Gucken wir mal, wie sich meine Prognosen zur oberen Tabellenhälfte gehalten haben.
Niemand, VfL Wolfsburg: Das läuft ja alles nur noch viel schlimmer, als ich es vorhergesagt habe. Also wie sich das auswirkt, wenn diese bunte Mischung aus durchschnittlichen Bundesligaspielern und Talenten auf der Durchreise von einem überforderten Trainer betreut wird, konnte ich nicht voraussagen. Dass die Probleme im Kader aber so tief sitzen, dass kein einzelner Spieler hier etwas reißen wird, habe ich aber vorhergesagt. Das "schlimmste" für den VfL Lovro Majer spielt weiterhin so, als würde er die nächsten 10 Jahre dort bleiben und irgendwann das Kapitänsamt übernehmen wollen. Der Junge ist weiterhin "in Ordnung", aber eben auch nicht mehr.
Shuto Machino, Borussia Mönchengladbach: In der Sache lag ich da richtig, nur hätte ich Haris Tabakovic nennen sollen. Der hat nach anfänglichen Problemen die Offensive in die richtige Spur gebracht und die Borussia aus der Krise geführt. Dass der Saisonstart so krass verkackt wurde, dass man endlich Gerado Seoane entlassen musste, ist aber etwas Gutes für die Gladbacher.
Nick Woltemade, VfB Stuttgart: Am Ende hat man sich doch dafür entschieden, den Angreifer für einen absurden Preis nach Newcastle zu verkaufen. Dort deutet er zumindest an, dass Variante 1 "Der ist wirklich gut" zutreffen könnte.
Die beste Nachricht für die Schwaben: So richtig doll vermisst man den Angreifer nicht. Deniz Undav füllt die Lücke, wenn er denn fit ist, unfassbar gut. Stuttgart kann also behaupten, dass sie alles richtig gemacht haben, weil sie dem Angebot der Bayern nicht nachgegeben und auf ein absurdes Angebot aus der Premiere League gewartet haben. So sie ein gut geführter Verein aus.
David Raum, RB Leipzig: Zunächst mal bleibt festzuhalten: RB Leipzig liegt wieder im Soll. Aber eben auch nicht mehr. Das liegt vor allem daran, dass man nur 2 der letzten 6 Bundesligaspiele gewinnen konnte... und 3 verloren hat. Und David Raum hat da durchaus seinen Anteil dran: Seit der grausamen Auftaktniederlage spielt er unfassbar stabil und hat lediglich gegen Bayer Leverkusen eine 4,0 vom Kicker bekommen. Einerseits ist er genau der Fixpunkt, an dem man sich als Talent orientieren kann. Andererseits taucht er in den wirklich schwierigen Spielen auch gerne ab...
Julian Schuster, SC Freiburg: Was soll man hier schon groß sagen: Schuster und der SC Freiburg machen ihr Ding. Selbst der "Europa League Einbruch" bleibt da mittlerweile aus. Und ganz Fußballdeutschland hat sich einfach daran gewöhnt, obwohl es eigentlich völlig absurd ist, wie konstant im Breisgau gearbeitet wird.
Julian Brandt, Borussia Dortmund: Die gute Nachricht: Brandt hat seinen unumstrittenen Stammplatz verloren. Nur 2 seiner 12 Einsätze absolvierte er über die gesamten 90 Minuten. Teilweise saß er gesund komplett auf der Bank. Noch besser: Brandt nimmt den Fakt, dass Maximilian Beier und Karim Adeyemi ihm den Rang abgelaufen haben, an und kämpfte sich zurück in die Startelf. Die schlechte Nachricht: Jobe Bellingham war bisher kein Faktor, sorgte aber schon für Unruhe im Kader. In der Summe ist man "Bayern-Jäger Nummer 1"... und hat vor allem 5 Punkte Vorsprung auf Platz 5. Das wird das, was man eine "sorgenfreie Saison" nennen kann, was verglichen mit dem Vorjahr ein Fortschritt ist.
Mario Götze, Eintracht Frankfurt: Gut, dass ich auch direkt Can Uzun genannt habe. Gerade zum Saisonbeginn sah es so aus, als würde Uzun das Ruder an sich reißen. Die ersten 5 Spieltage waren schon verdammt stark, aber danach fiel er dann in ein Loch. Aber erst, nachdem Uzun dann verletzt ausgefallen war, rutschte Götze überhaupt in die Startelf. Dort enttäuschte er zwar nicht, aber wirklich überragend ist es auch nicht mehr.
Frankfurt könnte tatsächlich in einer Übergangssaison gefangen sein: Uzun ist noch nicht gut genug, um den Taktstab permanent zu schwingen und Götze ist zu alt, um das noch zu kaschieren. Das Ergebnis ist eine gewisse Unruhe am Rhein. Dino Topmöller stand plötzlich irgendwie in der Kritik, auch wenn er in der Summer immer noch einen guten Job macht. Frankfurt wird häufig als große Enttäuschung genannt. Da zeigt sich, wie deutlich die Ansprüche doch gestiegen sind, denn man liegt ja auf Kurs "Europa" und ist damit eigentlich voll im Soll... Ob Uzun oder Götze in der Rückrunde zurück in die Spur finden, ist jetzt aber die wichtigste Frage.
Malik Tillman, Bayer Leverkusen: Die gesamte Bayer Saison wird natürlich durch die überhastet wirkende Entlassung von Erik ten Haag überschattet. Dass ein neu verpflichteter Trainer so schnell entlassen wird, ist schon krass. Es zeigt aber auch nur, dass man in Leverkusen gewillt ist, Fehler gleich zu korrigieren.
Es bleibt aber festzuhalten, dass Tillman bisher die Erwartungen nicht wirklich erfüllen konnte. 3 Tore und 0 Vorlagen sind ganz schön dünn. Aufgefangen wird das durch ein Kollektiv, das sehr stabil funktioniert. So steht man in der Summer trotzdem auf Platz 3. Und Tillman hat ja zumindest angedeutet, dass da noch einiges kommen dürfte.
Serge Gnabry, Bayern München: Das sah ja zum Saisonbeginn richtig gut aus. Nach 4 Spieltagen stand Gnabry schon bei 5 Scorerpunkten. Dass die Bayern so überzeugend in die Saison starteten, lag auch an dem deutschen Nationalspieler. Leider lief es zu gut, weshalb die Bayern es sich dann leisten konnten, Lennart Karl reinzuwerfen. Und dann stellten alle fest, dass dieser Karl ja verdammt gut ist. Wenn er jetzt noch nicht besser ist, als Gnabry, so wird er das zeitnah sein. Das ist schlecht für Gnabry, der aber trotzdem noch auf 10 Scorerpunkte kommt. Seine Rolle als "Brückenspieler" bis Jamal Musiala wieder fit wird, hat er also voll und ganz erfüllt. Aber immerhin scheinen die Bayern ihn dafür mit einem neuen Vertrag zu belohnen. Gnabry sollte den schnell unterschreiben, bevor denen auffällt, dass für Gnabry kaum noch Platz ist, wenn Musiala und Karl im Mittelfeld wirbeln sollen...
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