Dienstag, 15. September 2026

Die Jagd auf Ole Werne wurde offiziell eröffnet

 Eugen Polanski hat als erster Trainer seinen Stuhl geräumt. Angeblich hat Polanski sogar selbst seinen Rücktritt angeboten. Also vielleicht sogar so richtig, ohne dass dafür Millionen an Abfindung bezahlt werden muss. So was soll ja vorkommen, wenn man als Trainer komplett verkackt.

Damit hat Polanski Merlin Polzin und Daniel Thioune "überholt". Aber das war auch absehbar. Er hat ja am Ende auf eher uninspirierte Weise den Klassenerhalt gesichert. Auch wenn 2 überraschende Siege an den letzten 3 Spieltagen gegen Dortmund und Hoffenheim anscheinend die 7 Spiele davor, in denen man nur den überforderten Absteiger aus St.Pauli schlagen konnte, überdeckten. Phyrrussiege verhindern eine langfristige Analyse. Das könnte ja das neue Vereinsmotto sein, denn schon an Gerado Seoane hielt man viel zu lange fest. 

Jetzt ging man mit im "Es wird schon irgendwie gut gehen"  Modus in die neue Saison. Ich meinte natürlich "Wir wollen nach Jahren des Durchschnitts wieder nach oben schielen." Natürlich. Mit "nach oben" war halt die Spitzengruppe der 2. Liga gemeint.

Den Trainer nach 3 Spieltagen zu entlassen, bleibt eine absolute Panikaktion. Vor allem wenn es ein Trainer ist, mit dem man in der Vorsaison schon zusammengearbeitet hat. Das ist ein absolutes Versagen auf der Managerebene. Das sollte so auch mal angesprochen werden: Bei der gründlichen Analyse nach Saisonabschluss hat Rouven Schröder sich ordentlich blenden lassen. Und nach so einer Analyse die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist die Grundaufgabe eines Managers. Es ist hier wirklich viel zu leicht, mit dem Finger nur auf den Trainer zu zeigen.

Daniel Thioune, wollte ich an der Stelle mal erwähnen, hat anscheinend den richtigen Joker zugesteckt bekommen: Niclas Füllkrug ist zurück. Und Füllkrug macht direkt mal den Eindruck, dass er wieder ein "Unterschiedstürmer" sein kann. So wie in seiner letzten Werder Saison. Wie Tim Kleindienst im ersten Jahr der Heidenheimer. Der Unterschied zwischen knallhartem Abstiegskampf und einer sorgenfreien Saison ist ja oftmals nur ein Stürmer, der 15 Tore für dich erzielt. Wenn Füllkrug auf seinem "Hey, ich war mal Torchützenkönig in dieser Liga" Level abliefert, könnte Thioune echt den Job bis nächste Saison behalten.
Obwohl man an der Stelle mal festhalten muss, dass Füllkrug mit 16 Toren diesen Titel errungen hat. Er hatte das Glück, genau in der Phase zwischen Lewandowski-Haaland und Kane zu treffen.

Der dritte im Trainerbunde, der sich nach 3 Spieltagen vielleicht mal umgucken sollte, ist leider Merlin Polzin. Denn die Hamburger haben den Saisonstart noch krasser verkackt, als die Gladbacher. Und damit wird, auch wenn der Verein selbst über eine Verlängerung nachdenkt, der Trainer von den Fans angezählt. Was, das muss an der Stelle dringend erwähnt werden, völlig absurd ist. Denn Polzin ist weiterhin der einzige Aufstiegstrainer der Vereinsgeschichte. Und es war ja der 7. Anlauf, in dem der Aufstieg endlich vollbracht wurde. Dann hat der die Mannschaft souverän mit 9 Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang geführt. Um das mal in Relationen zu setzen: Das war die 2. beste Saison der letzten 13 Jahre.

Jetzt... hat er ganz realistisch eine heftige Heimklatsche gegen Mainz bekommen. Und da das restliche Auftaktprogramm mit Auswärtsspielen in Dortmund und Leipzig echt heftig war, grüßt man von Platz 18. Das Polzin aber zum ersten Mal 3 Bundesligaspiele infolge verloren hat, scheint man dabei völlig auszublenden. Aber anscheinend ignorieren die Hamburger Fans (also zumindest der Teil, der jetzt Polzin hinterfragt), dass Dortmund und Leipzig mittlerweile auf einem ganz anderen Level spielen, als man selbst. 

Diese Trainerfragen werden ja viel spannender, weil Ole Werner plötzlich auf dem Markt ist. Denn RB Leipzig hat halt genau das gemacht, was ihr ehemaliger Angestellter vermieden hat: Man hat trotz der oberflächlich erfolgreichen Saison eine knallharte Analyse durchgeführt und kam zu dem Schluss, dass man mit diesem Trainer nicht mehr weiterarbeiten will.

Ole Werner ist aber ein Trainer, der noch keine schlechte Saison in seiner Vita stehen hat. Dumm ist nur, dass Werner lieber seinen Gehaltscheck von Red Bull abkassiert, als sich den Stress in Gladbach anzutun. Es sei ihm gegönnt. Aber machen wir uns nichts vor: Die Werner Schlagzeile wird nach jeder Entlassung in dieser Saison kommen. Und bei der richtigen Gelegenheit wird er auch zuschlagen. Gladbach sollte sich eher Sorgen machen, dass er an der Stelle "Nein, Danke" sagt. Das ist kein gutes Zeichen.

Das ist halt wirklich spannend, denn normalerweise muss man sich ja mit einer dieser B-Lösungen zufrieden geben. Einem Trainer,  den ein anderer Verein entlassen hat. Aber die Frage "Was würde Ole Werner aus dieser Mannschaft holen" wird viele Manager in den nächsten Monaten beschäftigen.

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