Den der VfL Wolfsburg da inszeniert. Eine dieser Karambolagen, bei der man einfach anhalten und gaffen muss. Als wäre ihnen aufgefallen, dass man schon was Besonderes liefern muss, damit irgendjemand hinguckt. Bessere Werbung kann man für einen Diesel von VW doch gar nicht machen...
Dass man nach dem Abpfiff im eigenen Stadion die Gästefans hört, die laut "Zweite Liga, Wolfsburg ist dabei!" singen, ist an sich schon absurd. Dass es auch noch die Fans des Hamburger SVs sind, ist völlig bekloppt. Wobei man da natürlich sagen muss: wer, wenn nicht die wahren Experten in Sachen Zweiter Liga?
Laut Kicker.de wurde sogar auf der VIP Tribüne der Sieg der Gäste gefeiert... DAS muss man erstmal schaffen. Dann fiel den eigenen Fans auf, dass man ja wenigstens mal ein paar Rauchbomben zünden muss, damit irgendjemand merkt, dass man noch da ist. Denn zu hören waren die ja vorher nicht wirklich.
Selbst der Mannschaft ist nach Abpfiff aufgefallen, dass man mal ein wenig Emotionen zeigen müsste... und man verlor sich in einer völlig unnötigen Rudelbildung. Dort sah der Ersatztorwart die Rote Karte. Das ist halt ihr "Aggressive Leader". Ernsthaft: Marius Müller hat jetzt eine Gelbe und eine Rote Karte gesehen, ohne dass er eine Minute gespielt hat. Und auch im Pokal gegen Kiel sah er eine Verwarnung. Da denkt sich selbst ein Dominik Kohr "entspann dich mal"...
Jetzt soll Hoffnungsträger Dieter Hecking den Karren aus dem Dreck ziehen, weil das in Bochum letztes Jahr so gut funktioniert hat. Frei nach Volker Pispers: "Hoffnungsträger kann man gar nicht sein." Im Kicker gibt es anscheinend einen völlig absurden Kommentar, laut dem Hecking "Seine Zukunft aufs Spiel" setzt. Der Kommentar selber ist natürlich hinter einer Paywall, aber ehrlich... Dieter Hecking ist 61. Er scheiterte zuletzt als Trainer beim Hamburger SV und eben in Bochum. Dazwischen hatte er eigentlich schon gemerkt, dass er als Trainer den Anschluss verloren hat und er versuchte sich mit mäßigem Erfolg als Sportdirektor in Nürnberg. Spätestens nachdem er den Neustart in Bochum in den Sand gesetzt hat, war seine Trainerkarriere doch durch. Er ist nur noch eine Station vom "Peter Neururer fährt den Porsche vor" Meme entfernt. Seine einzige Hoffnung sind absolut verzweifelte Vereine, die ihn als letzte Option anrufen. Und jetzt hat er den einen Dummen gefunden, der nur noch diese Option hatte. Im persönlichen Best-Case-Szenario holt er sich einen letzten Gehaltscheck ab, bevor er endgültig in den Ruhestand geht... Wenn er Pech hat, schafft er das mit dem Klassenerhalt und muss danach dann noch 9 bis 15 Monate weiterarbeiten, bevor sie ihn irgendwann entlassen. Und am Ende wird sich niemand daran erinnern, weil es eben auch nur Wolfsburg im Jahr 2026 ist... Ein Verein, für den sich allgemein niemand interessiert.
Am Ende wird Hecking so oder so als einer dieser durchschnittlichen Bundesligatrainer in die Geschichte einzugehen. Selbst in seinen Hochphasen war er eher für die "Grauen Mäuse" als für die wirklichen Spitzenteams angestellt. Und seinen einen Titel holte er für die ultimative Graue Maus unter den "Spitzenteams". Was ja auch wirklich nicht schlimm ist. Und was nebenbei dafür sorgt, dass er finanziell ausgesorgt hat. Jetzt zu behaupten, dass diese Anstellung irgendwie seine Zukunft wirklich beeinflusst, ist völlig übertrieben.
Das wirkliche Problem für Wolfsburg: Die Konkurrenz macht Ernst. Selbst Werder Bremen entscheidet sich doch dafür, sich zu wehren. Wobei genau genommen nur genau das passiert ist, was ich vor der Entlassung von Horst Steffen prophezeit habe: Gegen die Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte wird Werder schon die nötigen Punkte holen, um den Klassenerhalt zu sichern. Die Hälfte der 12 Punkte, die man aus den Duellen gegen St. Pauli, Heidenheim, Mainz, Wolfsburg und Köln holen muss (und in der Hinrunde geholt hat), hat man nach der Hälfte der Duelle auch schon auf dem Konto. Im Wesentlichen hat Werder tatsächlich "nur" 2 wichtige Spiele gegen den HSV und St. Pauli verloren, sonst ist man voll im Soll. Und klar, man hat das grundlegende Problem, dass man gegen die Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte nicht wirklich konkurrenzfähig ist... aber das liegt primär an der Zusammenstellung des Kaders und nicht am Trainer. Und dieses Grundlegende Problem führt auch dazu, dass man nicht viel Spielraum hat.
Apropos Trainer: Es ist faszinierend, dass man sofort merkt, wie diese die letzte Woche genutzt haben. Es war ja für Borussia Dortmund eine der wenigen Wochen ohne "englische" Zusatzbelastung. Da war Niko Kovac dann direkt beim Logopäden. Und der hat ihm innerhalb einer Woche beigebracht, wie er den Satz "Ich hätte mich auch beschwert" sagt, ohne mit den Zähnen zu knirschen, nachdem man selbst von einer Fehlentscheidung profitiert hat. Ganz großes Kino.
Nur um den Bullshit, den Kovac in den letzten Wochen von sich gegeben hat, nochmal einzuordnen: Laut seinen eigenen Ansprüchen war die Rote Karte für Jahmai Simpson-Pusey übertrieben, weil Maximilian Beier ja weiterspielen konnte und nicht in der Bahre mit der Trage vom Platz getragen werden musste.
Ganz ehrlich: Ich gehe davon aus, dass irgendjemand in der Dortmunder Medienabteilung Kovac unter der Woche mal zur Seite genommen hat, um ihn darauf hinzuweisen, welche Auswirkungen in der Wahrnehmung seine Aussagen so haben. Und dann haben sie ihn freundlich darauf hingewiesen, dass er bei Gelegenheit mal eine Fehlentscheidung "pro Dortmund" als diese anerkennen sollte.
Und Dortmund kann es sich jetzt ja leisten. Also deren Saison ist ja quasi durch. Sie werden die Saison ohne Titel, aber als Vize-Meister beenden. Was nach der letzten Saison ein Fortschritt ist. Aber da kann, oder eher muss, man ja mal die Gelegenheit nutzen, um das Image des Trainers ein wenig aufzubessern.
Beenden wir diesen Beitrag mit einer der wichtigsten Fragen: Warum hat Mario Basler einen Podcast in der ARD Mediathek? Nur um da dann richtig sexistische Kackscheiße von sich zu geben? Ein großes Lob geht dabei an Arnd Zeigler, der Baslers "Wann siehst du mal ne Grätsche bei ner Dame" Aussage ad Absurdum geführt hat, weil erst erwähnt hat, dass Basler in seinen Jahren bei Werder selbst nie gegrätscht hat. Und dann legt er mit einer Montage heftiger Grätschen nach.
Aber ganz ehrlich: Mario Basler sollte Multimillionär sein. Und wenn er sein Vermögen wirklich komplett in den Sand gesetzt hat, kann er sich doch beim Unterschichtenfernsehen RTL bewerben, die werden ihn nehmen. Er ist ja unbestritten eine Persönlichkeit und Marke, die ihm auch eine gewisse Reichweite garantiert. Er könnte seine Weisheiten aus den 50er Jahren also auch ohne die Unterstützung der ARD verbreiten. Warum braucht er dafür die Unterstützung des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks? Sollten die sich nicht eher darauf konzentrieren, aufstrebende junge Menschen oder neue Ansichten über ihre Plattform zu fördern?
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