schon gut gehen... Und es wird hinterher niemand den Gedanken aussprechen, dass man den "Opfern" der Testphase vielleicht irgendwie Entschädigungen zukommen lassen sollte...