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Sonntag, 11. März 2012

Köln hat dann zur Abwechslung mal das richtige getan

Sein wir mal kurz ehrlich: Volker Finke ist ein Fußballlehrer und kein Sportdirektor. So gut die Idee vor 14 Monaten war, nachdem Finke kurz davor war den 2. Sympathie-Trainer rauszuekeln, musste irgendwas passieren. Und überraschender Weise entschieden sich die Kölner Funktionäre Ausnahmsweise mal richtig. Die andere Option wäre halt über kurz oder lang Stale Solbakken rausschmeißen gewesen...

Dafür, und dass ist das große Problem, ist der Karnevalsverein jetzt komplett führungslos. Oder wusstet ihr bis eben, wer Werner Wolf ist? Wahrscheinlich nicht. Wenn sie sich bei der Sportdirektor-Suche nebenbei wieder so gelassen anstellen, wie beim letzten Mal, kommt der Finke-Nachfolger pünktlich 3 Tage nachdem die Sommertransferperiode beendet ist... Und die Präsidentensuche beweist ja, dass sich die Kölner nicht drängen lassen... Genau genommen ist Köln seit 4 Monaten ohne Führung... und niemand reißt sich um diesen Posten...

Und jetzt haben sie noch nicht mal einen Sportdirektor... was zu einer ziemlich absurden Situation führt: Genau genommen kann Köln Solbakken gerade gar nicht entlassen. Der Verwaltungsrat darf (wenn ich das gerade im Doppelpass richtig verstanden habe) nur über den Sportdirektor entscheiden... und der muss sich dann mit dem Trainerposten beschäftigen... Sprich: wenn sich Köln wieder seine 4 Monate Findungsphase gönnt, hat der Trainer auf einmal den sichersten Job der Welt...

Andererseits war es jetzt absolut perfektes Timing: Also: Lukas Podolski und Arsenal London sollen sich quasi einig sein. Es gilt nur noch die Ablösesumme zu klären... aber mit wem soll Arsene Wenger jetzt über diese Ablöse verhandeln? Werner Who? Und die Sache mit dem Abstieg ist ja quasi vom Tisch, dass heißt auf die Fest Ablösesumme im Abstiegsfall kann sich auch keiner mehr berufen... es kann also durchaus passieren, dass Poldi in Köln bleiben muss, weil niemand da ist, der Transfers über 10 Millionen abwickeln kann... strategisch genial... gut, Poldi wird dann nächste Saison auch keine Verstärkungen bekommen, aber hey, es ist auf jeden Fall schonmal ein Ansatz...

Volker Finke beweist derweil nur, dass er ein spezieller Charakter ist. Ein Mensch, der in Freiburg, wo er sich ohne Widerstände ausleben durfte, wunderbar funktioniert hat... Der aber genau genommen auch nur arbeiten kann, wenn es de facto niemanden gibt, der a) mehr oder auch nur ähnlich viel Sachverstand hat wie er oder der b) ihn entlassen kann... Macht das Finke zum idealen Felix Magath-Nachfolger? Wolfsburg ohne Magath wäre das perfekte Umfeld: kein Sachverstand, keine Kompetenz und keine Tradition. (Schließlich soll angeblich eines der großen Probleme in der Ausrichtung gewesen sein, dass Finke die Podolski-Millionen in Georgier und Afrikaner stecken wollte, während die Kölner lieber junge und möglichst aus der Region kommende Talente sehen wollte...)

Eins steht fest: Es wird spannend bleiben in Köln. Wenn Frank Schaefer wirklich den Sportdirektorposten übernimmt (und damit seinen Absäger beerbt), der 1.FC Köln unter ihm wirklich auf junge Talente setzt... bekommt Solbakken dann auch die Zeit, um diese zu entwickeln? Wahrscheinlich nicht...

Mittwoch, 27. April 2011

Hmm... unser größter Konkurent stellt sich so unglaublich dumm an

die werden wohl absteigen... hmm... wie kriegen wir das getoppt? Volker, das ist deine erste Aufgabe in deinem neuen Verein. Und du hast meine volle Unterstützung.
So ungefähr müssen die Gedankengänge von Wolfgang Overath in diesem Winter ausgesehen haben... Nur um das mal festzuhalten: Vor 3 Wochen wurde noch darüber geschrieben, dass Frank Schaefer der beste Kölner Heimtrainer in deren Geschichte ist. 7 Heimsiege hintereinander mit diesem Fragment einer Fußballmanschaft, das macht ihm so schnell keiner nach... Jetzt ist er dann der beste Ex-Trainer der Geschichte der Kölner...

Die meisten Vereine wären froh, wenn sie einen Trainer wie Frank Schaefer in ihren Reihen finden würde. Selbst der ebenfalls völlig planlose VfB Stuttgart hat es mit Jens Keller versucht... und Schuld haben irgendwie alle.

Wolfgang Overath ist wahrscheinlich der beste Spieler, den die Kölner je hatten. Aber die Kölner müssen immer wieder feststellen, dass ihn das nicht zu einem guten Präsidenten macht. Seit 2004 führt er jetzt diesen Verein. Seine Bilanz: Ein Abstieg, ein verpasster direkter Wiederaufstieg und seit dem hält man sich mehr schlecht als recht in der Bundesliga... was ihm wiederum oftmals nicht reichte... oh, und ja, er hat

Michael Meier verpflichtet. Den wohl schlechtsten Bundesligamanager aller Zeiten. Und der hat Im wesentlichen diese Mannschaft zusammengestellt, mit der Frank Schaefer arbeiten musste...
Die Mannschaft, oder was sich in Köln so Mannschaft nennt. Die erste Hälfte der Saison war Youssef Mohamad Kapitän dieser Truppe. In der Zweiten Hälfte ist es Lukas Podolski. Zunächst also jemand, der kaum Deutsch spricht und die Aufgaben als Kapitän nicht wirklich wahr nehmen sondern nur die Binde tragen wollte, dann ein Schönwetterfußballer, der nicht 2 gute Spiele hintereinander machen (was vor allem daran liegt, dass jedes 2. Spiel ein Auswärstsspiel ist) und einfach nicht vorne weg maschieren kann... Klingt wie das Rezept der Gladbacher... oder eines Kreisligisten.
Als Schaefer diese Mannschaft übernommen hat, waren sie zumindest kurzzeitig in der Lage mal an ihre Leistungsgrenzen zu gehen. Nach 28 Spieltagen hatten sie 7 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Aber bei den Führungsspielern, die der 1.FC so hat... dachten die sich wahrscheinlich: Ja, das reicht doch... und es folgten 3 Klatschen hintereinander...

Volker Finke muss natürlich auch genannt werden. Wobei das auch wieder irgendwie auf Wolfgang Overath zurückzuführen ist... Je länger der sich Sportdirektor nennen muss, um so deutlicher wird es, dass das eine dumme Idee war. Auch wenn sie Anfangs wirklich nicht schlecht aussah. Ich mag Volker Finke eigentlich. Allein schon, weil er Freiburger und damit Konzepttrainer ist (und das schon war, lange bevor so was in Mode kam). Aber da liegen auch die grundlegenden Probleme. Volker Finke ist ein Fußballlehrer. Einer mit sehr konkreten Vorstellungen. Und auch einer, der dann nicht einfach wegsehen kann, wenn Dinge anders gemacht werden, als er es gewohnt ist. Deswegen unterbricht er die Videoanalysen und kritisiert das Training. Das 2. Problem: Volker Finke ist (oder besser war) der SC Freiburg. Er konnte da. auf Grund seiner Verdienste auch völlig zurecht, beinah alles machen, wie er wollte. Am Ende seiner Freiburger Zeit wussten die doch gar nicht so genau, wer jetzt eigentlich Volker Finke entlassen kann... Er konnte uns verkaufen, dass Alexander Iashvili ein Bundesligastürmer ist. Iashvili hat gerade Probleme damit Zweitliganiveau zu halten... Aber in Freiburg funktionierte das ja auch. Jetzt muss er es auf einmal verdauen, dass Spieler, die er selber sehr schätzt, vom Trainer nicht gebraucht werden... Jetzt muss er es auf einmal lernen, wie es ist als (relativ kleiner Teil) in einem Team zu arbeiten. Und was die tägliche Arbeit auf dem Platz betrifft, sollte der Sportdirektor relativ unwichtig sein...
Für die Kölner ist es deswegen eigentlich besser, dass Volker Finke wieder auf die Trainerbank zurückkehrt. Der Mann ist ein großaritger Fußballlehrer... aber ihn als Sportdirektor anzustellen... das ist als würde ich Beyonce Knowles anstellen, damit sie mir eine Choreographie schreibt die junge Amerikaner in Bewegung setzten soll... alle Menschen haben irgendwo ihre Grenzen...

Die Kölner Fans: Mordrohungen? Ernsthaft? Das soll dem Trainer und der Mannschaft helfen?

Aber etwas gutes hat die ganze Situation für die Kölner. Immerhin müssen sie jetzt nicht miterleben, wie ihr Jürgen Klopp oder ihr Holger Stanislawksi unter Tränen seinen Abschied bekannt gibt um irgendwo anders erfolgreicher zu sein...