Montag, 25. Februar 2019

Worst of des "Nur in der Bundesliga" Wochenendes

Eigentlich sollte das ein "nur auf Schalke" Spezial werden... Aber dann wurde mir bewusst, dass die Entscheidung von Christian Heidels Rücktritt während des Spieles zu veröffentlichen, bewusst getroffen ist. Und sogar der cleverste Umgang mit der Situation war. Auch wenn ich wirklich darauf gehofft habe, dass Heidel sich nach dem Abpfiff seines Shirts entledigt und ein Mainz-Trikot darunter zum Vorschein kommt... und her hinterher seine sofortige Rückkehr zu den Mainzern bekannt gibt...
Aber genau genommen... konnten die Schalker sich trotz der bescheidenen Gemengelage ungestört auf ihr Spiel vorbereiten. Es gab vorher keine Ausreden, dass diese Debatte die Konzentration der Mannschaft gestört hätte. Und die Bekanntgabe war ja eben keine Reaktion auf die natürlich trotzdem dürftige Leistung... Aber der nächste "positive" Effekt war ja, dass hinterher nur über Heidel und nicht über die Nicht-Leistung geredet wurde. Und jetzt hat man die längst-mögliche Zeit um die neue Sachlage zu verdauen. Alles in allem ein überraschend durchdachter Move. Auch wenn man sich irgendwie fragen lassen muss, ob Heidel wirklich mit einem derart dürftigen Ergebnis gerechnet hat...

Was mich zu der spannenden Frage führt: Muss Heidel jetzt zurücktreten, weil er am Trainer festgehalten hat? Ich meine, ihm wird jetzt ja die grausame Transferbilanz vorgeworfen... auch wenn die vielleicht gar nicht so schlimm ist... und wenn wir vielleicht in nem halben Jahr rauskriegen, dass ein guter Trainer aus diesen Spielern eine hervorragende Mannschaft formen kann... nur wird mir irgendwie bewusst, dass Domenico Tedesco noch nicht dieser Trainer.
Machen wir das mal an einer eigentlich unnötigen Personalie fest, die auf Grund der Debatte um Heidel jetzt völlig unterging: Der Rotation auf der Torhüterposition.
Also zunächst mal ist es grundlegend fragwürdig dieses Faß im Winter überhaupt aufzumachen. Schließlich war Ralf Fährmann ja auch Kapitän der Mannschaft. Und es ist nicht so, dass der Torwart das große Problem der Mannschaft war... die wirklichen Probleme begannen davor.
Aber gut, ein Torwartwechsel ist ja noch im Rahmen... und Tedesco sägt halt, siehe Naldo und Höwedes, gerne Kapitäne ab. Das mag man für ein bescheidenes Konzept halten, aber heutzutage zählt ja nur, dass man als Trainer überhaupt ein Konzept hat. Da gilt das Motto: Lieber nen beschissenes als gar keines... das Tedesco nach dem Platzverweis für Alexander Nübel, den man aus Trainersicht als unglücklich beschreiben kann, den Wechsel des Stammtorhüters still und heimlich wieder zurück nahm und Nübel in der Champions League auf die Bank setzte, ist allerdings definitiv fragwürdig. Wo Fährmann dann praktisch das 0:1 für Manchester City vorbereitete... Was dann zur 3. Torwartrotation in dieser Rückrunde führte: Nübel war dann doch zurück im Tor...
Auswirkungen auf die Leistung seiner Vorderleute hatte das nicht... aber ich sag das mal so: Wenn ein Trainer ständig seinen Torwart tauscht, wirkt das entweder hektisch oder planlos... beides kann kein gutes Zeichen sein...

Aber Schalke ist ja bei weitem nicht das einzige Problemkind der Bundesliga. Sondern mehr so nen Musterbeispiel. Also der Einfluss der Schalker auf die Liga ist unleugbar. Die haben die Rolle des beschissen spielenden Vize-Meisters so sehr geprägt, dass selbst die Bayern mittlerweile grausamen Fußball spielen und ihre Spiele in bester Schalke-Manier gerade so gewinnen... Aber weil dies hier die Bundesliga ist, haben sich Borussia Dortmund trotzdem fast eingeholt... Der ehemals designierte Meister hat es irgendwie geschafft in einem Heimspiel auf 33% Ballbesitz zu kommen... Und das nicht, weil es gewollt war, sondern weil man gerade nicht besser ist... Gewonnen hat man natürlich trotzdem irgendwie... es ist ja schließlich die Bundesliga, da muss man nicht überzeugen um Tabellenführer zu sein...

Dafür hatten wir ein Spitzenspiel am Abend, dass echt alle Versprechen gehalten hat. Ein besonderes Lob geht hier an Matheus Pereira, der sich nach der ersten Aktion des Spieles zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ. Er hatte als einziger erkannt, dass ein Spitzenspiel zwischen Düsseldorf und Nürnberg albern ist. Ihm persönlich zu albern... Also hat er beschlossen "Macht das ohne mich!"
Und lasst euch nicht täuschen. Der Platzverweis wurde eigentlich in der 2. Mintute ausgesprochen. Aber weil die VAin (ich finde es irgendwie niedlich, wie das im Spielbericht des Kickers gegendert wird... nur deswegen erwähne ich das hier) und der Schiedsrichter hinterher 2 Minuten brauchten um den Platzverweis auch auszusprechen. Eigentlich fehlte hier nur ein "Bis zum Platzverweis haben wir es gut gemacht" von Michael Köllner...
Aber das war ja nur der Anfang eines absoluten Klassikers. Das 0:1 für die Nürnberger legte Kaan Ayhan angeblich (laut DAZN-Kommenator, ich bin mir da nicht so sicher) unabsichtlich für Eduard Löwen auf. Da 1:1 war die, laut eigener Aussage der Düsseldorfer, 15 von 16 Flanken von Rechts, die auf einen gegnersichen Verteidiger geschlagen wurde... Ewerthon dachte sich dann wohl: Wäre Schade, wenn die alle ungenutzt verstreichen... und köpfte völlig unbedrängt zum 1:1 ein. Es war ja nicht mal so, dass er vor einem einschussbereiten Stürmer in höchster Not klären musste... sondern wenn er da wegbleibt, gibt es Einfwurf für Nürnberg...

Aber hey, Nürnberg hat ja weiterhin, wie auch Hannover berechtigte Hoffnung auf den direkten Klassenerhalt. Warum? Nun ja, in der Sportschau fiel ein interessantes statistisches Detail, welches uns bisher bestimmt bewusst vorenthalten wurde: Augsburg ist der schlechteste Tabbellen-15. seit Einführung der 3 Punkte Regelung. Noch nie reichten nach 23 Spieltagen so wenige Punkte um über den relevanten Strichen zu stehen.
Hier kommt mal eine völlig absurde Statistik: Im Jahr 1993/94 holte Schalke nach 23 Spieltagen trotz der alten Regelung 19 Punkte... Sprich: Sie holten als 15. mehr Punkte, obwohl ein Sieg weniger wert war... Beste Liga der Welt...
Irgendwie fragt man sich schon, wie bei dem gegurke im Keller am Ende nur 2 Mannschaften absteigen werden, obwohl es doch 4 so würdige Kandidaten gibt...

Und hier kommt das nächste Problem: Selbst die Spitzenteams und ehemaligen Meisterschaftsanwärter lassen sich von den Kellerkindern anstecken. Also so richtig: Mit einem "Ich bewerte nicht das reine Ergebnis, sondern unsere Spielweise. Die war ordentlich." und "Jetzt war es so, dass wir aus vielen Chancen kein Tor gemacht haben."
Diese Sätze stammen direkt aus dem Notizbuch von Michael Köllner, wurden dort aber von Christoph Kramer abgeschrieben. Abgeinterviewt? Egal: Wenn man sich an Köllners Rethorik orientiert, kann das kein gutes Zeichen sein... Aber hey, nächstes Wochenende kommt ja ein Aufbaugegner aus München zu Besuch... oder so.

Mario Gomez, Gomez der Woche: Ich weiß, es ist total unfair. Und unsachlich... aber ich muss immer schmunzeln, wenn ich von dem Aussagen wie "Wenn ich meine beiden Chancen nutze, steht es 2:0" von ihm höre... und bin dann irgendwo zwischen "True Story" und "Story of your life"...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen