In St.Pauli ist die Hölle los. Die eigenen Fans starten ihre Prostestaktionen, weil der Verein seine Seele verkauft hat. Weil im Stadion Werbung für eine Bank gemacht wird. Weil es einen VIP Bereich mit Stripshow gibt.
Also: Willkommen in der Bundesliga.
"Es ist schon eine ganz spezielle Stimmung hier, das muss man einfach sagen." Dieses Lob kommt nicht von einem Pauli Spieler, sondern von Heiko Butcher, einem Gegner. Aber dieser Respekt von den Gegnern reicht den St.Pauli Fans nicht mehr. Sie wollen die Zeit zurückdrehen. Zurück in die dritte Liga und zurück zum Bankrott, der nur durch den Verkauf eines T-Shirts aufgehalten werden konnte (ok, wahrscheinlich übertrieben, aber die Sozialromantiker sollten nicht vergessen, wie schlecht es St.Pauli vor kurzem noch ging.)
Was mich an dieser ganzen Bewegung am meisten stört: es reicht den Leuten nicht, ein Bundesligaverein mit besonderen Fans und besonderer Stimmung zu sein. Man will zurück in die gute alte Zeit. Schlechte Nachricht: es ist inzwischen 2011. Die gute alte Zeit führt euch direkt in die Oberliga. Und diese Fans würden St.Pauli in der Oberliga garantiert die Treue halten. Aber zufrieden wären sie bestimmt auch nicht.
Und natürlich kann St.Pauli einfach auf das Werbegeld verzichten. Sie müssten dann nur 3-4 mal so viel Eintritt verlangen. Da hat dann doch auch keiner Bock drauf. Vor allem, weil sich jetzt noch St.Pauli Tickets kaufen eh schon verdammt teuer ist.
Am Ende gibt es 2 Optionen für den St.Pauli Fan: Er will Bundesligaspiele sehen, dann muss er sich mit der Werbung arangieren.
Oder St.Pauli lässt das ganze Geld einfach liegen und wenn der Kicker in 10 Jahren eine neue Abgestürzt Serie startet, beginnt die mit "St.Pauli's Sozialromantiker wollten keine Werbung, deswegen spielt der Verein jetzt in Ligen, wo es kaum Sponsoren gibt."