Montag, 5. Januar 2026

Der Afrika Cup ist das Worst Case Szenario für die Fifa

 Da gibt es bezahlbare Tickets! Wie furchtbar!

Wobei rein sportlich gesehen etwas anderes viel schlimmer ist. Nur interessiert das die Fifa nicht wirklich. Und ja, ich bin immer noch im Feiertags-Delay, eigentlich wollte ich das hier schon vor 3 oder 4 Tagen schreiben.

Aber die Gruppenphase des Afrika Cups ist durch. Die Achtelfinale laufen und Tansania war dabei. Was völlig absurd ist, weil diese Mannschaft ganze 2 Punkte in der Gruppenphase geholt hat. Da Angola und die Komoren ebenfalls nur 2 Punkte ergatterten, reichte das aber trotzdem. Dank des dritten erzielten Tores.

Nennt mich alt, aber wer in der Gruppenphase nur 2 Punkte holt, sollte ausscheiden. Und bisher hat das trotz der Erweiterung der Teilnehmer und dem Weiterkommen der besten Gruppendritten auch bei der EM immer geklappt. Und formell gesehen auch bei der WM 1994.

Natürlich gibt es auch ein theoretisches Szenario, wie man mit 2 Punkten Gruppenzweiter wird. Aber das ist dann eine absurd unwahrscheinliche Konstellation. Dass man jetzt auch mit 2 Punkten weiterkommen könnte, ist ein Fehler im System und keine Absurdität mehr.

Was die ganze Sache noch schlimmer macht: Die Komoren und Angola spielten in der Gruppe A und B. Damit wusste der Außenseiter aus Tansania zur Pause, dass ein einziger Treffer das Weiterkommen garantiert. Entsprechend verhalten waren die Angriffsbemühungen beider Mannschaften in der 2. Halbzeit: Warum sollte man auch angreifen, wenn man nichts gewinnen kann?

Um die Sache dann richtig rundzumachen, standen Benin, Sudan und Mosambik schon vor dem Spieltag als beste Gruppendritte fest. Auch wenn Gabun das letzte Spiel mit 16 Toren Unterschied gewonnen hätte, wäre das aufgrund der Niederlage im direkten Duell egal gewesen. Nicht nur reichte dem Sudan ein einziger Treffer, um sich fürs Achtelfinale zu qualifizieren, die Qualifikation stand auch schon vor dem letzten Spieltag fest.

Das ist mal wieder ein Beweis dafür, dass das erweiterte Teilnehmerfeld auf 24 Mannschaften jegliche Spannung und Emotionen in der Gruppenphase tötet. Das wird jetzt auch bei der anstehenden WM nicht besser werden. Aber daran werden wir uns wohl gewöhnen müssen. Denn ein Zurück gibt es im normalen Fußball ja praktisch nicht. Und die Turniere nochmal zu erweitern, damit dann wieder nur die ersten 2 in jeder Gruppe weiterkommen, ist auch nicht wirklich praktikabel. 

Auf der anderen Seite ist der Fußball halt "too big to fail". Also obwohl die Fifa absurde Ticketpreise aufruft, gibt es 150 Millionen Ticketanfragen. Und solange die Leute da weiter hinrennen, wird die Fifa nichts ändern. Die eine WM vor halbleeren Rängen werden wir nicht erleben, auch wenn das die einzige Lösung wäre.

Wobei... also der Afrika Cup hatte ja trotz der günstigen Ticketpreise extreme Probleme, die Stadien zu füllen. Da wurden die Fans 20 Minuten nach Anpfiff einfach so reingelassen, damit auf den Rängen wenigstens etwas passiert. Aber den Zusammenhang von bedeutungslosen Spielen und ausbleibenden Fans wird da trotzdem niemand verstehen wollen.

Wenn uns unsere Kinder dann fragen, warum wir früher zur Gruppenphase eingeschaltet haben, werden wir ihnen mit Tränen in den Augen die Geschichte von WM 2018 erzählen und wie intensiv es damals in den letzten Gruppenspielen zuging, weil jeder genau wusste, dass man das Spiel gewinnen muss, um weiterzukommen. 

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