Montag, 25. Juli 2011

Saisonvorschau SC Freiburg

Ausgangslage: Die Breisgauer haben eine Saison lang am Limit ihrer Möglichkeiten gespielt. Genau genommen haben sie eine Hinrunde weit über ihren Möglichkeiten gespielt und sind dann schon in der Rückrunde eher eingebrochen. Jetzt müssen sie ohne ihren Architekten auskommen, aber das Freiburger Konzept könnte nicht zum  ersten Mal größer ein als seine Einzelteile.

Wer soll's richten? Marcus Sorg soll die Lösung aller Probleme sein. Und auch der 3. Freiburger Bundesligatrainer passt in deren Konzept: Keiner weiß, wo er herkommt und was er gemacht hat. Dennoch ist spätestens seit Robin Dutt das Vertrauen in die Freiburger Verantwortlichen so groß... die werden schon wissen, was sie tun.
Auch die andere Neuzugänge folgen diesem Schema. Gerra Dembélé wurde quasi schonmal als Papiss Cissé Nachfolger verpflichtet, bevor de überhaupt weg ist. Ob er das kann? Keine Ahnung, aber hättet ihr geglaubt, dass Cissé 22 Saisontore schießt?

Wen werden sie vermissen? Natülich ist da zuerst einmal Robin Dutt zu nennen. Schließlich gilt er als Mastermind des Aufstiegs und der letzten erfolgreichen Saison. Und das er Ömer Toprak mit nach Leverkusen genommen hat, könnte den Freiburgern durchaus weh tun. Aber am Ende werden diese Abgänge nicht viel am Freiburger Fußball ändern. Ob es allerdings wieder so weit hinaus geht, wie in der Hinrunde, bleibt zu bezweifeln.

Leischtungschträger: Wen soll man da beim wohl am seriösestem geführten Verein nennen? Die Frage, ob sich Cissé wieder mal über die Anweisungen des Trainers beim Elfmeter hinwegsetzt, ist da schon die spannendste. Skandale und Fehltritte werden wohl auch dieses Jahr in Freiburg ausbleiben.

Best Case: Die neue Saison bringt eine überraschende Erkenntnis nach Leverkusen und Freiburg: Dutt ist gar kein so besonders guter Trainer... der hat nur im Freiburger Konzept relativ gut funktioniert. Marcus Sorg ist dagegen viel besser. Zumindest landet er mit den Freiburgern vor Leverkusen und in der Champions League.

Worst Case: Es läuft überhaupt nicht rund beim SC. Abwehrpatzer, Undiszipliniertheiten und all die anderen Sachen, die man sonst aus Gladbach kennt, halten mit dem neuen Trainer Einzug. Und dementsprechend steil geht es bergab. 12 Punkte sammeln sie in der Hinrunde... nur die Stuttgarter lassen sie noch hinter sich. Nach 20 Spieltagen ist es dann so weit: Marcus Sorg wird als erster Freiburger Trainer entlassen... Danach stellen Dirk Dufner und das Präsidium fest: "Dieses Trainer entlassen ist ja total geil. Wieso haben wir da immer drauf verzichtet?" und entlassen bis zum Saisonende 6 weitere Trainer. Im Kampf um den Klassenerhalt hilft das nicht, aber dafür wird jede Woche über den SC berichtet.

Sonntag, 24. Juli 2011

Saisonvorschau 1.FC Köln

Ausgangslage: Die Kölner haben ein grundlegendes Problem: sie wollen nach vorne kommen. Möglichst schnell und möglichst weit nach vorne. Das Problem: Sie werden nur so weit kommen, wie Lukas Podolski sie tragen kann. Vor 2 Jahren beschlossen sie in der Domstadt, alles auf die Karte Poldi zu setzen. Dieses Jahr haben sie immerhin einige Mannschaften mit großem Namen hinter sich gelassen. Wie sie das aber im Schlußspurt hinbekommen haben, wissen sie selber nicht. Nur die Kurzform: in Köln hatten sie mit Frank Schaefer zumindest in den Heimspielen ihre Version von Thomas Tuchel gefunden. Dennoch entschied sich die Mannschaft nach einer starken Phase sich doch nochmal gehen zu lassen, so dass ihr Messias gehen musste. Ihr Anführer ließ sich darauf hin sichtbar hängen, man holte aber trotzdem die Punkte zum Klassenerhalt. Im wesentlichen, weil es gegen Bayer Leverkusen ging, die an entscheidenden Spieltagen nun mal sehr gerne verlieren, ohne dass der Gegner hinterher weiß, wie er gewonnen hat.

Wer soll's richten? Stale Solbakken ist der entscheidende Transfer dieses Sommers. Ein Trainer mit Konzept in einer Stadt voller Hysterie...  und schon jetzt wird sich zum ersten Mal gefragt, ob man mit dem Kölner Kader und einem Instinkt-Fußballer als Prinzen überhaupt Konzepfußball spielen kann...
Sascha Riether wird in der nächsten Saison die spannende Frage beantworten müssen, warum er unbedingt weg von den Wolfburger Millionen und hin zum 1.FC Köln wollte... oder er wird sich diese Frage selber zum ersten Mal stellen...
Und natürlich Lukas Podolski: Er hat alle Möglchkeiten die Kölner Mannschaft zumindest in Richtung obere Hälfte zu führen. Nur wird er sein Talent endlich abrufen?

Wen werden sie vermissen? Gute Frage... Abgegeben wurden nur Spieler aus der2. Reihe. Aber die spannende Frage bleibt: Würden die Kölner wirklich irgendwelche Spieler aus diesem Kader ernsthaft vermissen?

Leischungschtäger: Lukas Podolski. Dieser Blog beginnt mit Lukas Podolski und wenn selbst er sein unglaubliches Talent endlich mal nutzt... werde ich das hier immernoch vermerken müssen. Die spannenste Frage bleibt: Kann man mit einem Lauffaulen Sturmduo Poldi/ Milvoje Novakovic überhaupt Konzeptfußball spielen? An diesem Punkt wird Solebakkens Erfolg hängen.

Best Case: Lukas Podolski hat eine völlig überraschende Erkenntnis: Diese Sache mit dem Konzeptfußball ist ja total geil. Man macht hier und da mal nen paar Meter mehr und die Mannschaft spielt auf einmal viel erfolgreicher. Sogar bis in die Europa-League geht es für die Kölner. Podolski kämpft sogar um die Torjägerkrone und selbst die Kölner Boullevardpresse erklärt die Viererkette. Der einzige Nachteil: Jogi Löw hat sein neues Spielzeug gefunden und keine Verwendung mehr für seinen Ex-Prinzen. Michael  Thurk darf sich stattdessen als Nationalstürmer versuchen.

Worst Case: Konzeptfußball ist doch doof. Denkt sich zumindest Poldi. Eigentlich kann er doch nur eine Anweisung umsetzen: "Trainer sagt Tore schießen!" Alles andere bleibt ihm unverständlich. Da Novakovic auch kein gesteigertes Interesse an Laufarbeit hat, versuchen 8 Kölner sich verzweifelt zu verschieben, können die Lücken aber nicht schließen. Für die 8 Verteidigenden Kölner heißt das also Abstiegskampf pur. Poldi und Novakovi träumen zeitgleich von der Meisterschaft und dem Europameistertitel...

Samstag, 23. Juli 2011

Saisonvorschau: TSG Hoffenheim

Ausgangslage: Die Hoppenheimer sind so was wie das Anti-Stuttgart. Was allein schon deshalb lustig ist, weil gefühlt die halbe Mannschaft aus Stuttgart und Umgebung kommt. Hoffenheim spielt also in der Hinrunde den traumhaften und erfolgreichen Fußball, nur um sich dann in der Rückrunde wie ein Absteiger zu präsentieren. Wenn es irgendwann mal jemand schafft, die beiden Mannschaften sinnvoll zu verbinden, steigt die eine der beiden Mannschaften ab, während die andere Meister wird...
Die Kraichgauer sind immernoch auf der Suche nach einer Identität. Was unter anderem auch daran liegt, dass sie immer gerade das Konzept umsetzen müssen, was Mäzen Dietmar Hopp so vorgibt... Zunächst hat er den Aufstieg in die Bundesliga mit einer für einen Verein der nie hochklassig gespielt hat sündhaft teuren und internationalen U-21 Auswahl geschafft. Nachdem dann immer mehr immernoch teure aber nicht mehr wirklich gute Spieler aus dem Ausland kamen, sollte der nächste Schritt dann mit jungen Deutschen Spielern geschafft werden. Leider wollten so richtig aber nur junge Stuttgarter wirklich zur TSG. Also war der nächste Schritt dann die Verpflichtung von Ryan Babel...

Wer soll's richten? Da der Kader quasi immernoch derselbe ist wie letzte Saison... Holger Stanislawski... Der Mann besitzt schließlich nach 18 Jahren beim FC St.Pauli mehr Identität als ganz Hoffenheim zusammen.  Neue Spieler bekommt er aber nicht wirklich. Sven Schipplock ist quasi der Quoten-Stuttgarter, der verpflichtet werden musste. Fabian Johnson ist für Hoffenheimer Verhältnisse nicht mehr wirklich jung, muss aber nach wie vor beweisen, dass er sich überhaupt in der Bundesliga durchsetzen kann... also bleiben nur die alten Helden, die bis jetzt jede Rückrunde in den Sand gesetzt haben...

Wen werden sie vermissen? Luiz Gustavo. Der Winterabgang deutete schon im ersten halben Jahr in München an, dass er der vielleicht beste Spieler der jemals in Hoffenheim spielen wird, sein könnte. An sonsten waren er und Demba Ba die einzigen Spieler, die der starken ersten Hinrunde ihr Niveau so hoch gehalten haben, dass sie wirklich für andere Vereine interessant wurden...

Leischtungschträger: Die Hoffenheimer Saison wird von 2 Storylines geprägt: 1. Welches Konzept wird Dietmar Hopp in diesem Sommer umsetzten? Und 2.: Wie lange wird es dauern, bis Ryan Babel erkennt, dass er im wortlichsten Sinn auf einem Dorf gelandet ist? Babel wird, sobald er das festgestellt hat, schnellst möglich weg wollen.

Best Case: Dietmar Hopp will endlich raus aus dem Mittelmaß. Deswegen wird nach einer ordentlichen Hinrunde nochmal richtig Geld in die Hand genommen und für 40 Millionen neue Spieler verpflichtet. Und der Erfolg ist wirklich käflich... zumindest die Europa League, an der die Hoppenheimer zum ersten Mal teilnehmen. Und somit wird Hoffenheim endlich weltweit, also auch in Lviv und Ploesti bekannt.

Worst Case: Dietmar Hopp will endlich raus aus dem Mittelmaß. Und nach der Hinrunde sind die Sinsheimer sogar auf Champions League Kurs. Nur um in der Rückrunde wieder auf Absteigerniveu zu agieren. Am Ende wird das Europäische Geschäft wieder verpasst. Zum Glück gibt Robinho am Ende der Saison bekannt, dass es schon immer sein Traum gewesen wäre für einen Mittelmäßigen Deutschen Verein zu spielen.

Freitag, 22. Juli 2011

Saisonvorschau: VfB Stuttgart

Ausgangslage: Die Stuttgart sind Rückrundenmeister. Und zwar gefühlt seit 5 Jahren. Seit der Deutschen Meisterschaft 2007 laufen die Stuttgarter Saison quasi immer gleich (und genau genommen lief selbst die Meistersaison schon genau so): Nach starker Rückrunde lassen sich die Stuttgarter Spieler feiern. Die besten werden verkauft, ordentlicher Ersatz wird nicht verpflichtet. Die Mannschaft lässt sich ein wenig gehen und ruft das durchaus vorhandene Potentzial nicht ab... Die Hinrunde wird in den Sand gesetzt. (Und der Trend in der Hinrunde wird von Saison zu Saison schlimmer.) Danach folgt der Trainerwechsel und der völlig überraschende Aufschwung. Und am Ende sind wieder alle irgendwie glücklich.

Wer soll's richten? Zunächst einmal Bruno Labbadia. Weil der ja auf jeder seiner Trainerstationen nachgewiesen hat, dass er für mehr als ein gutes halbes Jahr zu gebrauchen ist. Zumindest geht er gegen den gängigen Stuttgarter Trend: Bei ihm waren bis jetzt immer die Hinrunden gut und die Rückrunden. Auf dem Feld soll Cacau vorne Weg marschieren. Schließlich ist der so ein toller Führungsspieler, der schon in den letzten Jahren in den Hinrunden immer verhindern konnte, dass die Stuttgart sich wieder hängen lassen. (Eigentlich ist es komisch, dass Cacau es nie geschafft hat, als Führungsspieler zum Hamburger SV zu wechseln... das hätte echt gepasst...)
William Kvist setzt den neusten Trend der Bundesliga vor, den Dänischen Champions League Achtelfinalisten FC Kopenhagen aufzukaufen. Und mit Shinji Okazaki  zeigte der VfB ja schon im Winter, dass sie den Aktuellen Bundesligatrends perfekt hinterherlaufen können... Ach und Tamas Hajnal, der sich bis jetzt bei keinem Verein länger als eine halbe Saison durchsetzen konnte, ist der einzige 10er im Kader der Schwaben...

Wen werden sie vermissen? Zunächst mal, weil es halt der VfB ist, die Form der Rückrunde. Bruno Labbadia ist halt schon der 5. Trainer, der versucht diese ominöse Form mit in die nächste Saison zu nehmen...
An sonsten natürlich Elson!!! Ja, der VfB hat es wirklich erst dieses Jahr geschafft diesen Spieler endlich loszuwerden, nachdem er gefühlt schon 7 Mal weg war...

Leischtungschträger: Kann Bruno Labbadia endlich mal länger als ein Halbes Jahr erfolgreich arbeiten? Sollte er, sonst wird er automatisch Leischtungschträger (und kriegt wahrscheinlich trotzdem wieder ein Top-Angebot...) Die andere spannende Frage: Wie schnell wird Fredi Bobic im Zweifelsfall von Labbadia abrücken? Bei Jens Keller dauerte es nur 9 Spieltage...
Auf dem Feld ist jeder Deutsche automatisch ein Potentzielle Nationalspieler... der Leischtungschträger ist aber in diesem Fall kein Stuttgarter, sondern das Original: Jogi Löw.

Best Case: Die Sommerpause läuft in Stuttgart quasi perfekt. Sie schaffen es sogar ihren Müll für 15 Millionen in Wolfsburg zu entsorgen. Julian Schieber verdrängt Cacau endlich dorthin, wo er auch hin gehört: Raus aus dem Nationalteam, rauf auf die Stuttgarter Bank. Den obligatorischen Absturz zur Hinrunde können sie trotzdem nicht ganz verhindern. Aber immerhin fällt er dieses Jahr wieder so gnädig aus, dass der VfB in der Ruckrunde noch in die Europaleague stürmen kann...

Worst Case: In der Mathematik mag es funktionieren... da ergibt Minus mal Minus Plus. Aber Fußball, das wissen wir spätestens seit Karl-Heinz Rummenigge ist keine Mathematik... Und wenn man ein Team, dass nach einem halbjährigen Hoch immer wieder abstürzt, mit einem Trainer zusammenführt, der bisher immer nur ein halbes Jahr lang für Euphorie sorgen kann... und dieses Halbe Jahr jetzt abgelaufen ist. Kurz vor der Winterpause legt Tasmania Berlin Einspruch ein und bewirkt so die Entlassung von Bruno Labbadia. Eine starke Rückrunde verhindert dann zumindest, dass Tasmanias Ewiger Rekord als schlechteste Bundesligamannschaft hält... mehr ist für den VfB aber nicht mehr zu erreichen...

Donnerstag, 21. Juli 2011

Saisonvorschau: Werder Bremen

Ausgangslage: Es gibt viele offene Fragen an der Weser. Zum ersten Mal seit der Machtübernahme des Duos Thomas SchaafKlaus Allofs gibt es so etwas wie einen Offenen Machtkampf, der sogar zu einer Schlammschlacht ausarten könnte. Dabei ist die Grundlage für diesen Machtkampf eigentlich auch nicht ganz klar. Das Werder finanziell mit anderen Mitteln arbeitet als zum Beispiel ein Hamburger SV wurde eigentlich immer betont. Dass sie sich damit weniger Fehltritte erlauben können als der HSV ist auch logisch.
Die Frage ist also: Hat das Duo Allofs/Schaaf einfach einen Spieler vom Niveau Arnautovic, Carlos Alberto, Gustavo Nevy zu viel geholt und ist deswegen kein Geld mehr da? Oder will sich Willi Lemke einfach nur profilieren, auch wenn das zum Ende der Ära Schaaf/Allofs führen könnte?
Fakt ist so oder so: Werder Bremen braucht wieder den erfolgreichen Riecher von Allofs und das greifende Konzept von Schaaf um wieder vorne anzugreifen. Denn noch so eine Saison mit Platz 13 und ohne eine Qualifikation fürs Internationale Geschäft wäre tödlich für die Bremer Ansprüche, die sie sich über Jahre aufgebaut haben.

Wer soll's richten? Mehmet Eckici natürlich. Schließlich war es trotz der beschränkten finanziellen Mittel und der auch nicht ganz neuen Sorgen in der Defensive erstmal wichtiger 5 Millionen in Eckici zu stecken. Und dieser Transfer könnte der wichtigste der Ära Schaaf/ Allofs sein. Wenn er einschlägt, der erhoffte Özil-Ersatz wird und die Bremer zumindest in die Europa-League führt, ist alles gut. Wenn er sich nicht so gut macht und die Bremer feststellen, dass sie die 5 Millionen doch lieber in Verteidiger hätten stecken sollen... Ich bin wahrscheinlich nicht der einzige, der dieses Szenario nicht zu Ende denken will...
An sonsten bleibt zu Hoffen, dass der gefühlt 25. Lösungsversuch für die Position hinten Links mit Lukas Schmitz endlich die richtige ist. Und das sich Marko Marin und Marko Arnautovic endlich zu den Versprechen  entwickeln, als die sie letztes Jahr angekündigt wurden. Das könnte den Bremern vieles erleichtern.

Wen werden sie vermissen? Die Antwort auf diese Frage lautet immernoch Mesut Özil. Er ist immernoch der Abgang, der am meisten schmerzt. Auch Thorsten Frings wird der Mannschaft sicherlich fehlen, aber man muss auch zugeben, dass Frings eigentlich schon weit über seinen Zenit hinaus ist... und Özil ist dagegen immernoch jung und trotzdem schon verdammt gut.

Leischtungschträger: Marko Arnautovic: oder glaubt irgendjemand, dass der, selbst wenn er sich wirklich als geläutert gibt, es schafft diese Saison komplett unter dem Radar zu fliegen?
Willi Lemke: denn sollte er es wirklich schaffen, das Traumduo Schaaf/Allofs zu vergraulen, sollte die versammelte Konkurenz ihm einen Orden ausgeben.
Die gesamte Bremer Verteidigung: Eigentlich ist  es in Bremen fast schon egal, wen sie da aufstellen. Es wird garantiert die eine oder andere Fehlleistung geben.

Best Case: Thomas Schaaf hat ja eigentlich keine Wahl. Er hat halt eigentlich keine Innenverteidiger, die er aufstellen kann. Also packt er das gute alte 2-3-5 System aus, mit dem wir schließlich schon 1954 Weltmeister geworden sind. Das Zentrum wird hinten einfach komplett gar nicht besetzt, dafür spielen Lukas Schmitz und Clemens Fritz Außenverteidiger mit viel Vorwärtsdrang. Das 3er Mittelfeld besteht aus WesleyPhilip Bargfrede und Eckici. Einzig Bargfrede denkt zumindest ab und zu ans Verteidigen. Vorne wirbeln dann Marin, Arnautovic, Claudion PizzaroSandro Wagner und Markus Rosenberg. Um die Meisterschaft spielen die Bremer so nicht mit. Aber die Spiele enden endlich wieder 6:4 und Bremen wird am Ende 4.

Worst Case: Willi Lemke setzt sich wirklich durch. Und nach einer weiteren Saison im Mittelmaß geben Schaaf und Allofs zum Saisonende wirklich auf. Wie gut die Arbeit der beiden wirklich war, wird erst deutlich, nachdem sie weg sind. In den Folgejahren holt Bremen (wie schon nach der Ära Rehagel) all die Trainerwechsel, die sie in den letzten 10 Jahren verpasst haben, nach. Und Schaaf gönnt sich ein Jahr Pause, bevor er dann zur Jupp Henyckes Nachfolge in München antritt. Bei den Bayern beginnt eine neue mit Hitzfelds Erfolgen vergleichbare Ära... und Willi Lemke schlägt sich jeden Morgen den Kopf auf seinem Schreibtisch wund, weil er, als Hoeneß-Gegenspieler Nummer Eins, genau weiß, dass er Schuld daran ist...

Mittwoch, 20. Juli 2011

Saisonvorschau: FC Schalke 04

Ausgangslage: Letzte Saison gab es genau genommen 2 Schalker Mannschaften. Was auch nicht weiter verwunderlich ist, schließlich hatte Felix Magath genügend Spieler geholt und seinen Kader so weit aufgebläht, dass es auch locker für 2 Mannschaften gerreicht hätte... In der Bundesliga liefen die Schalker die meiste Zeit hinterher und gerieten sogar beinah in Abstiegsnöte. Dafür gab es aber große Champions League Abende und sogar einen Titel mit dem DFB-Pokal.
Das Grundproblem der Schalker war aber das Missverständnis zwischen Magath und Schalke. Magath dachte, er wäre nach Schalke gekommen um genau das zu machen, was er in Wolfsburg auch durchgezogen hat: So lange und teilweise frei von jeglicher wirtschaftlicher Logik den Kader austauschen und umbauen, bis dann am Ende im Trial and Error Verfahren eine Meistermannschaft bei rauskommt. Schalke ist aber im Gegensatz zu Wolfsburg ein Verein mit Fans, die sich mit ihrer Mannschaft indentifizieren wollen. Und viele dieser Fans waren halt schon da, bevor Magath seinen Meisterplan umsetzen konnte... Dementsprechend unzufrieden waren die Fans, als sie jede Woche neue Namen für die Startaufstellung lernen mussten. Also kippte die Stimmung irgendwann gegen Magath und der erfolgreichste Trainer seit Ralf Rangnick wurde zurück nach Wolfsburg geschickt. Auch wenn wir wahrscheinlich nie erfahren werden, was da am Ende wirklich gelaufen ist.

Wer soll's richten? Anfangen sollte man mit José Jurado und Jan-Klaas Huntelaar. Schließlich werden die beiden als teuerste Transfers in der Schalker Geschichte geführt. Das Problem daran: Jurado soll angeblich schon wieder verkauft werden und Huntelaar muss immernoch nachweisen, dass er besser als Kevin Kuranyi ist, der ohne eine Ablöse zu zahlen wahrscheinlich auch nicht teurer gewesen wäre.
Christian Fuchs ist, da Phillip Lahm wohl wieder die Seiten wechselt, wohl der zweit beste Linke Verteidiger der Bundesliga und sollte auf der wohl am schwierigsten zu besetzenden Position der Bundesliga alle Erwartungen erfüllen. Lewis Holtby kommt aus Mainz zurück und muss sich nach den Boygroup Tagen als Solokünstler im harten Alltagsgeschäft beweisen.
Oh, und natürlich Christian Fährmann der die undankbare Aufgabe hat den Michael Rensing zu machen und den besten deutschen Torwart ersetzen soll.

Wen werden sie vermissen? Tore Reginiussen. Ganz bestimmte Reginiussen. Falls euch der Name nichts sagt, dass ist einer dieser Spieler, die Magath verpflichtet hat, die dann ein einziges Bundesligaspiel gemacht haben und die hinterher wieder verliehen und verkauft wurden. In die selbe Kerbe schlagen Ciprian Deac, Ali Karimi, Angelos Charisteas, Nicolas Plestan und Danilp Avelar. Und wenn man die 6 Abgänge betrachtet, die jeweils nicht auf 6 Bundesligaspiele kommen... versteht man vielleicht das Problem, dass die Schalker Fans mit Felix Magath hatten...
Oh, und dann ist da natürlich noch dieser Manuell Neuer...

Leischtungschträger: Christian Fährmann hat schon in Frankfurt bewiesen, dass er sehr viel Vertrauen braucht um seine Leistungen zu bringen (die dann aber auch durchaus stark sind). In Schalke reden derweil selbst die eigenen Offiziellen quasi schon davon, was passieren wird, wenn er an der Neuer ersetzen Aufgabe scheitert. Keine gute Kombination.
Jefferson Farfan will derzeit derweil wohl seinen Vertrag verlängern. Dies führt dann zu weiteren Transferperioden, in denen Farfan dann wieder unbedingt weg will.
Jermaine Jones könnte der beste Defensive Mittelfeldspieler der Liga sein. Aber irgendwie scheint er es immer wieder hinzubekommen, dass die Trainer lieber nicht mehr auf ihn bauen...

Best Case: Die Schalker Fans trauen ihren Augen kaum. In der Arena wird aggressives Pressing, Kurzpassspiel und schnelles Umschalten zelebriert. Und zwar zum ersten Mal seit 2005 nicht vom Gegner. Und erfolgreich ist das ganze auch noch. Selbst Clemens Tönnies reibt sich verwundert die Augen. Nach 30 Spieltagen sind die Schalker letzter und einziger Verfolger der Bayern. Tönnies beordert Ralf Rangnick in sein Büro und will sich erklären lassen, wie das geschehen ist. Der Professor Rangnick hält einen 2 Stündigen Vortrag, von dem Tönnies nichts versteht. Außer dass Ralf Rangnick mehr vom Fußball versteht als er. Ein für Schalke untragbarer Zustand. Ralf Rangnick wird entlassen und Peter Neuruer wird sein Nachfolger. Da ist sich Tönnies wenigstens sicher, dass er wieder mehr Ahnung hat als der Trainer.

Worst Case: Die Schalker stürmen regelrecht aus den Startlöchern in die neue Saison. 9 Seige zum Saisonauftakt. Nach 15 Spieltagen wird darüber spekuliert, ob Huntelaar den 40 Tore Rekord von Gerd Müller brechen kann. Sollte machbar sein, 30 Tore hat er ja schließlich schon. Schalke geht als Herbstmeister in die Winterpause. Leider verläuft die Rückrunde so wie immer: Das von Rangnick trainiert Team spielt auf einmal wie ein Absteiger. Schalke wird am Ende nur ernüternder Achter. Und viel schlimmer: Wie immer wenn ein Team mit 9 Siegen in die Saison startet... wird Borussia Dortmund am Ende Meister.

Dienstag, 19. Juli 2011

Die Finalen Highlights dieses Fußballsommers

Falls es noch irgendeinen Beweis brauchte, dass die Turniere, die diesen Sommer ausgetragen werden, fürn Arsch sind...
Sonntag abend gegen 11 gab es quasi direkt hintereinander 2 Elfmeterschießen auf zumindest theoretisch allerhöchstem Niveau. Den Anfang machten die Frauen beim WM Finale in Frankfurt.


und falls es noch irgendwelche Zweifel am Frauenfußball gab, dieses Elfmeterschießen hat sie wahrscheinlich beseitigt. Die Amerikanerin brauchten erstmal 2 Versuche um halbwegs rauszukriegen, wie das mit dem Elfmeterschießen eigentlich läuft. Und das, obwohl die Torhüterinen wohl (und das wird gerade beim Elfmeterschießen immer wieder deutlich) die schwächste Position im Frauenfußball sind (Total sinnlose Statistik: Eine Einzige Torhüterin hat einen Notenschnitt, der mit 2, beginnt, und das auch nur, weil sie im Finale 2 Elfmeter gehalten hat... und normaler Weise kommen bei den Kickernoten Torhüter im großen und ganzen besser weg...)
Aber direkt auf das Elfmeterschießen der Frauen folgte ja die Copa America mit den Brasilianern... und die haben es sich anscheinend bei dieser Copa zum Ziel gesetzt, aktiv Werbung für den Frauenfußball zu betreiben. Denn im Vergleich zu den Brasilianern bei der Copa (Argentinien hat sich dem Konzept nebenbei auch angeschlossen) war die Frauenfußball-WM richtig unterhaltsam. Und auch das Elfmeterschießen der Damen stellten die Brasilianer in den Schatten:

Ja, ihr seht richtig, Paraguay gewinnt dieses Elfmeterschießen mit 2:0. Der insgesamt 3. Elfmeter ist der erste, der überhaupt aufs Tor kommt. Und wer jetzt behauptet, Brasilien wäre an Justo Villar gescheitert... wenn die Paraguayer das Elfmeterschießen einfach ohne Torwart bestritten hätten... wären sie immernoch als 2:1 Sieger vom Platz gegangen.
Nur mal so unter uns: Das Elfmeterschießen wurde quasi schon 1996 gelöst. Selbst die Engländer hatten den Dreh damals eigentlich raus: 11 quasi unhaltbar geschossenen Elfmeter und Garreth Southgate, der die Arschkarte zieht. Ein schwacher Elfmeter reichte, um rauszufliegen... am letzten Sonntag hätte ein gut geschossener Elfmeter gerreicht um weiterzukommen...