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Sonntag, 12. Mai 2024

Die Sportschau-Redaktion: Vollidiot der Woche

 Ihr hattet eine einzige Aufgabe: Uns nicht vorher zu erzählen, wie der Abstiegskampf ausgeht. Also konkret das Duell 1. FC Köln gegen Union Berlin. Das einzige wirklich relevante Spiel an diesem Samstag.

Wie irrelevant das "andere Abstiegsduell" war, zeigte ja Borussia Mönchengladbach, die Tobias Jantschke und Patrick Herrmann einwechselten, damit die sich ihren letzten Applaus im letzten Heimspiel abzuholen. Dafür kann die Sportschau nichts. Dass die aber Herrmann direkt nach dem Spiel interviewen und er dann so locker erzählt: "Da gibt es dann noch das eine oder andere Bier und es wird wahrscheinlich noch ein bisschen länger gehen."
Auch würden die Fans nicht so entspannt mit ihren Altstars feiern, wenn der Klassenerhalt noch nicht sicher ist. Und Gerardo Seoanes Aussage deutet auf den gesicherten Klassenerhalt hin. Das kann man so einfach nicht zeigen.

Das sind keine Aussagen, die jemand bringt, der nächste Woche noch mindestens einen Punkt holen muss. So was sagt man in dem Moment nur, wenn der eigene Klassenerhalt sicher ist. Und die Sportschau kündigt ja selber an, dass Gladbach jetzt dem Lokalrivalen aus Köln die Daumen drücken muss, was sie unter normalen Umständen nie machen würden.

Jeder Sportschau-Zuschauer mit mehr als 3 Gehirnzellen muss jetzt also erkannt haben, dass Köln dieses Spiel zwangsweise gewinnen WIRD. Obwohl das eigentlich unvorstellbar war, stand es doch immer fest. Also als Union mit 2 Toren vorne lag. Als Köln sich unfassbar harmlos präsentierte. Als die ersten Fans sich bereits verabschiedeten, weil sie nicht mehr daran glaubten, dass hier noch was passiert... wusste ich immer, dass noch was passieren wird. Dass Köln nicht nur ausgleicht, sondern 2 Treffer erzielt. Und genau das geschah dann auch zur allgemeinen Überraschung auch.

Das war wahrscheinlich der emotionalste Moment im gesamten Abstiegskampf. Das hätte auch jeden neutralen Zuschauer aus den Sitzen gerissen. Also wenn man nicht vorher schon gewusst hätte, dass das Spiel noch gedreht wird.

Die Interviews aus Gladbach vor dem Spiel in Köln zu zeigen, ist aus sportjournalistischer Sicht ein katastrophaler Fehler. Also ganz ehrlich: Wer auch immer das zu verantworten hat, sollte entlassen werden. Da gibt es auch keine Entschuldigung für. Selbst wenn die "uns Zuschauer" nur für so dumm halten, dass wir den groß angekündigten Zusammenhang zwischen dem Ergebnis in Köln und dem Klassenerhalt der Gladbacher nicht verstehen. Dann ist das immer noch eine unfassbare Beleidigung ihres eigenen Publikums.

Mittwoch, 11. März 2015

Genau genommen wollen wir das gar nicht wissen

Und auch nichts darüber hören...

Das scheint zumindest der allgemeine Grundtenor des Kickers in Sachen "Dopingfall in Stuttgart und Freiburg" zu sein. Aufklärung sieht jedenfalls anders aus...

Am Donnerstags-Kicker gab es einen kurzen Bericht darüber, wie die beiden Klubs aktuell auf die Vorwürfe reagieren und am Montag gab es ein Interview mit Dr. Rainer Koch... Der natürlich behauptet, dass der DFB alles in seiner Macht stehende macht um Doping aufzuklären und dass Vorwürfe "unseriös und inakzeptabel" sind... Ich will ja nichts sagen, aber das hat der Radsport-Verband auch jahrelang behauptet... Wenn man als Kicker wirklich für Aufklärung sorgen will, fragt man nicht den DFB...
 Die Sportschau hatte wenigstens den Anstand, mal wirklich bei wesentlichen Leuten nachzufragen... und kriegt schockierende Antworten...

Eine Angemessene Reaktion des Kickers wäre es meines Erachtens, das Thema auf die Titelseite zu packen. Und ihm richtig viel Zeit zu widmen... Denn die 70er Jahre sind so lange her, dass selbst ich, der Carsten Jancker noch kennt, die Spiele damals nicht verfolgen konnte... Von uns hat keiner Toni Schumachers "Anpfiff" gelesen. Und das ist wahrscheinlich auch gar nicht nötig um ein sachliche Diskussion zu führen...

Und das wäre dringend nötig... Denn es gibt durchaus Diskussionsbedarf... selbst bei den sonst so sympathischen Feiburgern... denn das die Radsportler gedopt haben, stellt niemand mehr in Frage... dass dem Team Telekom dabei ein gewisser Andreas Schmid geholfen hat, gilt als erwiesen... derselbe Arzt hat jahrelang den SC Freiburg betreut.
 Logische Konsequenz: Der Fußball muss sauber sein, denn Ärzte haben ja bekanntlich nur begrenzte Kapazitäten an Dopingmitteln und so viel, wie den Radsportlern gespritzt worden ist, kann da gar nichts mehr übrig geblieben sein... Dumm nur, dass die Freiburger weiterhin mit ihm zusammengearbeitet haben, als die ganzen Radsportler damit aufgehört haben...

Dasselbe gilt für Eufemiano Fuentes, also DEM SYNONYM für Doping-Ärzte, der nebenbei auch Fußballer behandelt hat... Der ehemalige Chef-Arzt von Juventus Turin wurde sogar wegen Sportbetrug verurteilt, weil er Jahrelang seine Spieler mit Epo behandelt haben soll... Und damals war Juventus noch richtig erfolgreich... Lustiger Weise war Juventus selber da nichts nachzuweisen... Wenn die damals beim Manipulationsskandal doch auch irgendeinen Handlanger hätten opfern können...Darüber muss sich der gemeine Fußball-Fan aber keine Sorgen machen, denn der Kicker verschweigt ihm solche Zusammenhänge...

Aber hey, im Fußball bringt Doping ja nichts... schließlich liefen die gedopten Profis in den 70ern halb so viel wie die ungedopten Profis heute... Logisch, oder?
Die Sportschau nennt da absurde Zahlen... ein moderner Mittelfeldspieler läuft 648 Km im Jahr... oder mehr als 15 Marathonläufe im Jahr... unter Wettbewerb-Bedingungen...  Das ist unfassbar viel. Also kein Marathon-Spezialist startet in 15 Marathonläufen im Jahr... sondern in so 5 oder 6, auf die er sich ausgiebig vorbereitet...
Aber hey, ein Marathonlauf ist ja auch was ganz anderes, da muss man ja nur laufen und nicht auch noch im höchsten Tempo Schläge und Tritte einstecken... warte was? Wie genau soll man das überhaupt schaffen, ohne dass die Ärzte wirklich alles, was machbar ist, ausreizen?

Wisst ihr, was der erste Konsequente Schritt zur Aufarbeitung von Doping wäre? Wenn man jeden Experten, der sich vor eine Kamera stellt und behauptet, dass "Fußball ja viel zu komplex sei" um zu dopen, sofort ins Wort fällt. Und ihn danach dann entlässt... und ja, ich gucke damit Mehmet Scholl an... Wobei ich dem sogar glaube, dass er nicht gedopt war... Die Verweigerung von halb- oder gänzlich illegalen Substanzen wäre zumindest die einfachste Erklärung, warum Scholl immer wieder verletzt ausgefallen ist...

Oh und DAS Torschlagargument gegen das weit verbreitete "das bringt doch eh nicht" brachte völlig unbeabsichtigt Benedikt Höwedes gestern Abend auf Sky. Auf die Frage, was denn bei seiner letzten Großchance los war, antwortete er ehrlich mit einem "da fehlte mir einfach die Kraft"... nach einem intensiven Spiel (in dem Schalke absolut Wahnsinnige 124 Kilometer gelaufen sein soll) ist das sogar logisch... aber was meint ihr, wie wird Höwedes reagieren, wenn ihn nächstes Jahr in der Winterpause ein Doktor einer renommierten Deutschen Universität anruft... und ihm das Angebot macht, dass er da eine Möglichkeit kennen könnte, die dabei helfen würde, dass Höwedes das nächste Mal in einer ähnlichen Situation noch genügen Kraft haben könnte... dann lässt er nebenbei noch fallen, dass andere Spitzenspieler das bei ihm auch schon genommen hätten und damit sehr zufrieden sein... kann ein Höwedes dann überhaupt nein sagen... Ok, ja, kann er, er ist Schalker und bereit Weltmeister... es ist also nicht so, dass er deswegen die Chance auf irgendwelche weiteren Titel aufgibt...

Aber hey... wir müssen uns da keine Sorgen machen, dass wirklich was aufgedeckt wird. Solange das führende Fußballmagazin im Land keine Veranlassung zu sehen, da irgendwas in die Gänge zu leiten... und der DFB wäre schön blöd sich selber ans Bein zu pinkeln... Für den Kicker ist es halt wichtiger das 3597. Interview mit Phillip Lahm zu führen... der sich 9 Jahre lang gar nicht verletzt hat, obwohl er ein Wahnsinns-Pensum absolviert hat... aber hey, Lahm ist nun echt der letzte, den ich nach kritischen Themen wie Doping befragen würde, zumindest da bin ich mit dem Kicker mal auf Wellenlänge...

Dienstag, 13. Dezember 2011

Es gibt eine neue Telenovela in der ARD

ihr Titel lautet: "Clausi verliebt im Stadion".

Claus schwärmt eigentlich schon immer für seinen Lukas. Aber Lukas ist doch so nah und doch so weit entfernt. Alles was Claus machen kann, ist Lukas anbeten und hoffen, dass der merkt, was er für ihn empfindet. Und für diese Anbetung nutzt er jede Gelegenheit, die ihm geboten wird.
Dabei gibt es so viele Bösewichte, die ihm seinen Lukas wegnehmen wollen. Selbst sein Stiefvater Volker scheint ihm aus dem eigenen Haus vertreiben zu wollen. Und sein Grßvater Wolfgang hat ihn eigentlich mit völlig falschen Versprechungen zurück nach Hause gelockt. Lukas leidet daran... und der kleine Clausi leidet mit ihm...

Aber von außerhalb drohen die wirklichen Gefahren für diese Verbotene Liason. Da ist der böse Onkel Jürgen, der sich erdreistete die herraussragenden Leistungen von Lukas klein zureden. (3 Worte zu Poldis Reaktion: getroffene Hunde bellen.) Claus kann es doch aber nicht zulassen, dass so schlecht über seinen Helden gesprochen wird... Wenn er nur irgendeine Möglichkeit hätte, den bösen Onkel ruhigzustellen?

Aber die wirkliche Gefahr ist doch gar nicht der Jürgen. Lass sie doch reden, an Clausis Bewunderung kann das nichts ändern... die wirkliche Bedrohung ist doch der Arsène... dieser Kosmopolit, der als Franzose den kleinen Lukas nach London locken will... London ist doch so weit weg... wie soll Clausi den denn da jeden Tag bewundern können? Andererseits kann Lukas doch, trotz all der Liebe, nicht wirklich nein sagen, wenn so ein Mann mit solchen Möglichkeiten nach ihm ruft...

Da erscheint ein Hoffnungsschimmer am Horizont: der gute Clemens hat verlauten lassen, dass er den Lukas gerne aufnehmen würde. Gelsenkirchen!!! Das ist doch traumhaft. Und vor allem für Claus wirklich immernoch direkt um die Ecke. Jetzt überlegt er krampfhaft, wie er auf Lukas einwirken kann, damit der doch wirklich nahe seiner Heimat bleibt. Werden 10 Minütige Jubelarien reichen? Nimmt Lukas die überhaupt war? Wiedersehen wird er ihn erst im Sommer in Danzig. Aber hat Lukas sich da nicht schon längst entschieden? Wie weit wird die Verzweiflung von Claus gehen?

Wir werden es erfahren. Denn diese neue Telenovela wird immer Samstags um 18:30 ausgestrahlt...
und das ist spätestens der Zwitpunkt, wo Fußball-Fans auf die Barrikaden gehen sollten... Ganz ehrlich... der Kommentator Claus Lufen hatte am Samstag ungefähr soviel mit Journalismus zu tun, wie dieser Post mit Fußball: gar nichts. Und ja, ich lasse das kritischen vor dem Journalismus mut Absicht weg... das klang eher so, als würde ein 16 jähriger auf die (zugegebener Maßen) großartige Leistung seines Idols wichsen... 10 Minuten lang... Ist ja kein Problem, aber wieso nimmt jemand so etwas auf? Und strahlt es dann in der ARD zur besten Sendezeit aus?
Sobald ich das Video irgendwo online gefunden habe, reiche ich es euch nach... nur um zu beweisen, dass ich nicht mal übertreibe...